BERLIN

06.03.2011 | Berlin
«Bild»: Scheich-Berater soll Polizeipräsident werden
Neuer Berliner Polizeipräsident soll nach «Bild»-Informationen Udo Hansen werden, Ex-Chef des früheren Bundesgrenzschutz-Präsidiums Ost. Zuletzt hatte der 58-Jährige der Zeitung zufolge einen Berater-Job in Saudi-Arabien. Seine Bewerbung bestätigte am Freitagabend die Sprecherin des Innensenators, Kristina Tschenett, der dpa. Es gebe mehrere Bewerber, darunter sei auch Hansen, sagte sie. Das Berufungsverfahren laufe aber noch.
Berlins Polizeipräsident, Dieter Glietsch, scheidet am 31. Mai aus dem Amt. Zum 1. Juni soll der Nachfolger antreten. Glietsch wird am 2. Mai 64 Jahre alt und geht dann in Pension. Als mögliche Bewerber wurden bereits verschiedene hochrangige Polizisten aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen gehandelt.

«Bild» verweist darauf, dass Hansen bewiesen habe, große Einheiten führen zu können, so als Chef des damaligen Bundesgrenzschutz-Präsidiums Ost mit 9000 Mitarbeitern. Als eine Reform der Behörde durch den damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) anstand, kritisierte Hansen die Umsetzung.
Mit negativen Schlagzeilen wurde Hansen konfrontiert, als er Chef des BGS-Amtes am Frankfurter Flughafen war. Drei seiner Grenzschützer wurden verurteilt, weil 1999 ein sudanesischer Asylbewerber bei der Abschiebung im Flugzeug starb.
Nach «Tagesspiegel»-Informationen gilt das 58-jährige SPD-Mitglied als Hardliner. Szenekenner lobten Hansen als durchsetzungsfähig und führungsstark.




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