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BERLIN

 

19.05.2011 | Berlin

Kassen wollen City-BKK-Versicherte aufnehmen

Nach massiven Drohungen der Politik wollen die Krankenkassen künftig alle Versicherten der bankrotten City BKK anstandslos aufnehmen. Kein Versicherter werde an andere gesetzliche Kassen weitergeschickt, teilten die Kassenverbände nach einem Krisentreffen einer «Task force» am Donnerstag in Berlin mit. Dort waren Vertreter der 18 hauptsächlich betroffenen Krankenkassen zusammengetroffen.

Helfen sollten zusätzliche Beratungsstandorte, mehr Berater und längere Öffnungszeiten. Der Vorstand der Securvita Krankenkasse, Ellis Huber, sagte der Nachrichtenagentur dpa, eingerichtet werden solle ein E-Mail-Verteiler aller «Task force»-Mitglieder. «Hier werden ab sofort alle Problemfälle gemeldet», sagte er. «Ab sofort werden diese Fälle öffentlich gemacht.» Zuvor hatte die Union gedroht, Kassenvorstände persönlich in Haftung zu nehmen. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) setzte den Kassen eine Frist für Auswege aus dem Desaster bis zum Wochenende.

«Ab dem ersten Tag der Mitgliedschaft in der neuen gesetzlichen Krankenkasse hat der Versicherte Anspruch auf den gesamten Leistungskatalog», betonten die Verbände. Insgesamt seien bisher 40 000 der 167 000 City-BKK-Versicherte von anderen Kassen aufgenommen worden. Über 400 Beschwerden von gedemütigten Versicherten wurden gesammelt, wie Huber sagte.

Die Abweisung der Versicherten nannte Huber einen «Super-GAU» für die Krankenversicherung. «Es hat zu einem Erwachen geführt bei allen Beteiligten.»

Quelle: dpa

TIPPS ZUM WECHSEL DER KRANKENKASSE... »

17.05.2011 | Berlin

Kassen-«Task force» für verzweifelte City-BKK-Kunden

Versicherte der bankrotten City BKK finden reihenweise keine neue Krankenkassen - ab Donnerstag wollen die Kassen mit einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe helfen. Die Ungeduld der Politik steigt.

Mit einer eigenen «Task force» wollen die Krankenkassen in Berlin und Hamburg Versicherten der bankrotten City BKK nach langem Hin und Her den Weg zu einer neuen Kasse ebnen. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) schloss Konsequenzen nicht aus, falls Krankenkassen eine Aufnahme weiter verweigern.

In der Arbeitsgruppe wollen Kassen wie AOK oder Barmer GEK, die einen besonders großen Ansturm von City-BKK-Kunden erleben, die Beschwerden der Versicherten angucken und ihnen am Ende den Zugang zur Wunschkasse gewähren, wie Teilnehmer eines Kassentreffens am Dienstag in Berlin sagten. Die Verbandsvorstände der Orts-, Betriebs-, Ersatz- oder Innungskassen waren mit dem Kassen-Spitzenverband zusammengekommen.

Die «Task force» nehme ihre Arbeit an diesem Donnerstag auf, hieß es weiter. Wie oft sich die Runde trifft, sei noch unklar, sagte die Sprecherin des BKK-Bundesverbands, Christine Richter.

Spitzenverbands-Chefin Doris Pfeiffer warb für Verständnis für die «organisatorischen Schwierigkeiten». Rund 170 000 Versicherte hätten binnen kürzester Zeit eine neue Kasse gesucht. «Aus diesen Problemen wird die gesetzliche Krankenversicherung lernen.» Nicht verstehen könne sie, wenn Kassen versuchten, Versicherte abzuwimmeln.

Die City BKK wird zum 1. Juli geschlossen. Die Barmer GEK hatte wegen des Andrangs von Versicherten dieser Kasse vorübergehend Beratungsstellen geschlossen. Die AOK hatte Probleme wegen des Ansturms von City-BKK-Kunden eingeräumt. Die betroffene BKK hat besonders viele vor allem ältere Versicherte mit hohen Therapiekosten in Hamburg und Berlin - dort konzentrierten sich die Schwierigkeiten.

Die Kassen sollten Interessierte aufnehmen, sagte Pfeiffer. Darüber gebe es Einigkeit zwischen den Kassenverbänden. Nach Teilnehmerangaben diskutierten die Funktionäre auch über neue Regeln, um ähnliche Probleme künftig zu vermeiden. Das Kassenwahlrecht müsse aber bleiben.

Bahr forderte die Kassen auf, die Versicherten der maroden Kasse aufzunehmen. «Die Gesetzeslage ist eindeutig: Kein Versicherter der City BKK darf von einer anderen gesetzlichen Kasse abgelehnt werden», sagte er der «Bild»-Zeitung. «Die Versicherten haben absolute Entscheidungsfreiheit.»

Der FDP-Abgeordnete Lars Lindemann drohte Kassen, die eine Aufnahme verweigern. «Man muss Krankenkassen an sich infrage stellen, wenn sie die ihnen zugewiesenen öffentlich-rechtlichen Aufgaben nicht erfüllen», sagte er der dpa.

Quelle: dpa

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