BERLIN

13.07.2011 | Berlin
Grünen-Wahlkampf: Berlin gestalten und Probleme anpacken
Die Grünen starten mit 50 000 Plakaten und dem Slogan «Da müssen wir ran» in den Berliner Wahlkampf. Dabei präsentieren sie sich als Problemlöser. Auf dieses Image setzte aber bereits zuvor der CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel.
Die Berliner Grünen wollen im Wahlkampf eine klare Botschaft vermitteln: «Wir sehen die Probleme in der Stadt und packen sie an». Berlin werde vom rot-roten Senat schlecht und damit weit unter seinen Möglichleiten regiert, kritisierte Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast am Mittwoch bei der Vorstellung ihrer Werbekampagne. «Wir konfrontieren den rot-roten Senat mit seiner eigenen dürftigen Bilanz und den ungelösten Problemen hier.»

Der Senat verharre in Untätigkeit, beklagte die Grünen-Politikerin. Das zeigten schon drei Volksbegehren, die sich gegen die Senatspolitik wandten. Der Erfolg des Volksentscheids zur Offenlegung der Wasserverträge sei eine «krachende Niederlage» für den Senat gewesen. «Soviel zum Thema "Berlin verstehen"», merkte Künast mit Blick auf den SPD-Wahlkampfslogan «Berlin verstehen» an.
Die 55-Jährige stellte zusammen mit der Werbeagentur Zum Goldenen Hirschen die ersten sechs Plakatmotive für den Wahlkampf vor. Sie werden vom 31. Juli an in einer Auflage von 50 000 Stück im Stadtgebiet hängen. Mit dem gemeinsamen Slogan «Da müssen wir ran» verweisen die Grünen auf das, was sie ändern wollen in der Stadt: Den Unterrichtsausfall stoppen oder die S-Bahn wieder fit machen. Auch die Botschaften: «Sauberer Strom», «Jobs mit Zukunft» und «Bezahlbarer Wohnraum» gehören dazu.

Auf dem 6. Plakat wirbt die Grünen-Spitzenkandidatin strahlend für das Motto «Sozial und gerecht für Berlin». Das sind eigentlich die klassischen Forderungen von SPD und der Linken in deren Wahlkampf-Repertoire. Werbeexperte Hans Langguth sagte, man habe sich dafür entschieden, weil Künast in einer Umfrage von den Berlinern eine höhere soziale Kompetenz als Wowereit bescheinigt worden sei.
Nach Angaben des neuen Wahlkampfmanagers Heiko Thomas geben die Grünen mit 1,1 Millionen Euro mehr als das Doppelte im Vergleich zu 2006 aus. Dank der auf der Grünen-Website eingerichteten Spendenfunktion seien schon weit mehr als zehn Prozent dieser Summe als Spenden eingegangen, vor allem kleine und mittlere Geldbeträge.
Quelle: dpa
Plakatmotive: http://gruene-berlin.de/wahl2011/kampagne




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