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BERLIN

 

18.03.2011 | Berlin

Wowereit erhält Bundesverdienstkreuz - Platzeck krank

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist jetzt Träger des großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband. Bundespräsident Christian Wulff überreichte den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Freitag im Schloss Bellevue an Wowereit und den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). An der Spitze ihrer Länder hätten sich die Ministerpräsidenten jahrelang in den Dienst für die Gemeinschaft gestellt, begründete der Bundespräsident die Ordensverleihung. Wulff würdigte den Beitrag Wowereits, Berlin als Stadt in aller Welt attraktiv zu machen und das Zusammenwachsen von Ost und West voranzubringen.

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der ebenfalls geehrt werden sollte, musste seine Teilnahme ganz kurzfristig wegen einer akuten Viruserkrankung absagen. Da die Krankheit ansteckend sei, habe Platzeck auf sein Erscheinen verzichtet, um andere nicht in gesundheitliche Gefahr zu bringen, sagte Wulff. Die Ordensverleihung an Platzeck werde nachgeholt.

Das Amt des Ministerpräsidenten sei eines der wichtigsten, das es in deutschen Politik gebe, sagte der Bundespräsident, der bis vor neun Monaten selbst Ministerpräsident in Niedersachsen war. Man sei nah bei den Menschen, spiele aber auch auf Bundesebene eine wichtige Rolle. «Es ist eine besondere Leistung, sich über ein Jahrzehnt in den Dienst der Gemeinschaft, des Staates und seiner Bürger zu stellen», sagte Wulff. Außerdem prägten die Länderchefs das Bild Deutschlands durch ihre vielfältigen Verbindungen ins Ausland mit.

In Wowereits fast zehnjähriger Amtszeit sei Berlin in seine Aufgaben als Bundeshauptstadt hineingewachsen. Das Zusammenwachsen von Ost und West schreite in Berlin für alle sichtbar voran. «Heute schaut die Welt nicht nur auf Berlin, alle Welt kommt nach Berlin. Sie, Herr Wowereit, haben an dieser Entwicklung maßgeblichen Anteil», sagte Wulff.

Er freue sich über die «hohe Ehre» und «außergewöhnliche Auszeichnung», sagte Wowereit. Diese bekomme man stellvertretend für viele, die einen stets unterstützt hätten. Ohne die Unterstützung der Wegbegleiter wäre vieles nicht möglich gewesen, betonte der Regierende Bürgermeister. Ausdrücklich bedankte er sich auch bei seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki, der ihm nun seit 18 Jahren zur Seite stehe.

Ein «großes Kompliment und Dankeschön» gehe auch an den Bundespräsidenten, sagte Wowereit. Mit seinen klaren Worten zum Thema Integration habe Wulff Maßstäbe gesetzt. «Sie sind ein verlässlicher Partner im wichtigen Integrationsprozess», unterstrich der SPD-Politiker.

Bei der Opposition stieß der Orden für Wowereit auch auf Kritik. Das Bundesverdienstkreuz für zwei amtierende SPD-Ministerpräsidenten komme zur Unzeit, kritisierte die Berliner FDP-Fraktion. Nach Ansicht der FDP ist dies «ein schwerer Verstoß des Bundespräsidenten gegen das Zurückhaltungsgebot im Wahlkampf». Das Berliner Abgeordnetenhaus wird am 18. September neu gewählt.

Quelle: dpa


Infos zu Verdienstorden... »

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