BERLIN

13.06.2011 | Berlin
Kriminalität Berlin - Brennende Autos
Die Serie von Brandstiftungen an Autos in Berlin nimmt kein Ende. Doch jetzt konnte die Polizei erstmals in diesem Jahr mehrere Erfolge vermelden. In der Nacht zu Sonntag wurde ein 36-jähriger Mann in Lichtenberg festgenommen. Gegen einen weiteren mutmaßlichen Brandstifter wurde Haftbefehl erlassen, der aber unter Auflagen ausgesetzt wurde.
Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass der in Lichtenberg Festgenommene 46 Jahre alt ist. Er hatte am Sonntagmorgen gegen 2.00 Uhr völlig rußverschmiert eine Kneipe betreten und der Wirtin berichtet, gerade ihr Auto angezündet zu haben. Der bereits polizeibekannte Täter wurde von den Gästen bis zum Eintreffen einer Streife festgehalten, noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt und in Haft genommen.

In diesem Jahr registrierte die Polizei in Berlin nach Angaben vom Samstag bereits 70 politisch motivierte Brandanschläge auf Autos in der Hauptstadt. Dabei seien 85 Wagen direkt angegriffen worden, 58 weitere Fahrzeuge, die etwa in der Nähe standen, wurden beschädigt. Die meisten Brandstiftungen gab es im Mai. Oft gehen hochwertige Limousinen oder Firmenwagen nachts in Flammen auf. Im vergangenen Jahr gab es laut Polizei 43 politisch motivierte Brandanschläge auf Fahrzeuge in der Hauptstadt, 2009 waren es 145 gewesen.
Erst am Freitag hatte die Polizei in Moabit zwei 24- und 43-Jährige festgenommen. Die Radfahrer waren mit Hubschrauber und Wärmebildkamera verfolgt worden. Bei einer anschließenden Überprüfung fanden die Beamten einen Beutel mit Grillanzünder. Der Ältere wurde am Samstag trotz des Haftbefehls unter Auflagen wieder freigelassen. Unter anderem müsse er sich in regelmäßigen Abständen bei der Polizei melden, sagte eine Sprecherin am Montag. Auch der 24-Jährige ist wieder auf freiem Fuß, da sich ein dringender Tatverdacht nicht erhärtet hat. Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern aber an.

Nur selten landen solche Brandstiftungen auch vor Gericht. Im März dieses Jahres wurde ein 28 Jahre alter Autobrandstifter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In zwei anderen Strafverfahren wegen politisch motivierter Brandstiftungen gab es hingegen Freisprüche. Auch am Pfingstwochenende brannten wieder zahlreiche Autos in der Hauptstadt. In der Nacht zu Montag legten beispielsweise Unbekannte Feuer in einem Autohaus in Lichtenberg. Bei dem Brand in der Straße Alt Friedrichsfelde wurden zehn Fahrzeuge zerstört oder schwer beschädigt.
In der Nacht zu Sonntag gingen Fahrzeuge in Rudow, Altglienicke, Mitte und Alt-Moabit in Flammen auf. Außerdem brannten mehrere Müll- und Bau-Container im Stadtteil Wedding. In der Nacht zuvor wurden zehn Autos und ein Roller durch Brände beschädigt. Nicht in allen Fällen ermittelt der Staatsschutz, da es sich auch um sogenannte Trittbrettfahrer handeln könnte.




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