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DEUTSCHLAND/WELT

 

05.08.2011 | Frankfurt/Main

Weiterer Ausverkauf an der Börse - Dax-Jahresgewinne aufgezehrt

An den Aktienmärkten weltweit geht die Angst um: Nach einem Ausverkauf an der Wall Street am Vorabend und steilen Talfahrten an den Börsen Asiens haben sich panikartige Aktienverkäufe am Freitag auch in Deutschland fortgesetzt. Binnen weniger Minuten nach Handelsstart stürzte der Dax bis auf 6153 Punkte. Bis zur Mittagszeit gab der Leitindex um 2,87 Prozent auf 6231 Punkte nach. Auslöser für die Turbulenzen an den Finanzmärkten waren die Ängste vor einer Rezession in den USA und die Schuldenkrise in Europa, bevor eine Verselbstständigung des Abwärtstrends durch den automatisierten Handel einsetzte.

«Seit gestern Nachmittag ist die Panik messbar. Ob der Boden bereits erreicht ist, wird sich in den nächsten Stunden zeigen», sagte Marktanalyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG. Der am Nachmittag anstehende US-Arbeitsmarktbericht könnte für neue Abwärtsimpulse sorgen, befürchten einige Marktteilnehmer.

Seit acht Handelstagen befindet sich der Dax nunmehr auf Talfahrt und damit so lange, wie seit 1993 nicht mehr. Damals aber waren die Verluste bei weitem nicht so beträchtlich. Gerade einmal 4,1 Prozent hatte das Börsenbarometer vor knapp 20 Jahren insgesamt verloren. Nun büßte der Dax zwischen dem 26. Juli und diesem Freitag bereits mehr als 1100 Punkte oder 15 Prozent ein. Die kompletten Jahresgewinne sind damit weg, der tiefste Stand seit Oktober wurde erreicht.

Der MDax büßte am Freitag 2,57 Prozent auf 8988 Punkte ein, und für den TecDax ging es um 4,48 Prozent auf 692 Punkte abwärts. Auch europaweit ging es am Morgen zunächst mit ähnlicher Geschwindigkeit abwärts, bevor die Börsen in Paris oder London die Verluste wieder deutlicher reduzieren konnten als der Dax.

Nachdem sich zunächst vor allem stark konjunkturabhängige, zyklische Werte wie Infineon oder BASF am Dax-Ende versammelt hatten, nahmen diese Stelle zuletzt die Anteilsscheine der Allianz ein. Nach schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen verloren sie 4,53 Prozent auf 79,08 Euro ein. Zu den wenigen Werten, die den Weg ins Plus schafften, zählten die Aktien der Commerzbank mit einem Aufschlag von 0,41 Prozent auf 2,18 Euro.

Quelle: dpa

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