BERLIN

20.07.2011 | Berlin
Drei Gewalttaten aufgeklärt - Mörder des Tätowierers gesteht
Die beiden Fälle sorgten für Aufsehen: ein Tätowierer wurde zerstückelt gefunden, eine junge Frau vor einem Imbiss in den Rücken geschossen. Nach nur wenigen Tagen präsentierte die Polizei die Täter - und löste auch einen dritten Fall aus dem Juni.
Gleich drei schwere Gewalttaten der letzten Zeit hat die Berliner Polizei innerhalb kurzer Zeit aufgeklärt: den spektakulären Mord an einem Tätowierer, den Mordanschlag auf eine junge Frau vor einem Imbiss und die Tötung eines Mannes aus dem Alkoholikermilieu in Gropiusstadt im Juni. Die mutmaßlichen Täter seien festgenommen worden. Zwei Täter hätten gestanden, sagten Oberstaatsanwalt Michael von Hagen und die Leiterin der Mordkommissionen Jutta Porzucek am Mittwoch im Polizeipräsidium.
Den Mord an einem 31 Jahre alten Tätowierer habe ein weiterer Tätowierer gestanden, sagte von Hagen. Der Mann soll ein 29-jähriger Amerikaner sein. Grund für die Tat in der Wohnung der Freundin des mutmaßlichen Täters war demnach ein Streit nach einem gemeinsamen Trinkgelage. Todesursache sei «massive Gewalt» gegen den Kopf des Opfers gewesen. Offenbar seien die betrunkenen Männer mit Fäusten aufeinander losgegangen, so Porzucek.

«Die Leiche wurde danach in Einzelteile zerstückelt, um möglichst unauffällig den Leichnam zu beseitigen», sagte von Hagen. «Es gibt Anhaltspunkte, dass der Leichnam zersägt wurde.» Ob das mit einer Kettensäge geschah, wie von Medien vermutet wurde, sei völlig unklar. Derzeit werde von Fachleuten überprüft, welches Werkzeug benutzt wurde.
Die zerstückelte Leiche des aus Österreich stammenden Tätowierers war in vielen Einzelteilen in der Spree in Schöneweide und am Schäfersee in Reinickendorf entdeckt worden.
Auch nach dem lebensgefährlichen Schuss auf eine junge Frau an einer Imbissbude in Adlershof habe ein mutmaßlicher Täter gestanden, so die Polizei. Zwei Verdächtige seien am Dienstag festgenommen worden. «Der Haupttäter war im wesentlichen geständig», sagte von Hagen. Vor dem Imbiss habe es Streit gegeben, danach habe der Täter der Frau in den Rücken geschossen.

Das Opfer und der Täter kannten sich demnach aus dem Rotlicht-Milieu. Bereits in der Vergangenheit soll der Verdächtige die Frau bedroht haben. Der zweite Mann sei bei der Tat dabei gewesen und habe dem Schützen beim Untertauchen geholfen. Ein Richter sollte am Mittwoch über einen Haftbefehl entscheiden. Die Frau liegt laut Polizei noch im Koma und schwebt in Lebensgefahr.
Aufgeklärt ist auch ein Fall vom 20./21. Juni in Gropiusstadt, wo ein Mann in einer Wohnung erstochen gefunden wurde. Sehr schnell habe die Polizei einen 33 Jahre alten Verdächtigen ermittelt, der nun am Dienstag festgenommen wurde, sagte der Oberstaatsanwalt. Wegen Totschlags sei ein Haftbefehl ausgestellt. Die Männer hätten sich nach einer langen Trinkerei gestritten.
Weil die Klärung der Details wegen der schlechten Erinnerung der Zeugen und damit die komplette Aufklärung des Falles schwierig ist, hat die Staatsanwaltschaft 5000 Euro Belohnung für weitere Hinweise ausgesetzt.




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