BERLIN

26.04.2011 | Berlin
Vater tötete zwölfjährigen Sohn nicht im Streit
Im Fall des ermordeten zwölfjährigen Junge aus Berlin-Reinickendorf geht die Staatsanwaltschaft nicht von einer Tat im Affekt aus. Dem Tötungsdelikt sei kein «tatauslösendes Streitgespräch» vorausgegangen, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag. Der Junge habe am Computer gesessen und sei von hinten erschlagen worden. Ermittlerkreisen zufolge benutzte der Täter einen Hammer. Zunächst war in Medienberichten von einem Streit zwischen Vater und Sohn um eine kaputte Computermaus die Rede gewesen.
Der 34-jährige Vater war nach einer bundesweiten Fahndung am Samstag in Düsseldorf festgenommen worden und hatte die Tat gestanden. Die Leiche des Kindes war in der Nacht zum Mittwoch im Keller eines Mehrfamilienhauses im Bezirk Reinickendorf gefunden worden, in dem auch der Vater lebt.

Zum Motiv des Mannes sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass der 34-Jährige mit seiner Lebenssituation unzufrieden gewesen sei und unter Depressionen leide. Er habe auch weitere Gründe für die Tat genannt, die jedoch «nicht glaubhaft» seien und deshalb derzeit geprüft würden.
Der 34-Jährige, der Medienberichten zufolge vor Jahren ein Biochemie-Studium abgebrochen hatte und jetzt Hartz IV bezieht, sitzt derzeit in Düsseldorf wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll der Staatsanwaltschaft zufolge im Laufe der Woche nach Berlin überstellt werden.

Der nach der Tat untergetauchte Berliner war der Düsseldorfer Polizei durch Zufall ins Netz gegangen. Eine Polizeistreife stellte den zweifachen Familienvater im abgelegenen Teil des Hafens, nachdem er über einen Zaun geklettert war. Bei einer Kontrolle hat er nach Angaben der Staatsanwaltschaft sofort ausgesagt, dass er der in Berlin Gesuchte sei.
Laut Medienberichten hatten der Junge und seine jüngere Schwester den Vater besucht. Nur das Mädchen kehrte zur Mutter zurück. Daraufhin meldete diese ihren Sohn am Dienstag vergangener Woche als vermisst. Die Eltern lebten offenbar seit längerem getrennt.
Quelle: dapd

24.04.2011 | Berlin
Erschlagener Julien: Vater gesteht Tötung seines Sohnes
Der gewaltsame Tod des 12-jährigen Julien aus Berlin ist aufgeklärt. Am Samstagabend wurde der Vater des erschlagenen Jungen in einem abgelegenen Teil des Düsseldorfer Hafens festgenommen.
Der 34-Jährige räumte bei einer ersten Vernehmung ein, seinen Sohn getötet zu haben, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Der Mann soll noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden.
Zur Festnahme kam es, als eine Polizeistreife den Mann in dem Düsseldorfer Hafengebiet überprüfte. Der 34-Jährige war dabei beobachtet worden, wie er in einem abgelegenen Teil des Hafens in der Hamburger Straße unerlaubt über einen Zaun auf ein Grundstück geklettert sei. Daraufhin hatten misstrauische Zeugen die Polizei gerufen, sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag.

Wieso sich der 34-Jährige in Düsseldorf aufhielt und wie er in die mehr als 500 Kilometer entfernte nordrhein-westfälische Landeshauptstadt kam, blieb zunächst unklar. Auch die Frage, ob er Bekannte oder Freunde in Düsseldorf habe, konnte ein Sprecher nicht beantworten.
Nach dem Vater von Julien war seit Donnerstag mit Fotos bundesweit gefahndet worden. Die Leiche des 12-jährigen Jungen war in der Nacht zum Mittwoch in einem Kellerverschlag eines Berliner Mietshauses gefunden worden.
Polizisten hatten nach dem Kind gesucht, das bereits am Dienstag von seiner Mutter als vermisst gemeldet worden war. Laut Obduktion starb der Junge durch stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper. Ein Sexualdelikt wurde ausgeschlossen.

Laut Medienberichten vom Samstag hatten sich die beiden in der Wohnung des Vaters in einem mehrgeschossigen Haus in Reinickendorf gestritten. Nach Angaben der «B.Z.» (Samstag) war eine defekte Computer-Maus der Auslöser für die grausame Bluttat. Dazu äußerten sich die Ermittler bislang nicht.
Die Eltern des Kindes sollen getrennt leben und der Zwölfjährige soll zu Besuch bei seinem Vater gewesen sein. Zunächst war am Mittwoch ein Mann festgenommen, jedoch wenige Stunden später wieder freigelassen worden. Der Tatverdacht gegen ihn hatte sich nicht bestätigt.
Quelle: dpa




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