BERLIN


19.07.2011 | Berlin
Initiative: Müggelsee kann von Flügen verschont werden
Die Bürger rund um den Müggelsee im Osten Berlins lassen im Streit um die Flugrouten des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld nicht locker. Es lägen mehrere tragfähige Flugrouten-Konzepte vor, die die Müggelsee-Region und die Brandenburger Stadt Erkner gleichermaßen von Fluglärm entlasten könnten, teilte die Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) am Montag mit. Am Abend demonstrierten nach Angaben der Bürgerinitiative mehr als 2000 Menschen auf dem Marktplatz Friedrichshagen gegen die zuletzt bekanntgewordenen Überflugpläne.
«Wir bitten den Regierenden Bürgermeister, diese Vorschläge an die Deutsche Flugsicherung (DFS) weiterzuleiten, damit diese ihre Pläne für einen Müggelsee-Flugkorridor schnellstmöglich zurückzieht», hieß es zuvor in einer Erklärung des FBI-Sprecherrates.

«Keine Flüge über Müggelsee-Gebiet, kein internationales Drehkreuz in Schönefeld und Nachtflugverbot von 22.00 bis 06.00 Uhr», lauteten die Forderungen, sagte Sebastian Fasbender von der Initiative der Nachrichtenagentur dpa. Die Stimmung sei so, dass viele Bürger sich getäuscht fühlen. «Müggelsee stand praktisch nie zur Debatte.» Fasbender betonte, der Konflikt um die Flugrouten sei «ein Gesamtberliner Thema». Es gehe hier nicht um einen Ost-West-Streit unter den betroffenen Bürgern.
Nach dem Vorschlag der Flugsicherung von Anfang Juli werden die Jets bei Ostwind nach dem Start von der Nordbahn Kurs auf Erkner oder über den Müggelsee nach Fredersdorf-Vogelsdorf nehmen. Erkner wäre doppelt belastet, weil es auch in der Einflugschneise bei Westwind liegt. «Die grüne Lunge Berlins mit seinen Natur- und Wasserschutzgebieten, Zehntausenden Anwohnern und über einer Million Naherholern pro Jahr darf nicht für Gewinnmaximierung zerstört werden», fordert die Bürgerinitiative.
Ein Alternativvorschlag der Köpenicker SPD sieht eine leicht nach rechts abknickende Startroute vor, so dass die Maschinen südlich des Müggelsees und auch südlich an Erkner vorbeifliegen würden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte dazu dem «Berliner Kurier»: «Wenn dieser Vorschlag weniger Menschen belastet, muss er ernsthaft von den zuständigen Bundesbehörden geprüft werden. Dafür werden wir uns einsetzen.» Anfang 2012 legt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die Routen fest. Der Flughafen Berlin Brandenburg geht im Juni 2012 in Betrieb.
Quelle: dpa
Friedrichshagener Bürgerinitiative: http://fbi-berlin.org/
DFS: DIE NEUEN FLUGROUTEN (GRAFIK)... »




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