BERLIN

05.04.2011 | Berlin
Starke Sicherheitsvorkehrungen bei neuem Pokerturnier
Die Bilder sorgten vor einem Jahr für Aufsehen. Maskierte Räuber stürmen ein Pokerturnier in Berlin. Wachleute versuchen sie zustoppen. Die Räuber entkommen, werden aber bald gefasst. Nun startet ein neues Turnier - begleitet von strengen Sicherheitsmaßnahmen.
Mehr als ein Jahr nach dem spektakulären Raubüberfall beginnt an diesem Dienstag erneut ein großes Pokerturnier in Berlin. Die Veranstalter haben nach eigenen Angaben aus den Ereignissen des vergangenen Jahres gelernt und die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Spielbank am Potsdamer Platz deutlich verstärkt. Man habe sich eng mit der Polizei abgestimmt, sagte der Sprecher der Turnierveranstalter, Mike Kleiß, der dpa. Rund zwölf Wachleute sowie Polizisten werden das Turnier, bei dem der Hauptgewinn letztes Jahr eine Million Euro betrug, bis zum Schlusstag am 10. April begleiten. Nach dem Überfall am 6. März 2010 waren die schlechten Sicherheitsmaßnahmen kritisiert worden.

Während der ganzen Woche sollen nun drei Wachleute den Eingang der Spielbank kontrollieren. Spieler, Mitarbeiter und Journalisten müssen durch eine Sicherheitsschleuse mit Metalldetektoren wie am Flughafen. Außerdem gibt es innen und außen Überwachungskameras. Die Veranstalter appellierten an die Teilnehmer, das Startgeld von 5000 Euro möglichst mit Kreditkarten und nicht bar zu bezahlen.
Es werden etwa 800 Spieler erwartet. Unter ihnen sind wie im vergangenen Jahr auch der Ex-Tennisprofi Boris Becker sowie deutsche Top-Spieler. Ob auch die Moderatorin und Bestseller-Autorin Charlotte Roche («Feuchtgebiete») wieder am Pokertisch sitzt, stand noch nicht endgültig fest.

Vor einem Jahr stürmten am vorletzten Tag vier maskierte junge Männer das Erdgeschoss des Hotels, in dem das Turnier stattfand. Einer von ihnen schwang eine Machete. Sie stopften Bargeld, das gut sichtbar in Kassen lag, in ihre Taschen. Schnell wurden sie von den wenigen Wachleuten in ein Handgemenge verwickelt. Ein Wachmann nahm einen der Räuber in den Schwitzkasten, musste ihn aber wieder freilassen. Die Räuber entkamen unerkannt, ein junger Mann entriss ihnen aber einen Teil der Beute. Außerdem wurden sie von Kameras gefilmt und hinterließen zahlreiche Spuren.
Durch Zeugenaussagen kam die Polizei den vier Männern aus Berlin schnell auf die Spur. Im Juli 2010 erhielten die Räuber mehrjährige Gefängnisstrafen. Im August 2010 begann der Prozess gegen zwei mutmaßliche Drahtzieher. Wann hier das Urteil gefällt wird, ist unklar. Der Großteil der Beute in Höhe von 242 000 Euro ist bis heute verschwunden.




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