BERLIN

09.06.2011 | Berlin
Helmholtz-Zentrum weist Kritik an Forschungsreaktor zurück
Der Berliner Forschungsreaktor in der Nähe des Wannsees hat erneut eine Sicherheits-Debatte ausgelöst. Dieses Mal geht es um einen angeblichen Riss im Kühlsystem. Der Betreiber, das Berliner Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie, hat Kritik des ARD-Magazins «Kontraste» wegen «gravierender Sicherheitsmängel» jedoch zurückgewiesen.
In einem Magazin-Beitrag vom Donnerstagabend berichtet ein ehemaliger Mitarbeiter des Zentrums von einem Riss im Kühlsystem, der bei einem Störfall die Kühlung verhindern könnte. «Es gibt keinen Riss im Kühlsystem», sagte die Sprecherin des Zentrums, Ina Helms. Auch die zuständige Senatsumweltverwaltung widersprach der Darstellung des Fernsehmagazins. Der Reaktor sei sicherheitstechnisch nicht bedenklich, sagte Sprecherin Regina Kneiding.
Der Berliner Mini-Reaktor ist nicht mit einem Atomkraftwerk zu vergleichen. Die Kernspaltung erfolgt hier allein zu Forschungszwecken an Neutronen, nicht zur Energiegewinnung. Es gibt lediglich 24 kleine Brennstäbe. Ein Atomkraftwerk braucht rund 600 große Brennstäbe. Schon vor dem Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk Fukushima fuhren Techniker den Berliner Reaktor im vergangenem Herbst für geplante Wartungsmaßnahmen herunter. Im August soll er die Arbeit wiederaufnehmen. «Dann werden wir auch den sogenannten Stresstest durchführen», sagte Helms.

Der kritisierte Riss befinde sich in einem Trenntor. Es werde lediglich in seltenen Fällen zu bestimmten Wartungsarbeiten am abgeschalteten Reaktor eingesetzt und trenne das Reaktorbecken in zwei Hälften, erläuterte die Sprecherin. «Er ist nicht sicherheitsrelevant. Das hat auch der TÜV Rheinland bestätigt.» Bis zum Wiederanfahren des Reaktors werde der Riss beseitigt, ergänzte Kneiding.
Auch den zweite Vorwurf, der Einbau eines angeblich minderwertigen Rohres am Reaktorkern, sei falsch, so Helms. Das verwendete Material sei geprüft und zertifiziert. Laut Senatsverwaltung werden in Atomanlagen nur Materialien benutzt, die bereits erprobt wurden. Damit sei die Betriebsbewährung unter den konkreten Bedingungen nachgewiesen.
Sprecherin Helms ergänzte, dass dem früheren Werkstattleiter, der in dem TV-Beitrag als Quelle auftritt, zuvor wegen Mobbings mehrerer Kollegen fristlos gekündigt worden sei.
Zuletzt hatten Kritiker des neuen Hauptstadtflughafens den Reaktor als Sicherheitsrisiko bezeichnet.




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