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BERLIN

 

15.03.2011 | Berlin

Ganztägige Warnstreiks an der Charité

Am Dienstagmorgen haben ganztägige Warnstreiks an der Berliner Charité begonnen. Dies sagte ein Sprecher der IG Bau-Agrar-Umwelt. Die in der Gewerkschaft organisierten Reinigungskräfte hätten um 5.00 Uhr mit dem Ausstand begonnen. Von 6.00 Uhr an wollten die Kollegen von Verdi mitmachen. Bestreikt werden alle drei Standorte in Mitte, Wedding und Steglitz. Dazu aufgerufen ist neben den Reinigungskräften auch das Servicepersonal wie Pfleger oder Schwestern. Für akut Kranke gibt es zwar einen Notdienst, es kann aber für Patienten zu erheblichen Wartezeiten kommen. Nur die Versorgung von lebensgefährlich erkrankten Patienten sei umfassend gesichert, hieß es.

Die Gewerkschaften fordern trotz der angespannten finanziellen Lage der Charité jeweils 300 Euro mehr Lohn für 10 000 Mitarbeiter. Damit soll der Einkommensrückstand zu anderen Berliner Krankenhäusern von 14 Prozent ausgeglichen werden. Am Mittwoch gibt es eine neue Verhandlungsrunde. Auch nach vier Monaten Verhandlungen liegt bisher kein konkretes Angebot des Arbeitgebers vor. Die meisten Charité-Ärzte sind nicht bei Verdi, sondern beim Marburger Bund organisiert. Insgesamt hat die Charité rund 13 000 Beschäftigte. Um 9.00 Uhr soll es eine Demonstration der Gewerkschaften auf dem Campus Virchow-Klinikum geben.

Quelle: dpa
14.03.2011 | Berlin

Gewerkschaften rufen für Dienst zum Charité-Warnstreik auf

 

Die Gewerkschaft ver.di hat das Pflege- und Technikpersonal an der Berliner Charité für diesen Dienstag zu einem Warnstreik aufgerufen. Bis auf die Notfallversorgung soll die Arbeit von 06.00 Uhr bis 18.00 Uhr an allen Standorten unterbrochen werden, sagte ver.di-Sprecher Andreas Splanemann am Montag. Auch Notaufnahmen, Intensivstationen, Operationssäle und Bereiche wie die Dialyse (Nierenwäsche) würden mit einbezogen. Für Patienten könne es zu erheblichen Wartezeiten kommen. Allein die Versorgung von lebensgefährlich erkrankten Patienten sei gesichert. Auch das Charité-Putzpersonal will streiken.

Die Gewerkschaft ver.di fordert trotz der angespannten finanziellen Lage der Charité jeweils 300 Euro mehr Lohn für 10 000 Mitarbeiter. Am Mittwoch gibt es eine neue Verhandlungsrunde. Anders als das Pflegepersonal sind die meisten Charité-Ärzte nicht bei ver.di, sondern beim Marburger Bund organisiert. Auch dort stehen in diesem Jahr noch Tarifverhandlungen an. Insgesamt hat die Charité rund 13 000 Beschäftigte.

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt hat sich dem Charité-Warnstreik am Nachmittag angeschlossen. Sie rief die Putzkräfte der Uni-Klinik bereits ab 05.00 Uhr zum Ausstand auf. Der Protest richtet sich gegen das niedrige Lohnniveau der Charité-Tochter Charité Facility Management (CFM).

Die Charité zahle im Vergleich zu anderen Berliner Kliniken rund 14 Prozent weniger Gehalt, berichtete ver.di Sprecher Splanemann. Die schwierige finanzielle Lage des Uniklinikums, das 2010 rund 17 Millionen Euro Minus machte, sehe die Gewerkschaft aber durchaus. 2011 will das Klinikum durch weitere große Sparanstrengungen eine schwarze Null schreiben.

Durch einen Verzicht auf Gehaltserhöhungen komme man aber auch nicht weiter, betonte Splanemann. Die Charité habe nach vier Monaten Verhandlungszeit bisher kein konkretes Tarifangebot gemacht. Zusätzlich wirkten sich Personalabbau und Umstrukturierungen negativ auf die Beschäftigungsbedingungen aus. Medizinisches Fachpersonal drohe abzuwandern. «Man muss sehen, wie man das alles in ein Tarifpaket bekommt. Es ist eine Gratwanderung», sagte Splanemann. Ver.di suche nach einem «fairen und angemessenen Weg».

Die Gebäudereiniger verwiesen darauf, dass die CFM rund 43 Cent pro Stunde weniger zahle als vergleichbare Arbeitgeber. Auf einen Monat hochgerechnet seien das 70 Euro. In der Gebäudereinigung mit ihren niedrigen Löhnen käme es auf jeden Cent an. Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegten, werde auch unbefristet gestreikt.

 

Charité-Chef Karl-Max Einhäupl hatte vor rund 10 Tagen Verständnis für die Forderungen nach mehr Tariflohn für das Pflegepersonal gezeigt. Die Charité könne ver.di aber nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten entgegenkommen. «Wunschlisten sind keine Bekommlisten», schränkte auch Splanemann ein.

Quelle: dpa

www.verdi.de

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