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BERLIN

 

Wowereit enthüllt Mauer-Fotos
Fotos
14.06.2011 | Berlin

Berlin erinnert an Mauerbau vor 50 Jahren

Von der einstigen Mauer ist in Berlin an vielen Stellen nicht mehr viel zu spüren. Doch die Erinnerung soll lebendig bleiben - alsMahnung. Nun erinnern große Fotos an das Bollwerk, das die Stadt teilte. Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer.

Mit einem zentralen Festakt in der Gedenkstätte Bernauer Straße erinnert Berlin am 13. August an den Bau der Mauer vor 50 Jahren. Dazu werde auch Bundespräsident Christian Wulff erwartet, kündigte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag an. Der SPD-Politiker gab den Auftakt zu den Gedenkveranstaltungen in der Hauptstadt und enthüllte Mauer-Bilder. Wowereit appellierte, Demokratie und Freiheit als «höchstes Gut» zu verteidigen sowie die Geschichte nicht zu vergessen. Die Schrecken der Mauer und DDR-Diktatur müssten als Mahnung weiter deutlich gemacht werden. «Der 13. August 1961 war ein Tag der Schande, ein Tag der Trauer.»

Wowereit enthüllte am früheren Grenzwachturm Schlesischer Busch im Stadtteil Treptow die ersten von 24 riesigen Schwarz-Weiß-Fotos, die ab diesem Mittwoch an elf Orten in Berlin an den früheren Grenzwall und die Teilung der Stadt erinnern sollen. Die Fotos sollen bis Ende August zu sehen sein, sie sind Tag und Nacht öffentlich zugänglich.

Der Bau der Mauer begann am 13. August 1961. Die deutsche Teilung dauerte mehr als 28 Jahre und ging erst mit dem Mauerfall vom 9. November 1989 zu Ende. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer durch das DDR-Grenzregime mindestens 136 Menschen. Der Grenzwall um das damalige West-Berlin war rund 155 Kilometer lang.

Die Berliner Mauer sei weltweit ein Symbol, dass auch an anderen Orten Mauern zum Einsturz gebracht werden könnten, sagte Wowereit. Die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei, nannte er «unsinnig».

Zu Vorwürfen, dass nach dem 9. November 89 zu viel Mauer zu schnell abgerissen wurde, sagte Wowereit: «Vielleicht war es falsch - aber keiner wollte diese Mauer mehr haben.» Etliche Erinnerungsorte seien erhalten - darauf setze das dezentrale Gedenkkonzept des rot-roten Senats. Nicht nur zu Gedenktagen, sondern tagtäglich sollte die Vergangenheit präsent sein. Auch mit der East Side Gallery, am Brandenburger Tor sowie Checkpoint Charlie wird an die Teilung erinnert.

Am 13. August soll auch der zweite Abschnitt der Mauer-Erinnerungslandschaft auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße eröffnet werden. Gezeigt werden dann archäologische Funde der Teilung, so das Fundament eines abgerissenen  Wohnhauses und unterirdische Teile der Versöhnungskirche, die 1985 auf Geheiß der DDR-Oberen gesprengt wurde, weil sie den Grenzposten im Wege stand.

In der heutigen Kapelle der Versöhnung beginnen die Andachten für die Mauertoten bereits in der Nacht zum 13. August, informierte die Gedenkstätte. Neben Kranzniederlegungen soll es an dem Tag auch eine Schweigeminute für die Maueropfer geben. Ob diese berlinweit abgehalten werden soll, ist laut Wowereit noch nicht geklärt.

Die Bernauer Straße galt als Symbol der deutschen Teilung, die Häuser lagen nach dem Mauerbau im Osten, der Bürgersteig im Westen. In den ersten Tagen nach dem Mauerbau sprangen Menschen aus ihren Wohnungsfenstern - in die Freiheit oder den Tod. Auch das weltweit bekannte Bild von dem DDR-Soldaten, der über Stacheldraht in den Westen flüchtet, stammt aus der Bernauer Straße.

Im ersten Teil der vier Hektar großen Open-Air-Erinnerungslandschaft informiert ein Fenster der Erinnerung über die Maueropfer, dazu gibt es Stelen mit Audiobeiträgen.

An diesem Mittwoch vor 50 Jahren, am 15. Juni 1961, täuschte der damalige höchste SED-Partei- und DDR-Staatschef Walter Ulbricht die Welt mit dem Satz, der in die Geschichte einging: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.»

Quelle: dpa

www.50jahremauerbau.de

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