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BERLIN

 

06.05.2011 | Berlin

Verdi: Streik an der Charité wird ausgesetzt

Nach fünf Streiktagen ist der Arbeitskampf an der Berliner Charité erst einmal ausgesetzt. Nach einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber würden nun neue Verhandlungen aufgenommen, teilten die Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion mit.  Die Krankenschwestern, Pfleger und Techniker würden noch am Freitag an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, sagte ein Verdi-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Über das neue Angebot war auf Gewerkschaftsseite bis in die Nachtstunden beraten worden.

An Deutschlands größtem Universitätsklinikum streikten seit Montag jeden Tag rund 2000 der 10 000 Beschäftigten im nicht-ärztlichen Bereich. Für schwerkranke Patienten gab es eine Notversorgung.

Verdi und dbb Tarifunion verlangen für das Pflegepersonal und andere nicht-ärztliche Beschäftigte der Charité jeweils rund 300 Euro mehr Lohn im Monat. Damit wollen sie den Anschluss an das bundesweite Tarifniveau erreichen. Nach Darstellung der Gewerkschaften zahlt die Charité ihrem Pflege- und Technikpersonal rund 14 Prozent weniger als die anderen Berliner Kliniken.

Laut dbb Tarifunion hatten die Arbeitgeber frühmorgens ihr Angebot verbessert. Es sehe nun eine Entgelterhöhung in zwei Schritten bis Juli 2012 um 200 Euro im Monat sowie die generelle Anpassung der Einkommen an das Niveau des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (Kommunale Arbeitgeber) bis zum 31. Dezember 2014 vor.

«Die Kolleginnen und Kollegen haben mit ihrer Kampfbereitschaft den Ausschlag gegeben», sagte dbb Verhandlungsführer Arne Goodson. «Sie haben an den drei Charité-Standorten so viel Druck aufgebaut, dass wir jetzt wirklich ein gutes Stück weitergekommen sind.»

Quelle: dpa

Charité: www.charite.de
Verdi Berlin Brandenburg: bb.verdi.de

03.05.2011 | Berlin

Charité will im Tarifkonflikt neues Angebot vorlegen

Die Charité lenkt ein: Sie will den Streikenden ein neues Angebot vorlegen und die Tarifverhandlungen fortführen. Der unbefristete Streik soll dennoch weitergehen. Derzeit kostet der Ausstand täglich etwa eine halbe Million Euro.

Im Tarifkonflikt bei der Charité will die Klinikleitung ein neues Angebot für das nichtärztliche Personal vorlegen. Ein erstes Gespräch soll es bereits an diesem Mittwoch geben, sagte der Ärztliche Direktor, Professor Ulrich Frei, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. «Ich hoffe, dass wir in dieser Woche noch zu einer Lösung kommen.» Die Charité reagierte damit den  am Montag begonnen Streik von rund 2000 Mitarbeitern sowie eine Ankündigung der Gewerkschaften, den Ausstand am Freitag zu verschärfen.

Auch der Charité-Aufsichtsratsvorsitzende und Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) sprach sich für ein baldiges Ende des Streiks aus. Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, den Arbeitskampf zunächst fortzusetzen.

Die Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion fordern trotz der angespannten finanziellen Lage der Charité jeweils 300 Euro mehr Lohn für rund nichtärztliche 10 000 Mitarbeiter. Damit soll der Einkommensrückstand zu anderen Berliner Krankenhäusern von 14 Prozent ausgeglichen werden. Vor dem Streik hatte die Charité eine schrittweise Angleichung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bis 2017 angeboten - aus Sicht der Gewerkschaften nicht akzeptabel. Details zum neuen Angebot nannte Frei noch nicht.

Rund 2000 streikende Krankenschwestern, Pfleger und Techniker gingen am Dienstag auf die Straße, um ihre Streikforderungen zu bekräftigen. In Berlin-Mitte und Wedding gab es Demonstrationen und eine anschließende gemeinsame Kundgebung.

Zöllner sagte, er hoffe, dass es möglichst bald zu einer verträglichen Lösung kommen wird. Dabei müssten sowohl die nachvollziehbaren Wünsche der Beschäftigten als auch die ohnehin schon schwierige wirtschaftliche Situation der Charité berücksichtigt werden. In den vergangenen beiden Jahren erwirtschaftete die Charité 17 bis 19 Millionen Euro Minus.

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Sylvi Krisch kündigte an, trotz des Gesprächsangebots weiter zu streiken. Erst müsse geprüft werden, wie ernst es dem Arbeitgeber sei, im Rahmen der Tarifverhandlungen wieder an einen Tisch zu gelangen, um die geforderten Verbesserungen für die Mitarbeiter zu verhandeln.

Deutschlands größtes Universitätsklinikum läuft nur noch im Notbetrieb. Am den ersten beiden Streiktagen fielen laut Frei jeweils 200 geplante Operationen zunächst aus. Nur je 30 Notoperationen wurden vorgenommen. Am Montag blieben zudem 300 und am Dienstag 360 Betten leer. Besonders vom Streik betroffen sei die Intensivmedizin. Das dortige Personal sei wegen seiner Qualifikation sehr gefragt und daher über die Gehälter besonders verstimmt, erklärte Frei. Den täglichen wirtschaftlichen Schaden schätzt er auf rund 500 000 Euro.

Quelle: dpa

Charité: www.charite.de
Verdi Berlin Brandenburg: bb.verdi.de

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