BERLIN

13.04.2011 | Berlin
Riesenwippe wird Einheitsdenkmal
Das künftige Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin nimmt Gestalt an. Das Denkmal in Form einer riesigen Wippe soll nach den Plänen des Stuttgarter Designers Johannes Milla und der Berliner Choreographin Sasha Waltz gebaut werden. Das kündigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Mittwoch vor dem Bundestagskulturausschuss in Berlin an.
Die himmelwärts gebogene, 50 Meter lange begehbare Waagschale «Bewegte Bürger» aus Glas und Metall soll auf dem alten Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Schlossplatz entstehen. Die Oberseite trägt Losungen aus der Zeit des Mauerfalls, die untere, vergoldete Seite, zieren Bilder aus der Wendezeit im Herbst 1989. Auf der riesigen Wippe sollen die Menschen auf und ab gehen können. Das bewegliche Denkmal solle zeigen, wie Menschen in Bewegung die Welt verändern können, sagte Waltz.

Neumann und das Bundesbauministerium hatten als Auslober des Wettbewerbs den Entwurf aus drei Vorschlägen ausgesucht, die in die Finalrunde gekommen waren. Die anderen Entwürfe stammten von Stephan Balkenhol, der eine fünf Meter hohe Bronzegestalt vorgeschlagen hatte, sowie dem Architekten Andreas Meck, der eine Überdachung des alten Denkmalsockels entworfen hatte.
Die Abgeordneten diskutierten über das Projekt. Eine Abstimmung gab es nicht, es soll aber trotzdem gebaut und in den kommenden zwei bis drei Jahren fertiggestellt werden.
Kritik am Denkmal wurde von den Oppositionsfraktionen der Linken und der Grünen laut, die sich bei der Entscheidung ausgeschlossen fühlten. Grünen Parteichefin Claudia Roth sagte, sie sei zwar zu den Jurysitzungen eingeladen, ein Stimmrecht sei ihr aber verweigert worden.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse betonte, das Mahnmal werde an einen glücklichen Moment der deutschen Geschichte erinnern, nach dem bereits das Holocaust-Mahnmal in der Mitte Berlins an das «dunkelste Kapitel» erinnere. Mit der Errichtung des Einheitsdenkmals auf dem Sockel des einstigen Kaiser-Wilhelm-Denkmals werde auch ein «Kontrapunkt» geschaffen, sagte Thierse.
Ein erster Wettbewerb mit der Beteiligung von 533 Entwürfen war abgebrochen worden. Weil es, wie Neumann sagte, keine geeigneten Entwürfe für das Denkmal gab. Bei dem zweiten Wettbewerb hatten sich 386 Künstler und Architekten beteiligt. Davon blieben am Ende drei Entwürfe übrig.
Das Stuttgarter Designbüro um Johannes Milla hatte den deutschen Pavillon für die Weltausstellung 2010 in Shanghai entworfen. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich von Messen und Kongressen aktiv. Die Choreografin Sasha Waltz hat sich vor allem für ihre Tanz-Aufführungen in öffentlichen Räumen einen Namen gemacht.
Quelle: dpa

13.04.2011 | Berlin
Eine begehbare Waagschale auf dem Schlossplatz soll an die deutsche Einheit erinnern.
Heute, am Mittwoch, den 13.04.2011, will der Kulturstaatsminister Bernd Neumann um 16:30 Uhr im Kulturausschluss des Bundestages den Gewinner des Wettbewerbs für das Freiheits- und Einheitsdenkmal bekannt geben. Anschließend will er auch den Ausschluss darum bitten, über den Entwurf abzustimmen. Das Denkmal soll an die friedliche Revolution und die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.
Laut «Tagesspiegel» soll der Gewinner der Siegerentwurf das Modell "Bürger in Bewegung» des Designers Johannes Milla und der Choreografin Sasha Waltz sein. Dabei handelt es sich um eine 50 Meter lange Waagschale aus Glas und Metall, die einer großen Schanze ähnelt. Die Oberseite des ersten Entwurfs war mit Losungen aus der Zeit des Mauerfalls verziert, während auf der vergoldeten Unterseite Bilder vom Zeitpunkt der Wende 1989 versehen waren. Nach der Finalrunde am 03. Oktober 2010 wurde dieser Entwurf nach dem Willen der Jury bearbeitet.
Im Finale standen außerdem die Entwürfe des Bildhauers Stefan Balkenhol - dieser zeigte einen knieenden Mann der Richtung Osten blickte - und das transparente Dach, welches mit Wende-Setzen beschriftet ist, von Andreas Meck. Da Balkenhols Entwurf vorzeitig ausschied, bestreiten letztlich die Entwürfe zwischen Milla & Waltz und Meck die Finalrunde.




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