BERLIN
BBI-Flugrouten
Nach Informationen von BILD.de scheinen die künftigen BBI-Abflugrichtungen von den Startbahnen festzustehen. Von der Nordbahn sollen sowohl bei West- als auch bei Ostabflügen die Maschinen geradeaus starten. Bei der Südbahn sieht es anders an: Start mit 15-Grad-Kurve beim Westabflug und Start mit 90-Grad-Kurve für wendige Maschinen beim Ostabflug.
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14.02.2011 | Berlin
Streit über Entgelt-Entwurf
Das Gremium hatte bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) Lärmgutachten für eine Reihe von Varianten in Auftrag gegeben, darunter Abflugkurse, die Orte wie Kleinmachnow, Teltow und den Berliner Südwesten aussparen. Über die zu erwartende Lärmbelästigung habe es mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) intensive Diskussionen gegeben, sagte die Kommissionsvorsitzende Kathrin Schneider. Wegen der Fülle der Informationen sehe sich die Kommission jedoch außerstande, hier Präferenzen zu nennen und verwies auf die nächste Sitzung des Gremiums am 14. März.
Aus Zeitgründen habe die Entgeltordnung keine Rolle gespielt und sei ebenfalls auf den 14. März verschoben worden, ergänzte Infrastruktur-Staatssekretär Rainer Bretschneider. Laut Schneider sprach sich die Kommission mehrheitlich gegen einen Nachtflugbetrieb und eine Drehkreuz-Funktion des BBI aus.

Eine gute Chance für weniger Fluglärm sah der DFS-Vertreter Hans Niebergall im «kurzen Ostabflug», bei dem Jets in Richtung Osten starten und zügig nach Süden über die Autobahn 13 abknicken würden, so dass die Region um Zeuthen weitgehend unbelastet bliebe. Die von der Flugsicherung Anfang September 2010 präsentierten Routen-Pläne würden «definitiv» nicht kommen, meinte Bretschneider.
Danach müssten Flugzeuge, die parallel auf den beiden Startbahnen in Schönefeld abheben, in einem 15-Grad-Winkel abknicken, womit bisher nicht betroffene Brandenburger Gemeinden und Berliner Stadtteile belastet würden. Dies wäre eine erhebliche Abweichung von den Routen, die vormals auf Grundlage des Planfeststellungsverfahrens erörtert wurden. Als Reaktion protestieren seit Monaten zahlreiche Bürgerinitiativen in der Region gegen die Pläne der Flugsicherung.

Obwohl die Entgelt-Debatte verschoben wurde, war diese dennoch am Montag in Schönefeld aktuell. Der Bürgermeister von Kleinmachnow, Michael Grubert (SPD) sagte stellvertretend, die Mitglieder der Fluglärmkommission würden einer Regelung nur zustimmen, wenn dadurch lärmintensive Flugzeuge vom BBI ferngehalten würden. Der jetzt vorgelegte Entwurf sei nicht zielführend.
Bis zu einem Lärmwert von 89,9 Dezibel sehe der Ministeriumsentwurf eine drastische Verbilligung des Lärmzusatzentgeltes im Vergleich zur bisherigen Schönefelder Gebührenordnung vor, kritisierte Peter Kreilinger von der Initiative «Fluglärmfreie Havelseen». Auch ein Vergleich mit der Gebührenordnung des Flughafens Frankfurt am Main lege diesen Verdacht nahe, hieß es.

Der Sprecher der Berliner Flughäfen, Ralf Kunkel, widersprach der Darstellung vehement und betonte, am Flughafen BBI würden im Interesse des Lärmschutzes künftig die bundesweit höchsten Gebühren in den Randzeiten erhoben. Sie lägen dem Infrastrukturministerium zur Genehmigung vor, sagte Kunkel der dpa. Obendrein werde die Gebührenordnung die Effizienz von Flugzeugen beim Kohlendioxid-Ausstoß einbeziehen und umweltfreundlichere Maschinen begünstigen. Die Randzeiten für Starts und Landungen liegen zwischen 22.00 und 24.00 beziehungsweise zwischen 5.00 und 6.00 Uhr.
Der Sprecher forderte die Kritiker auf, «endlich zu einer sachlichen Diskussion zu kommen, statt die Menschen mit Panikmache zu beunruhigen». Die Linksfraktion im Landtag kündigte an, die Entgeltordnung auf die Tagesordnung des am kommenden Donnerstag tagenden Parlamentsausschusses für Infrastruktur zu setzen. Dort habe sie bisher keine Rolle gespielt, sagte die verkehrspolitische Sprecherin Kornelia Wehlan.





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