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BERLIN

 

19.06.2011 | Berlin

Neuer Besitzer der Abi-Ball-Firma beklagt Täuschung

«Arglistige Täuschung» hat der neue Eigentümer der Abi-Ball-Firma Easy Abi den Vorbesitzern der Agentur vorgeworfen. Er will den Kauf des Unternehmens, das unter Untreueverdacht steht, rückgängig machen.

Der ehemalige Mehrheitseigner Marcel Luthe bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel». Darin behauptet der Neueigentümer, er fühle sich von den Vorbesitzern betrogen, weil sie ihm wichtige Daten und Verbindlichkeiten verschwiegen hätten. Luthe wies diese Vorwürfe zurück.

Die Firma Easy Abi, die im Mai den Besitzer wechselte, soll von mehr als 30 Schulen das Geld für Abitur-Feiern kassiert, aber die Bälle nicht organisiert haben. Mehr als 1000 Abiturienten in Berlin und Brandenburg sind betroffen.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte ebenfalls, dass es zwischen Käufer und Verkäufern Streit gibt. Die Vorwürfe des neuen Besitzers müssten aber erst genau geprüft werden, sagte Sprecher Martin Steltner am Sonntag der dpa. Bei den Ermittlungen, die sich vor allem auf den jetzigen Geschäftsführer und seinen Vorgänger richteten, würden auch die Eigentumsverhältnisse genau geprüft, erklärte Steltner.

Der vorherige Mehrheitsgesellschafter Luthe sagte der dpa, nach Auskunft seiner Anwälte ist der Kaufvertrag wirksam. «Aus dem notariellen Kaufvertrag geht hervor, dass die Behauptungen über eine angebliche Täuschung nicht stimmen können», betonte Luthe.

Am Donnerstag waren die Geschäftsräume von Easy Abi durchsucht worden. Auch Privatwohnungen von vier ehemaligen und aktuellen Firmenmanagern wurden überprüft. Das Landeskriminalamt beschlagnahmte mehrere Computer, Akten und 360 000 Euro in bar.

Am Freitagabend wurden der jetzige und der frühere Manager in ihren Wohnungen verhaftet. Beide sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl wegen Untreue wurde von einem Bereitschaftsrichter am Samstag außer Vollzug gesetzt. Die Männer müssten nicht in Untersuchungshaft, sagte ein Polizeisprecher. Die Berliner Staatsanwaltschaft legte umgehend Beschwerde gegen diese Entscheidung des Amtsgerichts ein.

Trotz der Geldprobleme im Zuge der Querelen feierten die ersten Betroffenen das Ende ihrer Schulzeit. Rund 100 Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Berlin-Mitte sowie Eltern und Lehrer feierten nach Angaben von Rechtsanwalt Karun Dutta am Samstagabend in einem Hotel in Berlin-Mitte. Dutta vertritt die Schüler gegen die Firma Easy Abi und war selbst beim Ball. Die Schüler hätten 19 000 Euro an die Firma verloren, erklärte Dutta.

Quelle: dpa
18.06.2011 | Berlin

Verantwortliche wieder auf freiem Fuß

Nach dem Betrugsskandal um Abitur-Bälle in Berlin und Brandenburg sind zwei Verantwortliche der Eventagentur Easy Abi wieder auf freiem Fuß. Der gestern ausgestellte Haftbefehl wegen Untreue wurde inzwischen von einem Bereitschaftsrichter außer Vollzug gesetzt. Die beiden Beschuldigten erhielten Haftverschonung mit Auflagen. Die Firma soll von mehr als 30 Schulen das Geld für Abitur-Feiern kassiert, aber die Bälle nicht organisiert haben. Mehr als 1000 Abiturienten sind betroffen.

Quelle: dpa
17.06.2011 | Berlin

Abi-Ball-Betrug: Zwei Manager verhaftet

Eine Genugtuung für Hunderte geprellte Abiturienten in Berlin und Brandenburg: Zwei Manager der Firma, die sie um das Geld fürAbi-Bälle betrogen haben, sind verhaftet worden.

Nach dem Betrugsskandal um Abitur-Bälle in Berlin und Brandenburg sind zwei Verantwortliche der Eventagentur Easy Abi gefasst worden. Der ehemalige und der jetzige Manager der Berliner Veranstaltungsfirma sind am Freitag in ihren Wohnungen verhaftet worden, wie ein Sprecher der Polizei der Nachrichtenagentur dpa sagte. Ihnen wird Untreue zur Last gelegt. Die Firma soll von mehr als 30 Schulen das Geld für Abitur-Feiern kassiert, aber die Bälle dann nicht organisiert haben. Mehr als 1000 Abiturienten sind betroffen. Bislang sind bei der Polizei 89 Anzeigen eingegangen. Die bisherige Schadenssumme betrage mehr als 360 000 Euro, werde aber noch steigen, hieß es.

Der 27-Jährige Ex-Chef der Firma und sein 64 Jahr alter Nachfolger kamen am Freitag zunächst in Polizeigewahrsam. Sie würden am Wochenende vernommen, sagte der Polizeisprecher. Im Mai hatten bei dem Unternehmen die Besitzer gewechselt. Am Donnerstag waren die Geschäftsräume von Easy Abi durchsucht worden. Auch Privatwohnungen von vier ehemaligen und aktuellen Firmenmanagern wurden überprüft. Das Landeskriminalamt beschlagnahmte mehrere Computer, Akten und 360 000 Euro in bar.

Viele der betrogenen Abiturienten setzen unterdessen auf Selbsthilfe: Über das Werben von Spenden und Sponsoren hoffen sie, ihre Feiern zu retten. Rund 50 Schüler versammelten sich dafür am Freitag auf dem Alexanderplatz in Berlin. «Wir hoffen auf mehr Sponsoren, damit wirklich alle unsere Mitschüler mit ihren Eltern zu dem Abi-Ball kommen können», sagte eine Schülerin der dpa.

Am Freitag hatten die Schüler nach wenigen Minuten bereits Geld gesammelt. Sie hätten ein Autohaus als Sponsor gewonnen, berichtete die 19-jährige Abiturientin Meika Reszies von der Dathe-Oberschule in Berlin-Friedrichshain. Andere Berliner Schüler versuchten, Banken als Geldgeber für ihre Abitur-Bälle zu gewinnen. So unterstützen auch die Berliner Flughäfen zwei Schulen bei ihren Abiturfeiern, teilte ein Sprecher mit.

Easy Abi hat neben Abi-Feiern und -Reisen auch den Druck von Abi-Zeitungen oder T-Shirts für die Schüler organisiert. Die Firma hat außer in Berlin noch Büros in Hamburg, Frankfurt am Main, Essen und München. Nach unbestätigten Berichten der «Berliner Zeitung» (Samstag) hat die Firma bereits im vergangenen Jahr auch mehrere Geschäftspartner in Hamburg geprellt, unter anderem die Messehallen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft und die Berliner Polizei sagten auf Anfrage, davon sei ihnen nichts bekannt.

Quelle: dpa

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