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BERLIN

 

24.03.2011 | Berlin/Wiesbaden

Ministerin Schröder will gegen Mobbing-Webseiten vorgehen

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will konsequent gegen Mobbing-Webseiten vorgehen. «Eine Gesellschaft, der der Kinder- und Jugendschutz etwas bedeutet, kann und darf eine solche Entwicklung nicht sang- und klanglos hinnehmen», sagte Schröder dem «Wiesbadener Kurier» (Donnerstag). Hintergrund sind Hetzbeiträge auf einer Internetseite, die am vergangenen Wochenende in Berlin zu einer brutalen Schlägerei unter Jugendlichen geführt hatten.

«Ich habe die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien schon vor einiger Zeit gebeten, eine Indizierung der Seite zu prüfen. In dieser Frage muss mir auch keiner mit einer Zensur-Debatte kommen», sagte Schröder weiter. «Hier beleidigen sich Jugendliche aufs Übelste und ziehen unter dem Deckmäntelchen der Anonymität den Ruf des anderen in den Dreck - vor allem den Ruf junger Mädchen.»

 

Im Berliner Stadtteil Wedding hatte eine Gruppe von Jugendlichen am Samstagabend einen 17-Jährigen krankenhausreif geprügelt. Der junge Mann hatte seine Freundin vor massiven Beleidigungen ihrer Mitschülerinnen auf einer Internetplattform schützen wollen. Deshalb verabredete er sich zu einer Art Schlichtungsgespräch mit ihnen. Doch zu den Mädchen gesellten sich immer mehr junge Männer - bis schließlich rund 20 Jugendliche über den 17-Jährigen herfielen.

Quelle: dpa
22.03.2011 | Berlin

Cybermobbing - Jugendliche prügeln Streitschlichter bewusstlos

Bestimmte Internetplattformen sind bekannt und berüchtigt für das Mobbing, das dort stattfindet. In Berlin wollte ein Jugendlicher seine Freundin vor den Lästereien der Mitschülerinnen bewahren - und wurde brutal von anderen Jugendlichen zusammengeschlagen.

Anfangs ging es nur um Internetmobbing, dann eskalierte der Streit zu brutaler Gewalt. In Berlin hat eine Gruppe von Jugendlichen einen 17-Jährigen zusammengeschlagen und ihn krankenhausreif geprügelt. Der junge Mann wollte seine Freundin vor massiven Beleidigungen auf einer berüchtigten Internetplattform durch ihre Mitschülerinnen beschützen und wurde von 20 anderen Jugendlichen überfallen. Sechs der mutmaßlichen Täter hat die Polizei am Montag festgenommen.

Die Tat ereignete sich bereits am Samstagabend in Berlin-Wedding. Sie erinnert an mehrere Gewalttaten von Jugendbanden in den vergangenen Wochen, etwa an den Überfall auf zwei Handwerker im S-Bahnhof Lichtenberg. Die Berliner Schulverwaltung wollte sich zunächst nicht zu der Tat äußern.

Das 17-jährige litt gemeinsam mit seiner 18-Jährigen Freundin unter den Beleidigungen und Diffamierungen im Internet. Mitschülerinnen mobbten die 18-Jährige einer Sekundarschule in Reinickendorf laut Polizei über einen längeren Zeitraum. Ihr Freund wollte die Angriffe beenden und verabredete sich daher zu einer Art Schlichtungsgespräch mit den anderen Schülerinnen am Samstag. Der Versuch scheiterte schnell, weil sich einige junge Männer zu den mutmaßlichen Mobberinnen gesellten und dem 17-Jährigen vorwarfen, ihre Freundinnen zu bedrohen.

Der 17-Jährige machte sich auf den Heimweg. Am U-Bahnhof Osloer Straße traf er erneut auf die Gruppe - sie war mittlerweile auf etwa 20 Jugendliche angewachsen. Die Angreifer zerrten ihn auf einen nahe gelegenen Parkplatz. Sie schlugen und traten auf ihr Opfer ein. Als der «wütende Mob» von ihm abließ, habe der 17-Jährige laut Zeugenaussagen bereits bewusstlos auf dem Boden gelegen und sich nicht mehr geregt.

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte später ein Schädelhirntrauma und mehrere Blutergüsse am Kopf. Wegen der schweren Verletzungen müsse der junge Mann noch längere Zeit im Krankenhaus bleiben, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Die Mobbingangriffe auf die Freundin des Opfers erfolgten laut Polizei über eine Internetplattform, die von vielen Berliner Schülern genutzt wird. Neben zahlreichen Beleidigungen gegen Schüler wurden auf der Internetplattform auch die Amokdrohungen der vergangenen Woche veröffentlicht, nach denen Schulen in Berlin mehrere Tage geschlossen blieben. Die Betreiber der Seite werben damit, dass die IP-Adressen der Nutzer nicht ermittelt werden und so alle anonym bleiben können.

Drei der am Montag festgenommen Tatverdächtigen sollten Dienstag einem Richter vorgeführt werden, die anderen drei wurden vorerst entlassen.

Für Aufsehen und Entsetzen hatte zuletzt besonders eine Tat vom 12. Februar gesorgt. Ein 14-jähriger und drei 17-jährige Jugendliche hatten im S-Bahnhof Lichtenberg zwei Handwerker angegriffen und einen von ihnen lebensgefährlich verletzt. Der zweite Handwerker wurde nur leicht verletzt, weil ihm ein anderer Mann half und ihn rettete. Die Täter, die noch zur Schule gingen, sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Das Opfer lag lange im Koma und leidet immer noch unter den schweren Gehirnverletzungen. Der Mann kann kaum sprechen und sich schlecht bewegen und wird weiterhin im Krankenhaus behandelt.

Quelle: dpa

Das Netz hilft gegen Cybermobbing:


berlin-familie.de/kindermedien/internet/890-cybermobbing.html

www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/
www.juuuport.de/main
www.schueler-gegen-mobbing.de/
www.watchyourweb.de/
Mobbing.Seitenstark.de
Klicksafe.de

 

 

Kinder- und Jugendtelefon:

 

Arbeitskreise neue Erziehung (ANE): 25 90 06 46

Elterntelefon: 0800/111 0 550

Pro Familia Berlin: 39 84 98 98

Verband alleinerziehender Mütter und Väter: 851 51 20

22.03.2011 | Berlin

Hintergrund: Jeder siebte trifft im Internet auf «Cybermobbing»

Klatsch und üble Gerüchte gab es seit jeher. Das Internet bietet bösen Zungen jedoch neue Möglichkeiten: Eine gewisse Anonymität und eine Plattform, um auf einen Schlag viele Menschen zu erreichen. Ein verbreiteter Begriff für das Drangsalieren und Verleumden im Internet ist «Cybermobbing».

Besonders Kinder und Jugendliche, die viel Zeit im Netz verbringt, machen oft schlechte Erfahrungen. Es gibt eigens dafür eingerichtete Websites, auf denen Jugendliche übereinander ablästern.

Solche berüchtigten «virtuellen Dreckschleudern» sind schwer zu stoppen, auch weil ihre Server oft im Ausland stehen und die Betreiber juristisch kaum zu belangen sind.

Das Phänomen greift unterdessen um sich. In einer repräsentativen Umfrage des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest sagten 15 Prozent der befragten jungen Leute zwischen 12 und 19 Jahren, dass im Netz schon falsche oder beleidigende Angaben über sie verbreitet wurden. Das war etwas mehr als im Vorjahr (14 Prozent). 23 Prozent (2009: 24 Prozent) haben erlebt, dass jemand «fertiggemacht» wurde.

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