BERLIN

Baby aus Fenster geworfen - Mutter gesteht Tat
Eine Mutter soll ihr Neugeborenes aus einem Fenster in den Schnee geworfen haben. Das Baby stirbt wenig später. Vor Gericht gibt die damals vermutlich verzweifelte und überforderte Frau alles zu.
Am zweiten Weihnachtstag soll eine junge Mutter in Berlin ihr Neugeborenes aus einem Fenster geworfen haben. Das Baby fällt in den Schnee und stirbt wenig später. Zum Prozessauftakt am Montag hat die 20 Jahre alte Mutter gestanden, ihr hilfloses Kind getötet zu haben - aus Verzweiflung und Überforderung, wie Staatsanwalt Reinhard Albers in einer Verhandlungspause sagte. Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit sollte die Persönlichkeit der Frau geschützt werden.
Die Angeklagte muss sich wegen Totschlags vor dem Berliner Landgericht verantworten. Nach Angaben des Staatsanwalts war die Rumänin erst wenige Wochen vor der Tat in die Hauptstadt gekommen, um ihrer damals zweijährigen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Das Mädchen war in der Heimat geblieben. Sich zu prostituieren, habe sie als einzige Möglichkeit gesehen, genügend Geld zu verdienen. Erst in Deutschland habe die Angeklagte bemerkt, dass sie von ihrem in Rumänien lebenden Freund schwanger war.

Wie die Frau nach Albers Angaben den Jugendrichtern erklärte, durchkreuzte die Schwangerschaft ihre Pläne. Sie habe gehofft, dass das Kind später als an Weihnachten komme. Ihrer Erklärung nach wollte sie im Januar nach Rumänien fahren und das Baby dort entbinden, wie Albers sagte.
Doch die Wehen setzten eher ein. Die Frau brachte den Jungen im Dezember 2010 allein in ihrer Wohnung in Berlin zur Welt. Laut Staatsanwaltschaft warf sie das Kind anschließend aus dem ersten Stock auf den Hof. Das Baby war nach den Worten einer Gerichtsmedizinerin normal entwickelt und überlebte den Sturz. Eine Nachbarin hörte das Wimmern des Kleinen im Schnee. Ihr Partner rief Hilfe, aber die Rettungsärzte kämpften vergeblich um das Leben des Neugeborenen. Es starb an Kreislaufversagen wegen starker Unterkühlung.




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