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BERLIN

 

KNUT IST TOT   |   FOTOS & VIDEOS   |   MEDIEN-PHÄNOMEN   |   PETA-VORWÜRFE

25.03.2011 | Berlin

Internationale Pk zu Knut-Tod - Vorwürfe an Zoo-Chef

Das Rätsel um den Tod von Eisbär Knut bleibt noch einige Tage ungelöst. Auch die Debatte um die Lebensbedingungen des Tiers gehen weiter. Den Zoo-Chef erreichen zum Teil heftige Vorwürfe.

Knapp zwei Wochen nach dem plötzlichen Tod von Berlins Eisbärstar Knut soll die Todesursache im Detail veröffentlicht werden. Der Zoologische Garten und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung planen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa für 31. März in Berlin eine internationale Pressekonferenz. Dabei sollen die Daten sämtlicher Untersuchungen des Tierkadavers, auch Erkenntnisse aus mikroskopisch analysierten Schnitten des schwer erkrankten Bärengehirns sowie Bilder aus der Computer-Tomographie bekanntgegeben werden.

Der erst vierjährige Eisbär war am vergangenen Samstag vor Hunderten von Besuchern auf dem Bärenfelsen im Zoo Berlin zusammengebrochen, ins Wasser gestürzt und gestorben. Eine erste Sektion hatte bereits zuverlässig ergeben, dass Knut eine schwere Gehirnerkrankung hatte. Die genaue Todesursache war damit aber noch nicht geklärt worden. Konkrete Ergebnisse erhoffen sich die Experten von Schnitten aus Gehirngewebe, das nach speziellen Verfahren mikroskopisch und histologisch analysiert wird. Das Gehirn ist zunächst in einer Speziallösung konserviert worden und ist dann bis etwa Montagnachmittag für die noch nötigen Untersuchungen entsprechend präpariert.

Inzwischen hat Berlins Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz in den Tagen nach Knuts Tod nach eigenen Angaben «einige extrem unfreundliche und auch beleidigende Briefe und Mails» erhalten. Konkrete Drohungen hätten ihn allerdings nicht erreicht, sagte  Blaszkiewitz am Freitag der dpa. Im Internet, in Leserbriefen, aber auch von einigen Besuchern am Eisbär-Gehege im Zoologischen Garten waren zum Teil heftige persönliche Angriffe und auch Drohungen zu lesen und zu hören gewesen. «Das meiste ist aber einfach Blödsinn und Kokolores» sagte Blaszkiewitz.

Der Zoo-Direktor war wegen der längere Zeit umstrittenen Haltung des Eisbären zusammen mit drei älteren Weibchen in die Kritik geraten. Vorwürfe waren aufgekommen, Knut könnte an Stressfolgen gestorben sein. Der Präsident des deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, warf Blaszkiewitz am Freitag Ignoranz und «eine Zucht des eigenen Renommees» vor. Wenn er die Eisbärzucht fortsetzen wolle, gehe es ihm nicht um Artenschutz und Tierwohl. «Die Eisbärhaltung und -zucht muss ein Ende haben, jetzt und sofort.»

Zoo-Direktor Blaszkiewitz sagte zu den persönlichen Vorwürfen gegen ihn, er nehme diese nicht ernst. «Da erfindet irgendeiner etwas, und in der heutigen Zeit ist das leicht zu verbreiten», sagte er. Blaszkiewitz erinnerte selbst an Vorgänge im Frühjahr 2008. Nach Medienberichten hatte er damals öffentlich selbst eingeräumt, im Jahr 1991 im Tierpark Friedrichsfelde eigenhändig  vier Kätzchen getötet zu haben. Sie seien verwildert gewesen und hätten Krankheiten auf Zoo-Tiere übertragen können.

Damals kamen sogar Morddrohungen auf. Der Zoo schaltete die Polizei ein, die Ermittlungen aufnahm - ohne Ergebnis. Im aktuellen Fall liegt noch keine Anzeige vor.

Blaszkiewitz verteidigte, wie Heiner Klös als Bären-Betreuer des Zoos, die Bedingungen der Eisbär-Haltung in Berlin. In einem Interview («Berliner Morgenpost») erinnerte er daran, dass es in Berlin auch schon eine Eisbär-Handaufzucht mit Happy End gegeben habe. So lebe der im Tierpark Friedrichsfelde geborene und wie Knut von Hand aufgezogene Eisbär Björn Heinrich im Alter von 24 Jahren noch heute in einem kroatischen Zoo. Er sei dreimal Vater geworden.

