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29.08.2010 | Spa-Francorchamps

Vettel im Pech: Erneuter Rückschlag im WM-Kampf

 

Sebastian Vettel hat im Wetter-Drama von Spa erneut einen bitteren Rückschlag im Formel-1-Titelrennen erlitten. Bei der großen Ardennen-Show von Sieger Lewis Hamilton rollte der Red-Bull-Star nach zwei Unfällen und einer Durchfahrtstrafe schwer geschlagen als 15. ins Ziel


Damit blieb Vettel ohne Zähler. «Jetzt wird es schwieriger. Aber der Saisonverlauf zeigt, dass es drunter und drüber geht», meinte der tief enttäuschte Heppenheimer. «Heute hätten wir mit Sicherheit Zweiter werden können, jetzt schauen wir mal...»


McLaren-Pilot Hamilton verdrängte mit seinem ersten Triumph beim turbulenten Großen Preis von Belgien und dem dritten Saisonsieg Vettels Teamkollegen Mark Webber wieder von der WM-Spitze. Der Australier wurde Zweiter vor dem Polen Robert Kubica im Renault. «Das war ein großartiges Wochenende. Ich bin so glücklich, hier zu stehen», sagte Hamilton. «Am Ende habe ich nur noch versucht, das Auto zu schonen und es in einem Stück ins Ziel zu bringen.»

Den Durchblick bei der chaotischen Berg-und-Tal-Fahrt von Spa- Francorchamps behielten auch Adrian Sutil und das Mercedes-Duo Nico Rosberg und Michael Schumacher. Der Gräfelfinger Sutil steuerte seinen Force India als bester Deutscher auf Rang fünf vor Rosberg und Rekordchampion Schumacher. «Ich hatte das ganze Wochenende mit dem fünften Platz geliebäugelt. Jetzt ist es wahr», sagte er.


Schumacher stürmte wie zu besten Zeiten in seinem «Wohnzimmer» von Startplatz 21 auf Rang sieben nach vorn. «Es war ein nettes Rennen mit einer vernünftigen Strategie. Sechster und Siebter - da kann man nicht meckern», sagte der 41-Jährige, der sich mit seinem Teamkollegen einige rassige Duelle auf der Strecke lieferte.


Zu den großen Verlierern zählte außer Vettel Weltmeister Jenson Button im McLaren. Der Deutsche schoss beim Kampf um Platz zwei nach einem Drittel des Rennens den Briten von der Strecke. «Ich war deutlich schneller als er und nah genug dran. Dann habe ich das Auto verloren. Ein kleiner Fehler», meinte Vettel schuldbewusst. «Ich habe meines und Jensons Rennen zerstört, was nicht meine Absicht war.» Auch Ferrari-Pilot Fernando Alonso erlebte ein schwarzes Wochenende und schied kurz vor dem Ende des Grand Prix nach einem Crash aus.

So ist nach 13 von 19 Rennen aus dem Fünfkampf ein Zweikampf im Titelrennen geworden. Hamilton übernahm die Spitze mit 182 Punkten vor dem Australier Webber, der nur drei Punkte dahinter liegt. Vettel blieb mit 151 Punkten Dritter vor Button (147) und Alonso (141).


Trotz des Wetter-Chaos in den Ardennen fuhr Hamilton souverän zum Erfolg. Nach 44 Runden und 308,052 Kilometern überquerte in 1:29:04,268 Stunden die Ziellinie. Webber war nur 1,571 Sekunden dahinter. «Ich bin zufrieden mit Platz zwei. Das sind gute Punkte», sagte der Vettel-Teamkollege. «Es ist heutzutage so einfach, völlig leer auszugehen.»


Wie einfach erlebte Webber gleich zu Beginn: Mit dem Start begann der für Spa typische Regen - und der erste Teil des Chaos. Webber blieb auf der Pole fast stehen und fiel auf Rang sieben zurück. Hamilton ging in Führung, gefolgt von Kubica, Button und Vettel.

Kurz vor Ende der ersten Runde auf dem mit 7,004 Kilometer längsten Kurs im Formel-1-Kalender rutschten in der Bus-Stop-Schikane alle vorn platzierten Fahrer von der Strecke. Jubilar Rubens Barrichello, der seinen 300. Grand Prix fuhr, raste in Alonsos Ferrari. Der Brasilianer schied aus, der Spanier fuhr vorerst weiter.


Nach dem Barrichello-Crash kam das Safety-Car für eine Runde auf die Strecke. Beim Restart überholte Vettel den Polen Kubica und verfolgte das McLaren-Duo Hamilton und Button. Dann kam in Runde 16 das Vettel-Überholmanöver mit dem Aus für den Titelverteidiger. Die Rennkommissare sahen den Heppenheimer als Schuldigen.


Zum zweiten Mal nach dem Ungarn-Rennen wurde er mit einer Durchfahrtstrafe belegt. Nach 27 Runden kam für ihn der nächste Rückschlag. Diesmal ohne sein Verschulden. Force-India-Fahrer Vitantonio Liuzzi schlitzte mit seinem Vorderflügel Vettels linken Hinterreifen aus.


Zehn Runden vor dem Ende begann es noch einmal richtig zu schütten. Die ganze Spitze mit Hamilton, Kubica, Webber und Massa blieb zunächst draußen. Doch nach einer Runde Rutschpartie holte das Quartett den Wechsel auf Regenreifen nach. Webber schaffte es, Kubica noch in der Box zu überholen. An Hamiltons Sieg änderte das nichts.


Quelle: dpa

Formel 1: www.formula1.com

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