• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Berlin
  • Tacheles-Versteigerung

BERLIN

 

04.04.2011 | Berlin

Zukunft von Tacheles weiter unsicher - Versteigerung geplatzt

Vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte protestieren Künstler gegen die Zwangsversteigerung des Kunsthauses Tacheles. Doch der Protest läuft ins Leere, die Auktion fällt aus.

Die Zitterpartie um das Berliner Kunsthaus Tacheles geht weiter. Zwar platzte am Montag kurzfristig ein Termin zur Zwangsversteigerung. Die HSH Nordbank betreibt als Zwangsverwalterin aber nach eigenen Angaben weiter die Auktion für das wertvolle Gelände an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Vertreter der Künstlergemeinschaft befürchteten, dass es einen Deal am Gericht vorbei geben könnte. «Die Investoren kommen und gehen, Tacheles bleibt», sagte jedoch Vereinssprecherin Linda Cerna.

Die Bank, die das Tacheles und das umgebende Gelände nach der Zahlungsunfähigkeit des früheren Eigentümers verwaltet, wollte nach jahrelangem Streit das Areal mit insgesamt 16 Grundstücken nur im Paket verkaufen - für 35 Millionen Euro. Die denkmalgeschützte Kaufhausruine mit ihren rund 30 Ateliers und Werkstätten sowie Theater und Kino ist bei Touristen aus aller Welt eine beliebte Attraktion. Nach Vereinsangaben kommen jährlich rund 400 000 Besucher.

 

Die alternative Kunstszene befürchtet seit langem die Zwangsräumung. Rund 50 Tacheles-Künstler hatten sich vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte am Montagvormittag zum Protest versammelt. Doch knapp eine Stunde vor dem angesetzten Termin wurde die Versteigerung offiziell abgesagt. Der Tacheles-Verein hatte wohl schon damit gerechnet - eine entsprechende Presseerklärung wurde flugs verteilt. «Wir fordern aber weiterhin, die Stadt Berlin solle das Gelände am Tacheles erwerben», heißt es dort.

Banksprecherin Gesine Dähn sagte auf dpa-Anfrage, man habe nur eine einstweilige Einstellung des Verfahrens beantragt, weil die Verhandlungen mit den «verschiedenen Bietinteressenten» noch nicht abgeschlossen seien. «Wir rechnen mit einer baldigen Fortsetzung des Verfahrens.»

 

Eine Gerichtssprecherin sagte hingegen, dies könne Monate dauern. Auf die Frage, ob sich die Bank vielleicht schon mit einem Käufer geeinigt hat, wollte sich Rechtspflegerin Anne Füssel nicht äußern. Sie fügte aber hinzu: «Theoretisch ist es möglich, dass es eine Einigung zum Verkauf gegeben hat.»

 

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wurde von der Wende überrascht. Sein Kultur-Sprecher Torsten Wöhlert sagte, es bleibe dabei, dass man mit dem künftigen Investor über einen Erhalt des Tacheles als Kulturstandort sprechen wolle. «Irgendwann wird es ja einen Eigentümerwechsel geben, so oder so», sagte Wöhlert.

Die Sprecherin der Künstlerinitiative vom Tacheles, Linda Cerna, sagte, es deute einiges darauf hin, dass in einem Hinterzimmer der Zuschlag für den Hamburger Investor Harm Müller-Spreer ausgeklüngelt worden sein könnte. Der habe schon mit dem Bau des umstrittenen Spree-Dreiecks am Bahnhof Friedrichstraße für viel Ärger gesorgt. Doch sie gab sich kämpferisch: Das Tacheles-Programm gehe mit voller Energie und weiteren Highlights weiter.

Eine zweite Nutzer-Gruppe im Tacheles - beide Seiten sind massiv zerstritten - kündigte am Nachmittag an, doch nicht wie zunächst geplant, auszuziehen. «Jetzt werden die Karten neu gemischt - wir bleiben», sagte Tim Africa der dpa. Seine Gruppe mit etlichen Gründungsmitgliedern des Tacheles habe zunächst das Angebot eines «anonymen Hintermannes» über eine Anwaltskanzlei angenommen, gegen die Zahlung von einer Million Euro das Kunsthaus zu verlassen. Doch das Geld sei nicht angewiesen worden.

Quelle: dpa

www.tacheles.de

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap