FIFA FRAUEN-WM 2011


16.06.2011 | Frankfurt/Main
Fähnchen und Hubschrauber: WM-Vorfreude bei Jones
Für Steffi Jones ist die anstrengendste Zeit ihres Jobs als OK-Chefin bald erledigt. Zehn Tage vor dem WM-Start ist sie zufriedenmit dem Stand der Vorbereitungen. Knapp drei Viertel der Karten sind verkauft - nur im Westen läuft es weiter mäßig.
Zwei Hubschrauber-Flüge hat Steffi Jones fest eingeplant und auch ihre Deutschland-Fähnchen liegen schon parat. Zehn Tage vor dem Start der Frauenfußball-Weltmeisterschaft wächst bei der Präsidentin des WM-Organisationskomitees die Vorfreude auf das Heimturnier (26. Juni bis 17. Juli). «Hubschrauber-Jones wird es nicht geben. Zwei Flüge, die ich genießen darf. Einen hoffentlich mit Franz Beckenbauer, den hat er mir versprochen», sagte Jones am Donnerstag in Frankfurt zu ihren Reiseplanungen.

Mit dem Stand der WM-Vorbereitungen ist «Werbelokomotive» Jones zufrieden. Die neun Stadien seien auf «Weltklasse-Niveau». Beim Verkauf der Eintrittskarten läuft fast alles nach Plan, auch wenn es bei einigen Standorten noch hakt. Bereits drei Viertel (670 000) der 900 000 frei verfügbaren Tickets sind abgesetzt.
«Die Resonanz stimmt mich überaus positiv», sagte Jones. Sie hofft, dass die angestrebten 80 Prozent Auslastung erreicht werden. Diese ist nötig, um 26 Millionen Euro des WM-Budgets von 51 Millionen Euro durch den Kartenverlauf zu decken. Der Rest des Etats wird durch Sponsoren aufgebracht.
Für 30 der 32-WM-Spiele wurden mehr als 10 000 Karten abgesetzt, 15 Partien davon locken mehr als 20 000 Besucher an. Sorgenkind ist vor allem Bochum, wo die Partien Japan - Neuseeland und Nordkorea - Kolumbien Ladenhüter sind. Für diese beiden Spiele wurde bislang erst eine vierstellige Anzahl von Karten verkauft. «Wir spüren, dass die Stadt und alle Beteiligten sich Mühe geben. Wir wussten, dass es drei Standorte im Westen sind und da hat es Bochum relativ schwer», sagte Jones.

Auf ihrer «Welcome Tour» durch die 15 Teilnehmer-Länder hat die OK-Chefin mehr als 120 000 Kilometer zurückgelegt und seit ihrem Dienstantritt im Januar 2008 insgesamt 1210 Termine im In-und Ausland wahrgenommen. «Es waren tolle Reisen. Ich habe viele Eindrücke gesammelt und viele wertvolle Erfahrungen gemacht. Dadurch bin ich auch ein Stück reifer geworden», bilanzierte Jones.
Erste Details gaben die Verantwortlichen über die nur elfminütige Eröffnungsfeier vor dem Auftaktmatch des DFB-Teams gegen Kanada am 26. Juni (18.00 Uhr) im Berliner Olympiastadion bekannt. «Es wird einen großen Spiegelball geben, der durch das Stadion rollt. Es wird kurz und knackig, wie man sich eine Eröffnung wünscht. Damit die Bundestrainerin nicht böse ist, dass ihr Zeit für die Vorbereitung genommen wird», scherzte Jones.
Während Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Kommen zum Eröffnungsspiel zugesagt haben, ist der Besuch des zuletzt in die Kritik geratenen, aber wiedergewählten FIFA-Chef Joseph Blatter noch nicht bestätigt. «Ich gehe davon aus, dass Herr Blatter kommt», sagte Jones. Ungeachtet der FIFA-Krise hofft Jones auf eine tolle WM, bei der der Funke überspringt. «Ich habe mein Fähnchen schon da und viele andere auch», sagte Jones, die sich nach ihren unzähligen Verpflichtungen nun ein wenig ausruhen will: «Ich habe so viele Interviews gegeben. Jetzt lehne ich mich zurück und will die WM genießen.»
Quelle: dpa
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