BERLIN


30.05.2011 | Berlin
Berliner Mieten um jährlich 4 Prozent gestiegen
Die Mieten sind in Berlin in den vergangenen beiden Jahren deutlich schneller gestiegen als zuvor. Nach dem am Montag vorgestellten neuen Mietspiegel gab es eine durchschnittliche Steigerung um 4 Prozent im Jahr. Das sind 20 Cent mehr pro Quadratmeter und Jahr. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis ohne Heizung und Betriebskosten liegt danach bei 5,21 Euro.
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) führte das überproportionale Wachsen der Mieten auf einen «Nachholeffekt» zurück. Von 2007 bis 2009 seien die Wohnkosten wegen der Wirtschaftskrise weniger angestiegen, das habe sich jetzt ausgeglichen. Auf zehn Jahre gerechnet, habe die Zunahme gleichmäßig bei etwas mehr als zwei Prozent jährlich gelegen.

Die Pressekonferenz der Senatorin wurde am Montagvormittag gleich von zwei Gruppen von jungen Protestierern gestört und unterbrochen. Etwa zehn junge Demonstranten mit roten Kapuzenpullovern und weißen Theatermasken entrollten gleich zu Beginn in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Wilmersdorf ein Transparent: «Steigende Mieten - die Stadt gehört uns». Auf ihren Pullovern nannten sie sich «Die Überflüssigen». Sie warfen mit Konfetti und riefen über ein Megafon zu Protesten auf. Nach einigen Minuten verschwanden sie von selber.
Während der Pressekonferenz standen dann im Publikum 10 bis 15 junge Männer und Frauen - teilweise Studenten - auf, riefen dazwischen und wollten mitdiskutieren. Die inzwischen erschienene Polizei ließ sie auf Bitte von Junge-Reyer weitgehend gewähren.
Quelle: dpa

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Wohnlagenkarte Berlin zum Mietspiegel 2011
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Wohnlagenkarte Berlin zum Mietspiegel 2011
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30.05.2011 | Berlin
Hintergrund: Berliner Mietspiegel 2011
Alle zwei Jahre wird der Berliner Mietspiegel erstellt. Er soll die Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt dokumentieren. Erfasst werden für 1,2 Millionen Wohnungen Verschiebungen durch Neuvermietungen oder andere Verträge. Nicht enthalten sind Wohnungen aus dem Sozialen Wohnungsbau.

- Die Mittelwerte der Mieten stiegen während der beiden Jahre von 4,83 Euro pro Quadratmeter im Monat auf 5,21 Euro. Das sind pro Jahr und Quadratmeter 20 Cent mehr.
- Der Anstieg betrug knapp 7,9 Prozent für den Zeitraum, etwa 4 Prozent im Jahr. Auf zehn Jahre betrachtet ergab sich eine Steigerung um 2,5 Prozent pro Jahr, etwa 11 Cent pro Quadratmeter.
- Teure Wohnlagen sind Stadtteile im Westen Berlins wie Charlottenburg, Wilmersdorf, Steglitz und Zehlendorf sowie die Gegend um den Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Mittlere Wohnlagen sind etwa Teile von Pankow, Lichtenberg oder Lichterfelde. Einfache Wohngebiete sind Wedding, Neukölln oder Teile von Spandau.

- Am günstigsten wohnt man in schlechter ausgestatteten Altbauwohnungen in den einfachen Wohnlagen (teilweise 3 bis 4 Euro pro Quadratmeter). Ebenfalls billig sind Plattenbauten mit einfacher Ausstattung (ab 4,33 Euro/Quadratmeter).
- Teuer sind Altbauten sowie sehr moderne Neubauten in gutem Zustand in den teuren Wohnlagen (ab 6 Euro/Quadratmeter).
- Geringe Steigerungen wurden etwa bei Plattenbauwohnungen im Ostteil verzeichnet (+ 2,3 Prozent).
- Die größten Mietsteigerungen gab es bei Altbauwohnungen in beliebten Innenstadtlagen (mehr als + 5,5 Prozent im Jahr).
Nützliche Kontakte für Mieter
Berliner Mieterverein e. V.
Landesverband im Deutschen Mieterbund | Behrenstraße 1 C / vorm. Wilhelmstr. 74 | 10117 Berlin | Tel: 0 30/2 26 26-0 | www.berliner-mieterverein.de
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