BERLIN


02.05.2011 | Berlin
Berliner 1. Mai friedlich wie seit Jahren nicht
Der 1. Mai ist in Berlin nach Einschätzung der Polizei so friedlich verlaufen wie seit Jahren nicht mehr. Nur bei der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration am Abend sowie in der Nacht wurden Demonstranten kurzzeitig gewalttätig. Vereinzelte Randale gab es auch in Bremen und Hamburg.
In Berlin waren mehr als 6000 Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte aus anderen Bundesländern. Dort hatte es seit 1987 immer wieder Ausschreitungen bei den Mai-Demonstrationen gegeben. Am späten Abend wurden Polizisten in Kreuzberg aus einer Gruppe von etwa 1500 Menschen immer wieder angegriffen. Bei der vorherigen sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration wurden Scheiben von zwei Banken eingeworfen. Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper flogen gegen Polizisten und Polizeifahrzeuge. Brennende Barrikaden wie in der Vergangenheit gab es nicht. Die Polizei sprach von 9000 Teilnehmern, die Veranstalter gaben 13 000 Demonstranten an.
In Hamburg liefen am Sonntagabend rund 2000 Anhänger der linken Szene durch die Stadt. Einzelne lieferten sich Scharmützel mit der Polizei. Zwei Beamte wurden durch Böller beziehungsweise Flaschenwürfe leicht verletzt. 42 Demonstranten wurden festgenommen, 28 blieben in Gewahrsam. Mehr als 2000 Polizisten waren im Einsatz. In Bremen rechnete die Polizei Brandanschläge auf zwei Autos und Steinwürfe und Farbbeutelwürfe auf die Fensterscheiben von zwei Bankfilialen Autonomen zu, die im Umfeld des 1. Mai aktiv wurden.
Quelle: dpa

01.05.2011 | Berlin
Wieder Gewalt bei Demo
Die Hoffnung auf einen komplett gewaltfreien 1. Mai in Berlin hat sich nicht erfüllt. Am Sonntagabend kam es bei der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration mit mehr als 9000 Teilnehmern zu Gewaltausbrüchen. Die Scheiben von zwei Banken wurden eingeworfen. Es flogen auch Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper in Richtung von Polizisten. Mehrere Geschäfte wurden attackiert. Brennende Barrikaden wie in der Vergangenheit gab es nicht. Mehrere Polizisten wurden in einem Buswartehäuschen eingekesselt. Mehrere Randalierer wurden festgenommen, eine genaue Zahl konnte die Polizei noch nicht nennen.
Rund 6000 Polizisten waren im Einsatz. Am Hermannplatz in Neukölln wurde die Demo kurz nach Einbruch der Dunkelheit beendet, die ursprünglich noch weiterziehen sollte. Die Polizei forderte per Lautsprecher-Durchsage die Teilnehmer auf, den Platz zu räumen. Ein Großteil der Menge zog ab. Viele bewegten sich zurück nach Kreuzberg in Richtung Kottbusser Tor. Immer wieder kam es zu kleineren Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten.


Die Einsatzkräfte hatten sich anfangs zurückgehalten, zeigten dann aber massive Präsenz. Auch Wasserwerfer waren aufgefahren. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben auch Tränengas gegen Randalierer ein. Augenzeugen berichteten, dass Beamte auch Pfefferspray sprühten. Am Herrmannplatz schützte ein massives Polizeiaufgebot das Karstadt-Kaufhaus. Auch auf den Dächern standen Polizisten in schwerer Montur. Offensichtlich griff die Polizei noch schneller und entschlossener durch als im Vorjahr. Im September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

In dem Zug waren auch zwei Blöcke mit schwarz gekleideten Demonstranten zu sehen. Sprechchöre richteten sich gegen die Polizei sowie gegen Banken und Konzerne. Zu Beginn der Demonstration hatten mehrere vermummte Männer auf einem Hausdach Feuerwerk gezündet und ein rotes Transparent entrollt.
Am Nachmittag hatten linksextreme Gruppen bei einer «Versammlung der Wütenden» am Mariannenplatz gegen steigende Mieten und «Gerechtigkeit für Alle statt Ausbeutung und Profit» protestiert. Ein Teil von ihnen nahm auch an der abendlichen Demo teil.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte den Anführern von Krawallen zuvor vorgeworfen, die Stimmung anzuheizen und zu vergiften. «Die, die wir erwischen und festnehmen, sind zu 90 Prozent Leute ohne politische Vorerkenntnisse; ... Die werden von den Linksextremisten aber auf eine perfide Art instrumentalisiert. Das werfe ich den Rädelsführern vor: Sie stürzen andere ins Unglück», hatte Körting den «Stuttgarter Nachrichten» gesagt. Im Vorjahr waren bei den Mai-Krawallen knapp 100 Polizisten verletzt worden.
Mit dem Verlauf der Walpurgisfeiern im Mauerpark und in Friedrichshain zeigte sich die Polizei zufrieden und sprach von einem weitgehend friedlichen Verlauf. 58 Randalierer wurden festgenommen. Es wurden Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Es gab rund 20 Festnahmen mehr als im Vorjahr.

Die heftigsten Zwischenfälle gab es nach einem Punk-Konzert am Wismarplatz in Friedrichshain, wo die Polizisten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen wurden. Insgesamt wurden bei den Einsätzen 25 Polizisten verletzt. Die meisten erlitten nur leichte Blessuren.
Seit 1987 war am Abend des 1. Mai in Kreuzberg immer wieder Gewalt ausgebrochen. Im Vorjahr wurden in der Walpurgisnacht und am 1. Mai etwa 490 Randalierer festgenommen. Dem rot-roten Senat war es seit 2002 mit seinem Konzept der Deeskalation zunehmend gelungen, die Gewalt besser in den Griff zu bekommen.




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