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BERLIN

 

17.01.2011 | Berlin

Harald Wolf wird Spitzenkandidat der Berliner Linken

Wie 2006 setzt die Berliner Linke im Wahlkampf auf einen ihrer bekanntesten Politiker. Wirtschaftssenator Harald Wolf sollSpitzenkandidat werden. Seiner Grünen-Konkurrentin Künast sagte Wolf gleich eine Niederlage im Rennen um das höchste Regierungsamt voraus.

Wirtschaftssenator Harald Wolf wird wie erwartet Spitzenkandidat der Berliner Linken für die Abgeordnetenhauswahl am 18. September. Der Landesvorstand wählte bei seiner Klausurtagung am Wochenende den 54-Jährigen einstimmig, gab Linke-Chef Klaus Lederer am Sonntag bekannt. Die Linke wolle weiter mitregieren, nannte Lederer als Wahlziel. Zudem wolle die Partei ihr Ergebnis von 13,4 Prozent in 2006 verbessern. Im Osten der Stadt will die Ex-PDS wieder stärkste Kraft werden und in alle zwölf Bezirksverordnetenversammlungen einziehen.

Nach Einschätzung von Wolf wird die SPD unter Führung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit wieder die Wahl gewinnen. «Ich halte es für ausgeschlossen, dass die Grünen Platz 1 einnehmen», sagte der Senator mit Blick auf das Umfragehoch der Grünen im vergangenen Herbst. Für die Grünen ist bereits deren Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, nominiert. «Ein Zweikampf Wowereit-Künast wird sich demnächst erledigt haben», sagte Wolf voraus. Die entscheidende Frage werde sein, ob SPD und Linke weiter regierten oder ob es zu Rot-Grün in Berlin komme.

 

In den jüngsten Umfragen aus dem Januar liegt die SPD mit Werten zwischen 28 und 29 Prozent vor den Grünen mit 24 bis 25 Prozent. Die CDU kommt auf 19 bis 20 Prozent, die Linke auf 14 bis 17 Prozent.

Unter dem Motto «Das soziale Berlin» setze die Linke darauf, den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu stärken, mehr und gerecht bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen, eine umweltgerechte Industriepolitik und eine sozialgerechte Bildung mit dem Schwerpunkt Gemeinschaftsschule zu fördern, sagte Wolf. Bei der Ganztagsbetreuung will die Linke die Lücke für die 5. und 6. Klassen am Nachmittag bis 2016 schließen. Bei der S-Bahn wie bei der künftigen Energieversorgung strebe die Linke an, den öffentlichen Einfluss wieder zu stärken.

Im Vergleich zu SPD und Grünen, die mit fast gleichlautenden Themen für sich werben, beanspruchte Wolf das Urheberrecht für die Linke. «Bei allen angesprochenen Themen sind wir das Original. Wir haben die Themen entdeckt und an deren Umsetzung gearbeitet», betonte der Linke-Spitzenkandidat. «Mehr industrielle Arbeitsplätze haben wir als erste auf die Tagesordnung gesetzt.» Das Gleiche gelte für die Themen, mehr bezahlbaren Wohnraum in Berlin zu sichern oder den angestrebten Rückkauf der teilprivatisierten Wasserbetriebe.

 

Die Linke wird Wolf ein Team aus Senat, Partei und Fraktion zur Seite stellen, kündigte Lederer an. Die Partei wolle ihren Sachverstand auf allen Ebenen nutzen. Dazu gehören auf den weiteren Listenplätzen 2 bis 7 Arbeitssenatorin Carola Bluhm, Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher, Parteichef Lederer, die Abgeordnete Martina Michels, Fraktionschef Udo Wolf und als neues Gesicht die Betriebsrätin Kathrin Müller.

Quelle: dpa

www.die-linke-berlin.de
www.harald-wolf.net

Harald Wolf
Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen und Bürgermeister von Berlin

  • geboren: 25. August 1956 in Offenbach am Main
  • verheiratet


Beruflicher Werdegang

  • Abitur in Hanau an der Hohen Landesschule (1975)
  • Studium der Philosophie und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum (1975 - 1977) 
  • Studium der Politischen Wissenschaft an der FU Berlin (1977 - 1981) 
  • Dipl.-Politologe (1981) 
  • Schreibkraft in verschiedenen Berliner Unternehmen (1981 - 1983) 
  • Wissenschaftlicher Angestellter am Hamburger Institut für Sozialforschung (1983 - 1987) 
  • Freier Publizist (seit 1988) 
  • Bürgermeister von Berlin und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen (29. August 2002 - 23. November 2006) 
  • Bürgermeister von Berlin und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen (ab 23. November 2006)


Politische Tätigkeit

  • Mitglied der Alternativen Liste (1986)
  • Mitglied Bundeshauptausschuss der GRÜNEN (1987 - 1988) 
  • Mitglied Geschäftsführender Ausschuss der Alternativen Liste (1988 - 1990) 
  • Mitglied Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg (1988) 
  • Austritt aus der Alternativen Liste (September 1990) 
  • Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (Januar 1991 - August 2002) 
  • Vorsitzender der Fraktion der PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) im Abgeordnetenhaus von Berlin (1995 - August 2002) 
  • Mitglied der PDS (März 1999) - Umbenennungen: 17.07.2005 „Die Linkspartei – PDS“ – 16.06.2007 „Die Linke“


Mitgliedschaften

  • Mitglied im BUND und der Berliner Mietergemeinschaft


Sprachkenntnisse

  • Englisch
  • Spanisch

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