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BERLIN

 

01.07.2011 | Berlin

Körting für Alkoholverbot auf Bahnhöfen - BVG hält nichts davon

 

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat sich für ein striktes Alkoholverbot auf allen Berliner Bahnhöfen ausgesprochen. Der Konsum von Alkohol habe in öffentlichen Verkehrsmitteln nichts zu suchen, sagte Körting der «Bild»-Zeitung (Freitag). Deshalb habe er seine Mitarbeiter gebeten, mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) über eine entsprechende Änderung der Hausordnung zu sprechen. Bisher ist der Verzehr von Getränken und Essen nur in Bahnen und Bussen verboten. Körting verwies darauf, dass künftig 200 BVG-Mitarbeiter zusätzlich eingesetzt würden, um das Hausrecht und die Beförderungsbedingungen stärker durchzusetzen.

Der BVG-Aufsichtsratsvorsitzende, Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos), und BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta halten aber nichts von einem absoluten Alkoholverbot. «Laut Hausordnung und Tarifbedingungen können wir schon heute Leute, die sich nicht angemessen verhalten, aus Bahnen und Bahnhöfen verweisen», sagte Nikutta am Freitag vor Journalisten. «Das machen wir auch und werden es künftig häufiger machen, wenn wir wieder eine größere Personalpräsenz haben. Ich sehe keinen Grund, die Hausordnung zu ändern.»

Unterstützung erhielt Nikutta vom Finanzsenator. «Wer sich nicht ordentlich benimmt, hat auf den Bahnhöfen nichts zu suchen. Da hat der Kollege Körting auch alle Möglichkeiten, Polizei zu schicken», sagte Nußbaum. Aus seiner Sicht haben Probleme mit Alkoholgenuss auf Berliner Bahnhöfen noch nicht die Stufe erreicht, in der drastische Maßnahmen notwendig wären.

Die BVG-Chefin meinte, im Fall eines absoluten Alkoholverbots müsste auch das Feierabendbier, das schon auf dem Bahnhof  genossen wird, verboten werden. In weiterer Konsequenz würden dann vielleicht auch Kontrollen notwendig, ob scheinbare Wasser- und Limonadenflaschen nicht Alkohol enthalten.

 

Quelle: dpa

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