BERLIN

16.01.2011 | Berlin
Bürgerentscheid zu Kudamm-Bühnen gescheitert
Der Bürgerentscheid für den Erhalt der beiden traditionsreichen Bühnen am Kurfürstendamm ist gescheitert. «Das Quorum wurde nicht erreicht, die Wahlbeteiligung war mit knapp 13,7 Prozent zu gering», sagte Wahlleiter Wilfried Groß am Sonntagabend. 32 558 Berliner gaben ihre Stimme ab, von ihnen votierten 90,5 Prozent (29 401 Stimmen) für den Erhalt der Bühnen.
Der Entscheid wäre erfolgreich gewesen, wenn sich mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten im Bezirk Charlottendorf-Wilmersdorf beteiligt hätten. Nur die zweite Voraussetzung - eine Mehrheit für den Erhalt beider Bühnen - war erfüllt worden.
Der irische Investor Ballymore plant auf dem Areal ein vierstöckiges Einkaufszentrum. Nach den Plänen von Stararchitekt David Chipperfield sollen dafür die beiden Theater im Erdgeschoss weichen. Vorgesehen ist noch eine Bühne im Dachgeschoss.

Die Betreiber der beiden Theater haben dem Kompromiss schon zugestimmt. Auch die Bezirksversammlung sprach sich für die abgespeckte Version aus. Der private Investor wäre ohnehin nicht an das Bürgervotum gebunden gewesen.
Schauspieler Hans-Jürgen Schatz («Der Fahnder») sagte der nachrichtenagentur dpa, «in dieser Angelegenheit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen». Die Initiative zur Rettung der Bühnen werde weiter für den Erhalt werben.
Das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm waren in den 1920er Jahren vom Architekten Oskar Kaufmann für den Regisseur Max Reinhardt gebaut worden. Sie gelten alteingesessenen West-Berlinern als eine Institution.
Quelle: dpa
Kudammbühnen: www.theater-am-kurfuerstendamm.de




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