BERLIN
07.04.2009

07.04.2009 | Potsdam (dpa)
250-Kilogramm-Bombe in Potsdam entschärft
Am Ende gab es eine Umarmung von Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) für Sprengmeister Manuel Kunzendorf. Der 49-Jährige hatte am Dienstag innerhalb von 40 Minuten eine amerikanische, 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft - für ihn persönlich war es der 560. und für die Landeshauptstadt der 117. Blindgänger seit 1990. «Es lief wie geschmiert», sagte Kunzendorf. Am Mittag wurde der Sperrkreis rund um den Hauptbahnhof wieder für den Verkehr freigegeben. Auch Züge und S-Bahnen konnten den Verkehrsknotenpunkt wieder passieren.

Zuvor hatte die Entschärfung auf einer Baustelle unmittelbar am Hauptbahnhof weite Teile des Potsdamer Zentrums lahmgelegt. Rund 5000 Menschen mussten am Morgen den Sperrkreis verlassen, in dem neben dem Hauptbahnhof auch die Staatskanzlei, mehrere Ministerien, der Landtag und ein Pflegeheim lagen. Die Evakuierungen liefen nach Angaben einer Stadtsprecherin weitgehend problemlos. Allerdings wollte ein Mann seine Wohnung nicht verlassen und musste von der Feuerwehr, die mit einer Leiter angerückt war, geholt werden, wie es hieß.
Die Bombe war in der vergangenen Woche bei Bauarbeiten in etwa 1,20 Meter Tiefe entdeckt worden, wie der Sprengmeister sagte. Sie sei mit einem Aufschlagzünder ausgestattet gewesen und habe nicht gesprengt werden können. Daher musste sich Kunzendorf mit seinem Kollegen Ralf-Ingo Buchholz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst an die Arbeit machen.
Der Stadt zufolge waren rund um die Entschärfung 420 Mitarbeiter von Verwaltung, Feuerwehr und Polizei im Einsatz. 49 gehunfähige Menschen wurden demnach von der Feuerwehr transportiert und untergebracht, weitere 50 Potsdamer harrten in einer Turnhalle aus. Nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes wurden von 1991 bis 2008 in Brandenburg 14 333 Bomben von mehr als fünf Kilogramm unschädlich gemacht. Schwerpunkte seien neben Potsdam Oranienburg, Cottbus und Neuruppin gewesen.




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