BERLIN

19.04.2011 | Berlin/Frankfurt/München
Berlin summt: Bienen auf prominenten Dächern
Berlin bietet Bienen gutes Futter, die Großstadtimkerei liegt im Trend. Bei der Aktion «Berlin summt» können die Imker ihre Kästen jetzt auch auf ganz prominenten Häusern platzieren. Die Initiatorin hat noch weitere Städte wie München und Frankurt am Main im Visier.
Der Berliner Imker Frank Hinrichs und seine Bienen können jetzt Höhenluft schnuppern: Seit Dienstag (19.04.2011) leben zwei seiner Völker auf dem Dach des Berliner Doms. Neben Hinrichs beteiligen sich auch andere Imker an der Aktion «Berlin summt». Im Mai stellt der Journalist und Imker Marc-Wilhelm Kohfink Kästen auf das Haus der Kulturen der Welt. Auch vom Berliner Abgeordnetenhaus und anderen bekannten Gebäuden deutschlandweit sollen künftig Bienen ausschwärmen.

Die Initiatorin der Aktion «Berlin summt», Corinna Hölzer, führt Gespräche mit Imkern bundesweit. So könnte im kommenden Jahr auch auf Münchner, Potsdamer und Frankfurter Dächern süßer Honig entstehen. In Frankfurt am Main hat die Biologin von der Stiftung Mensch & Umwelt beispielsweise Bankenhochhäuser im Visier. Die Idee kam Hölzer, als sie einen Bericht über einen Bühnenbauer der Opèra Garnier in Paris, las, der schon 1982 ein Bienenvolk auf dem Dach der prächtigen Oper platzierte.
«Mit der Aktion wollen wir eine größere Wertschätzung der Bienen erreichen», erklärt Hölzer. Die Biene sei schließlich eines der wichtigsten Nutztiere. Außerdem solle das Projekt helfen, die Artenvielfalt zu erhalten. Geplant sind nicht nur neue Standorte für die bekannten und dank Biene Maja beliebten Honigbienen. Hölzer will mit ihren Projektpartnern auch neue Lebensräume für die Wildbiene und andere Insekten schaffen. Allein von der Wildbiene gebe es in Berlin rund 300 Arten.

Unter anderem auf dem Gelände der Berliner Mensa Nord, auf deren Dach bereits Honigbienen summen, soll laut Hölzer auch ein Wildbienen- und Insektenhotel gebaut werden. Darüber hinaus arbeitet sie mit Hobby-Gärtnern zusammen, um für den Anbau von Wildblumen zu werben. Denn viele der heute hübsch blühenden Pflanzen würden keinen Nektar mehr produzieren, erklärt die Biologin.
Neben dem natürlichen Nutzen hat die Höhen-Imkerei auch für die Imker etwas Positives: «Es ist einfach wunderbar, einmal pro Woche auf das Dach des Doms zu klettern», freut sich der 43-Jährige Hinrichs, der in der Nachbarschaft ein Hostel betreibt. Und aus Sicht des Doms ist das Projekt laut Sprecherin Antje Zimmermann ein guter Beitrag zum Erhalt der Schöpfung.
Quelle: dpa
Berlin summt: www.berlin-summt.de
Deutscher Imkerbund: www.deutscherimkerbund.de
Stiftung Mensch und Umwelt: www.stiftung-mensch-umwelt.de




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