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BERLIN

 

22.01.2011 | Berlin

Tatverdächtiger in Neukölln festgenommen
   
Nach mehreren Brandanschlägen auf Berliner Moscheen hat die Polizei am Freitag in Neukölln einen Tatverdächtigen festgenommen. Das teilten die Ermittler am Abend mit. Nach Angaben der Fahnder wurde der verdächtige Mann in Britz nahe dem U-Bahnhof Blaschkoallee gestellt. Er soll am Samstag einem Ermittlungsrichter für einen Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung vorgeführt werden.

Bei der Fahndung waren am Freitag auch Räume der Redaktion der Berliner Tageszeitung «B.Z.» durchsucht worden. Das bestätigte Chefredakteur Peter Huth der Nachrichtenagentur dpa. Dabei habe sich nach Angaben der Polizei der Tatverdacht gegen den 30-jährigen Mann weiter erhärtet. Es sei Beweismaterial sichergestellt worden.

Nach Angaben Huths bat Mitte Dezember ein Mann die «B.Z.»-Redaktion um die Kopie eines Zeitungsartikels, die ihm ausgehändigt wurde. Dies war jetzt die Grundlage dafür, dass eine Sekretärin der Redaktion der Polizei den entscheidenden Tipp geben konnte. Sie habe sich Name und Adresse des Mannes gemerkt und die Daten der Polizei übergeben. Auf diesem Weg kamen die Spezialfahnder letztlich auf die Spur des Verdächtigen. Die Polizei wies in ihrer Mitteilung am Freitagabend ausdrücklich darauf hin, dass der Mann nicht Mitarbeiter der Zeitung sei.

Nach Angaben der «Berliner Morgenpost» (Samstag) soll der Mann die Taten bereits gestanden haben. Dafür lag noch keine Bestätigung vor. Die Polizei gab bekannt, dass Ermittler des Polizeilichen Staatsschutzes im Landeskriminalamt dem Täter auf die Spur kamen.

In Berlin waren in den vergangenen Monaten mehrere Moscheen Ziel von Brandanschlägen. Bereits vier Mal betroffen war die größte Moschee der Hauptstadt, die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm in Neukölln.

Ziele waren außerdem ein islamisches Kulturzentrum in der Ordensmeisterstraße in Tempelhof sowie die Ahmadiyya-Moschee in Wilmersdorf - das Gotteshaus gilt als eine der ältesten erhaltenen Moscheen in Deutschland.

Größerer Schaden entstand bei den Anschlägen nicht, die Feuer konnten eingedämmt werden oder erloschen von selbst. Politiker aller Parteien, islamische Organisationen, Kirchen und der Zentralrat der Juden in Deutschland hatten die Taten scharf verurteilt.

 

Quelle: dpa

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