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BERLIN

 

04.02.2011 | Berlin

S-Bahn ab 28. Februar wieder mit Tempo 80

Nach mehreren Wochen mit einem Not-Winterfahrplan nimmt die Berliner S-Bahn wieder Fahrt auf. Vom 28. Februar an sollen die Züge wieder mit bis zu 80 Stundenkilometern fahren, wie die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Potsdamer Verkehrsministerium am Freitag nach Gesprächen mit S-Bahn-Chef Peter Buchner mitteilten. Derzeit gilt Tempo 60. Buchner habe den Ländern Berlin und Brandenburg aber nicht zusichern können, dass die S-Bahn im Fall eines erneuten Wintereinbruchs im März mit Eis und Schnee einen Zugverkehr mit Tempo 80 aufrechterhalten kann.

Heftige Reaktionen lösten Ankündigungen der Lokführergewerkschaft GDL aus, zur Durchsetzung ihrer Tarifforderungen auch die S-Bahn zu bestreiken. Der Berliner Fahrgastverband IGEB appellierte an Bahnunternehmen und Gewerkschaften, ihren Tarifkonflikt am Verhandlungstisch zu lösen und es nicht auf einen Arbeitskampf ankommen zu lassen. «Gewerkschaften haben natürlich das Recht, Forderungen mit Streiks durchzusetzen», sagte der stellvertretende IGEB-Vorsitzende Jens Wieseke. «Aber gerade jetzt würde ein Streik die S-Bahn und ihre leidgeprüften Fahrgäste in einer besonders schwierigen Situation treffen.»

Berlins CDU-Chef Frank Henkel sagt einem Radiosender, ein neues S-Bahn-Chaos sei das letzte, was die Stadt jetzt brauche. «Die Gewerkschaft sollte auch an diejenigen denken, die morgens zur Arbeit müssen, die darauf angewiesen sind, zum Arzt zu kommen und die jetzt schon unter einem stark eingeschränkten Angebot leiden», sagte Henkel. Ähnlich äußerte sich der FDP-Fraktions- und Landesvorsitzende Christoph Meyer: Die Berliner S-Bahn-Fahrgäste hätten in den letzten zwei Jahren genug erduldet.

Die S-Bahn kann schon seit mehr als eineinhalb Jahren das mit den Ländern vereinbarte Verkehrsangebot nicht mehr fahren. Probleme mit Rädern, Achsen und Bremsanlagen, versäumte Wartungen und Missmanagement haben die Tochter der Deutschen Bahn in eine tiefe Krise gestürzt, aus der sie in diesem Jahr mit erheblichen Investitionen wieder herausfinden will.

In der aktuellen Tarifrunde will die GDL für die 26 000 Lokführer in Deutschland einen Branchentarifvertrag herausholen, der über dem Niveau des Tarifwerks der Konkurrenzgewerkschaft EVG liegt. Für den 16. Februar plant die GDL einen Protesttag in Berlin. Anschließend soll es Warnstreiks geben. Genaue Termine wurden noch nicht genannt. Schon 2007 hatte die GDL mehrfach die Berliner S-Bahn bestreikt.

Wegen Fahrzeugproblemen bei Schnee und Eis und zahlreichen Zugausfällen hatte die S-Bahn im Januar ihre Flotte von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde abbremsen müssen. Seither gibt es zwischen der Berliner Innenstadt und dem Umland längere Fahrzeiten und teils erheblich längere Wartezeiten beim Umsteigen auf andere Bahnen oder Busse. Der Not-Winterfahrplan gilt noch bis zum 27. Februar.

Aufgrund anhaltender Kritik will die S-Bahn nun einige Anschlüsse verbessern. So wird unter anderem der Nachtverkehr mit Bussen in Reinickendorf an den Wochenenden besser auf die An- und Abfahrtszeiten der S-Bahn Linie S1 in Wittenau abgestimmt, wie die Bahn am Freitag mitteilte. Die S-Bahnen von Strausberg nach Strausberg Nord fahren ab Montag drei Minuten früher, in der Gegenrichtung vier Minuten früher ab, was die Umsteigezeiten in Strausberg verkürzen soll. Vom 25. Februar an soll es auch nachts wieder einen 20-Minuten-Takt zwischen Blankenfelde und Bernau geben. Auch auf der Linie S7 nach Potsdam und der Linie S3 nach Spandau fahren dann wieder häufiger Züge.

Quelle: dpa

www.s-bahn-berlin.de

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