BERLIN


14.03.2011 | Berlin
ITB-Bilanz: Reisebranche hofft nach ITB auf Rekorde
Tunesien, Ägypten - Japan. Die weltgrößte Reisemesse ITB stand unter dem Eindruck internationaler Krisen - und einer Katastrophe. Für die die Touristik-Branche steht dennoch fest: Die Reiselust der Bundesbürger ist ungebrochen.
Die Reiselust der Bundesbürger ist trotz internationaler Krisen ungebrochen. Das ist die Bilanz der Tourismusbranche aus der Reisemesse ITB. Prall gefüllte Reisekassen und gute Buchungszahlen lassen die Anbieter von einem Rekordjahr träumen. «Die Deutschen haben die Koffer gepackt und wollen verreisen - das hat die Resonanz des Publikums auf der ITB Berlin deutlich gezeigt», sagte Jürgen Büchy, der Präsident des Deutschen Reiseverbands am Sonntag.
11 163 Aussteller aus 188 Ländern hatten fünf Tage lang Trends und Angebote im Tourismus präsentiert. Im Mittelpunkt des Interesses standen die beliebten Reiseländer Tunesien und Ägypten, die nach den Revolutionen um das Vertrauen der Reisenden warben.

Nach Erdbeben, Tsunami und Atomunfall richteten sich viele Augen dann auf Japan, das jedoch längst nicht so viele deutsche Touristen anzieht wie die Mittelmeer-Anrainer. Angesichts der Katastrophe schloss Japan seinen Stand am Samstag vorzeitig - nach Messeangaben einmalig in der 45-jährigen Geschichte der Leistungsschau.
Die Veranstalter schlossen am Sonntag zufrieden die Messetore. Wie im Vorjahr kamen 170 000 Besucher, es gab Geschäftsabschlüsse im Umfang von gut sechs Milliarden Euro - die Messe zeigte als Konjunkturbarometer für die Reisebranche freundliche Werte. «Die ITB stimmt uns äußerst zuversichtlich, dass sich unsere Prognosen bestätigen und die deutsche Tourismuswirtschaft vor einem äußerst erfolgreichen Jahr 2011 steht», sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Klaus Laepple.
Auch die Tourismuswerber aus Berlin und Brandenburg äußerten sich zufrieden. Beide Länder präsentierten sich erstmals gemeinsam an einem Stand.

«Brandenburg und Berlin haben sich ideal ergänzt», teilten beide Seiten am Sonntag mit. Die Region war an dem Stand auf 1600 Quadratmetern und mit 79 Ausstellern vertreten. Besucher interessierten sich auch für Ziele abseits ausgetretener Touristenpfade; die Broschüre «Kiez erleben» war jedenfalls besonders begehrt.
Wie 2010 kamen in diesem Jahr rund 110 000 Fachbesucher zur ITB, inzwischen mehr als 40 Prozent aus dem Ausland. «Ohne den Streik der Lokführer wären wir weiter gewachsen», sagte Messe-Geschäftsführer Christian Göke. Widrige Umstände gab es aus Messesicht auch am Wochenende: bestes Frühlingswetter. An den beiden Privatbesuchertagen erwarteten die Veranstalter deshalb nur 60 000 Gäste, nach mehr als 68 000 im Vorjahr.
Die Bundesbürger sind reisefreudiger denn je und lassen sich den Urlaub wieder etwas kosten, ergaben Marktforschungen. Im vergangenen Jahr gaben sie durchschnittlich 861 Euro für Urlaubsreisen aus - 41 Euro mehr als im Jahr zuvor. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen wächst der Tourismus 2011 auch weltweit, mit vier bis fünf Prozent sogar deutlich stärker als in Europa.




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