Der frühere Koordinator für Eisbärenzucht in europäischen Zoos, der Niederländer Hans van Weerd, hatte schon zu Lebzeiten von Knut darauf hingewiesen, dass Handaufzuchten nur selten gelungen seien. Seit 25 Jahren seien 60 Handaufzuchten von Eisbären bekannt, nur 30 Tiere hätten überlebt. Und nur in fünf Fällen hätten diese Bären eigenen Nachwuchs gezeugt, der seinerseits überlebt habe.

Quelle: dpa

Zoologischer Garten Berlin: www.zoo-berlin.de
Virtuelles Knut-Gedenkbuch... »
Freunde Hauptstadtzoo: www.eisbaeren-eisbaeren.de, www.freunde-hauptstadtzoos.de/cms

Erinnerung an Knut | YouTube
Video
21.03.2011 | Berlin

Zoo-Chef weist nach Knuts Tod Tierschützer-Vorwürfe zurück

Der Berliner Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz hat nach dem Tod von Eisbär Knut Vorwürfe von Tierschützern zurückgewiesen, das Tier sei möglicherweise an Folgen von Dauerstress gestorben. «Die genaue Todesursache steht noch nicht fest, aber es ist völlig klar, dass Knut nicht in einer Stresssituation gestorben ist», sagte Blaszkiewitz am Montag der Nachrichtenagentur dpa.


Der Zoo müsse jetzt die präzise Diagnose der Sektion des Tierkadavers abwarten, sagte Blaszkiewitz. Die Untersuchung hat am Montag nach Angaben einer Zoo-Sprecherin begonnen.

Der erst vier Jahre alte Eisbär war am Samstagnachmittag ohne seine drei Gefährtinnen Tosca, Nancy und Katjuscha allein in der Anlage im Zoologischen Garten. Knut sonnte sich, zuckte dann plötzlich auf, drehte sich im Kreis, stürzte rücklings ins Wasser und
war sofort tot.

Blaszkiewitz verteidigte die bei Tierschutz-Organisationen umstrittene Maßnahme des Zoos, Knut mit Eisbärinnen zusammenzubringen. «Vorher haben alle geweint, dass Knut lange allein lebte», sagte Blaszkiewitz. Mit der Gruppenhaltung habe der Zoo der Kritik entgegenwirken und Knut Beschäftigung verschaffen wollen.

Später könne er sich vorstellen, dass der präparierte Tierkörper im Berliner Naturkundemuseum ausgestellt werde, sagte Blaszkiewitz. «Am Gehege könnte ich mir auch eine kleine Skulptur zum Gedenken vorstellen, vielleicht wie Knut als Baby war.»

Quelle: dpa

 

Zoologischer Garten Berlin: www.zoo-berlin.de

Facebook: R.I.P Knut - Wir werden dich NIE vergessen... »

Berliner Zoo: Gedenkbuch... »

Knuts Todeskampf | YouTube
Video Fotos
20.03.2011 | Berlin

Knut ist tot - Schock und Trauer in Berlins Zoo


«Tschüss Knut!» haben Alicia und Reiner in krakeliger Kinderschrift geschrieben. «Wir haben Dich sooo geliebt!» steht auf einem Zettel am Eingang zum Zoo Berlin. Plüsch-Knuts liegen am Gitter. Die Nachricht vom plötzlichen Tod des weltberühmten Eisbären schockiert viele Fans.

 

Am nun leeren Bärenfelsen weinten auch am Sonntag Menschen, einige legten Rosen mit schwarzem Trauerflor ab. Dramatische Szenen spielten sich am Samstag kurz nach 15.00 Uhr ab. Die Sonne schien. Zunächst lachten einige noch, weil sie dachten, Knut tanze. Der Eisbär zuckte kurz auf, drehte sich mehrmals im Kreis. Dann brach er zusammen, stürzte ins Wasser und war tot. Er wurde nur vier Jahre alt.

Augenzeugen berichteten betroffen: Kinder schrien auf, entsetzte Eltern führten sie zur Seite. Eine Frau wurde bewusstlos, der Notarzt wurde gerufen. Wegen des schrecklichen Anblicks - Knuts Körper trieb mit dem Kopf nach unten leblos im Wasser - sperrte der Zoo das Gelände. Bären-Betreuer Heiner Klös sagte: «Es war furchtbar, aber ich wusste sofort, dass hier nichts mehr zu machen war.» Der gut 270 Kilo schwere Kadaver von Knut wurde am späten Samstagabend mit Hilfe eines Krans geborgen und in einen Kühlraum gebracht. Anfang der Woche soll eine Sektion Klarheit über die Ursache des plötzlichen Todes bringen.

