BERLIN

29.04.2011 | Berlin
U-Bahn-Schläger noch nicht gefasst
Die drei Schläger vom U-Bahnhof Amrumer Straße in Berlin-Wedding sind noch nicht gefasst. Wie die Polizei am Freitag berichtete, haben die Ermittler aber inzwischen die Aufzeichnungen von Überwachungskameras ausgewertet. Ein 21-jähriger Mann war am Donnerstagmorgen auf dem Bahnsteig brutal angriffen und verletzt worden. Ein Räubertrio hatte ihm die Halskette, ein Armband und ein Handy entwenden wollen. Sie flüchteten in einem U-Bahnzug.
Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gewaltexzess auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße bundesweit Entsetzen und eine Debatte über den Umgang mit jungen Gewalttätern ausgelöst. Ein 29-Jähriger war durch heftige Tritte gegen den Kopf am Osterwochenende so schwer verletzt worden, dass er das Bewusstsein verlor. Der 18-jährige Täter stellte sich später den Behörden. Auch auf einem U-Bahnhof in
Berlin-Lichtenberg war im Februar ein 30-jährigen Mann von Jugendlichen schwer misshandelt worden.
Fünf weiteren mutmaßlichen Schlägern wird seit Freitag vor dem Berliner Landgericht der Prozess gemacht. Die Beschuldigten im Alter von 18 bis 26 Jahren sollen im September 2010 in Tempelhof in einem U-Bahnzug der Linie 6 auf mehrere Fahrgäste eingeschlagen haben. Zwei Opfer erlitten Gehirnerschütterungen Prellungen, einen Nasenbeinbruch und Blutergüsse, beide wurden zudem mit einem Messer attackiert. Aus Sicht der Strafverfolger wollten die Täter ihre Opfer ausrauben.
Quelle: dpa

28.04.2011 | Berlin
Wieder Überfall in Berliner U-Bahnhof
Erneut ist es zu einem brutalen Überfall in einem Berliner U-Bahnhof gekommen. Am Donnerstagmorgen attackierten drei Angreifer im Bahnhof Amrumer Straße im Stadtteil Wedding einen 21-Jährigen, teilte die Polizei mit. Der junge Mann erlitt Prellungen an Kopf und Händen sowie Schnitte und eine blutenden Verletzung an den Händen. Das Trio flüchtete in einem U-Bahnzug. Nähere Erkenntnisse erwarten die Ermittler von einer Auswertung der Überwachungskameras.
Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gewaltexzess auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße bundesweit Entsetzen und eine Debatte über den Umgang mit jungen Gewalttätern ausgelöst. Ein 29-Jähriger war durch heftige Tritte gegen den Kopf so schwer verletzt worden, dass er das Bewusstsein verlor.
Mit einem neuen Vorschlag zur Eindämmung von Gewalt meldete sich am Donnerstag Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er forderte ein bundesweites Alkoholverbot im öffentlichen Personennahverkehr. Dies würde zu mehr Sicherheit beitragen, sagte er «Spiegel Online».

Bei dem neuen Fall wartete ein 21-Jähriger gegen 04.45 Uhr auf einen U-Bahnzug der Linie 9, als er laut Polizei von Unbekannten attackiert wurde. Die Schläger versuchten auf dem Bahnsteig, dem Opfer die Halskette und ein Armband abzureißen. Auch sein Handy wollten sie rauben. Der Mann setzte sich auch verbal zur Wehr. Daraufhin schlug das Trio auf den jungen Mann ein und verletzte ihn mit einem Messer.
Als er auf dem Boden lag, traten die Angreifer laut Polizei gegen seinen Oberkörper und in Richtung seines Kopfes. Nach Berichten von Zeugen soll der Mann auch am Kopf getroffen worden sein. Der 21-Jährige kam in ein Krankenhaus. Ob die Angreifer betrunken waren, war noch unklar.
«Mittlerweile wurde in München und Nürnberg für die U- und Straßenbahnen ein Alkoholverbot erlassen. Dies sollte bundesweit Schule machen», sagte der bayerische Innenminister. Man habe zudem gemeinsam mit der Landeshauptstadt München und der Deutschen Bahn die Präsenz der Sicherheitskräfte im öffentlichen Personennahverkehr verstärkt - «auch dies sollte Vorbild in Deutschland sein», betonte Herrmann.

Diskutiert wird auch ein Warnschussarrest für junge Gewalttäter. Das Bundesjustizministerium arbeitet an einem entsprechenden Gesetzentwurf. Der Warnschussarrest soll zur Abschreckung neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe angeordnet werden können.
In den letzten Wochen gab es immer wieder Überfälle in U-Bahnhöfen der Hauptstadt. Bei dem Exzess im U-Bahnhof Friedrichstraße in der Nacht zum Ostersamstag war der betrunkene Schläger 18 Jahre alt. Der Schüler räumte ein, sein Opfer zufällig ausgesucht zu haben. Er sei aggressiv gewesen und habe Streit gesucht.
Die Berliner Staatsanwaltschaft will den 18-Jährigen schnell vor Gericht bringen. Die Anklage wegen versuchten Totschlags soll in zwei bis drei Wochen fertig sein. Gegen den 18-Jährigen war Haftbefehl erlassen worden, er wurde aber von der Untersuchungshaft verschont. Dies hatte für Empörung gesorgt.

Auch ein zweiter 18-Jähriger soll wegen des Überfalls angeklagt werden - wegen gefährlicher Körperverletzung. Ihm wird der Angriff gegen einen Mann vorgeworfen, der sich einmischte und dem am Boden liegenden Opfer helfen wollte. Über seinen Anwalt appellierte der Mann aus dem bayerischen Kreis Donau-Ries, Gewaltüberfälle nicht tatenlos hinzunehmen: «Es ist so leicht, jemanden das Leben zu retten, wenn man hilft und nicht zusieht. Jeder kann helfen, vor allem gemeinsam.»
Indes wandte sich das Opfer der Gewaltattacke vom Bahnhof Friedrichstraße mit einem Brief an Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD). Es sei für ihn wie ein weiterer Tritt ins Gesicht, dass der Täter wieder freigelassen worden sei, schrieb der 29-Jährige. Die «Bild»-Zeitung druckte am Donnerstag einen Auszug aus dem Schreiben. Justizsprecher Michael Kanert sagte, die Senatorin werde den Brief persönlich beantworten.
Erst im Februar war es zu einem ähnlichen Gewaltexzess gekommen, der bundesweit Entsetzen hervorrief. Im U-Bahnhof Lichtenberg hatten vier alkoholisierte Jugendliche einen 30-Jährigen überfallen und mit Schlägen und Tritten schwer verletzt. Der Handwerker lag wochenlang im künstlichen Koma. Die Schläger sitzen in Untersuchungshaft.
Ein anderer Gewaltvorfall wird von diesem Freitag an vor dem Berliner Landgericht verhandelt. Angeklagt sind fünf mutmaßliche Schläger, die in der Nacht zum 18. September 2010 in einem U-Bahnzug in Tempelhof auf mehrere Fahrgäste eingeprügelt haben sollen.




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