 

Das kurze Leben des berühmten Eisbären Knut gleicht einem Märchen, war voller Freude und Leid. So groß wie die Zuneigung zu ihm war auch die Trauer. Per Internet verbreitete sich die Todesnachricht sekundenschnell um die Welt. Tausende bekundeten am Wochenende auch im Netz ihre Betroffenheit. Eine Rollstuhlfahrerin, die zu den Berliner Stammfans von Knut zählt, sagte geschockt: «Ein Gutes hat es, jetzt ist Knut bei seinem Thomas Dörflein.» Von seiner Mutter verstoßen, war der kleine Eisbär liebevoll von Tierpfleger Thomas Dörflein aufgezogen worden. Auch dieser starb unerwartet: Mit nur 44 Jahren erlag er im September 2008 einem Herzinfarkt.

810 Gramm wog der winzige Eisbär bei seiner Geburt am 5. Dezember 2006. Dörflein brachte ihn mit der Flasche durch. Dann der 23. März 2007: Die Weltpremiere des schneeweißen, knuddeligen Knuts, der als Symbol für eine durch Klimawandel und schmelzendes Eis bedrohte Art die Herzen der Menschen eroberte. Die Kassen klingelten: «Knut tut gut», auf T-Shirts und Kaffeetassen gedruckt, als Plüschtier, in einer Hauptrolle im Kino-Film «Knut und seine Freunde», in einer ARD-Fernsehreihe, im Buch eines amerikanischen Bestsellerautoren, auf einer Briefmarke - Knut war in den Medien und auf Geschenktischen allgegenwärtig. Elf Millionen Menschen besuchten Knut im Zoo, der an dem «Milliobär» rund sieben Millionen Euro verdiente.

 

Die Knut-Story ging ans Gemüt. «Knut steht gegen das Böse in den Nachrichten» sagte einmal Betreuer Klös. Ein US-Kameramann, der Knuts erste tapsige Schritte zusammen mit 500 Journalisten aus der ganzen Welt beobachtete, war damals gerührt: «Gestern filmte ich noch im Krieg, und heute darf ich hier sein.»

Nach 33 Jahren Pause war Knut der erste wieder in Berlin geborene Eisbär. Sein Zwilling starb vier Tage nach der Geburt, aber Pfleger Dörflein gab nie auf. Knut nuckelte an seinen Händen, trank zerstoßenes Katzenfutter mit Milch. Mit Elvis-Presley-Melodien auf der Gitarre sang Dörflein ihn zu Weihnachten in den Schlaf.

 

Knuts Leben ging ohne seinen Ziehvater weiter. Nun belustigten die Erlebnisse mit seinen ersten Freundinnen die Menschen. Gianna aus München führte sich zwar etwas grob mit einer krachenden Ohrfeige in Knuts Wohnzimmer ein. Einige Wochen später aber turtelten beide hinter den Bäumen auf dem Bärenfelsen. Inzwischen war auch klar, dass Knut vorbehaltlos dem Zoo Berlin gehörte. In einem spektakulären Gerichtsverfahren waren für 430 000 Euro die Besitzrechte vom Tierpark Neumünster abgekauft worden.

Die Fan-Gemeinde träumte schon von kleinen Knut-Babys. Doch es kam anders: Als Gianna nach München in ihren Heimatzoo Hellabrunn zurück musste, fand Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz keine glückliche Lösung. Knut verbrachte die letzten Monate seines kurzen Lebens als gerade Vierjähriger und noch nicht geschlechtsreifer Bär in der Gesellschaft von drei alten Eisbärendamen.

 

Das Trio - seine Mutter Tosca, Nancy und Katjuscha, alle über 20 - isolierten ihn, ließen ihm auf dem riesigen Bärenfelsen nur wenig Platz. «Mobbing» gegen Knut hieß es in Schlagzeilen. Katjuscha griff ihn einmal so heftig an, dass er rückwärts ins Wasser fiel. Im Netz wurden die Bilder massenhaft angeklickt.

 

Die kanadische Eisbären-Expertin Else Poulsen übte scharfe Kritik. Sein Leben mit den drei Weibchen sei «monoton, nicht zeitgemäß und grausam». Die Tierrechtsorganisation Peta, die Berliner Grünen, der Deutsche Tierschutzbund forderten Verbesserungen in der Haltung. Doch es blieb, wie es war - bis zu Knuts überraschendem Tod, bei dem er auf dem Bärenfelsen und im Wasser ganz allein war.

Quelle: dpa

 

Zoologischer Garten Berlin: www.zoo-berlin.de

Facebook: R.I.P Knut - Wir werden dich NIE vergessen... »

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