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  • Hertie vor Insolvenz

DEUTSCHLAND/WELT

 

15.04.2009

14.04.2009 | Essen/London (dpa)

Herties Gläubiger dringen auf Lösung

 

Die Schließung der insolventen Warenhauskette Hertie ist einen Schritt nähergerückt. Sollte bis Mittwoch keine Kaufabsichtserklärung eines Investors vorliegen, ist Herties Insolvenzverwalter Biner Bähr dazu «berechtigt», die 54 Läden sofort zu schließen.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus dem Kreis der Gläubiger. Einen entsprechenden Beschluss hat der vorläufige Gläubigerausschuss bei seinem ersten Treffen in der vergangenen Woche gefasst. Die Gläubiger wollen mit diesem Schritt erreichen, dass der Insolvenzverwalter rasch einen Investor findet und auch benennt. Dafür ist eine Schweizer Gruppe im Gespräch.

Der Insolvenzverwalter will das Geschäft dagegen fortführen. Herties Mitarbeitern wurde erst vor Ostern mitgeteilt, dass Bähr «während und über die Ostertage hinaus» mit Investoren weiter verhandelt. Bei dem Gläubiger-Treffen sei es auch um die Sicherung der Arbeitsplätze gegangen, hieß es.

Die Absichtserklärung sei Bedingung für eine Vereinbarung zwischen dem Investor und dem derzeitigen Hauptvermieter, Hertie-Eigentümer Mercatoria Acquisitions BV (MABV), sagte ein MABV-Vertreter der dpa. Falls es keine Einigung zwischen MABV und dem Investor gebe, müsse Hertie geschlossen werden. Über konkrete Fristen hätten sich die Gläubiger aber nicht einigen können. Die Gläubiger vereinbarten striktes Stillschweigen über den Inhalt ihres Treffens.

Das Amtsgericht Essen hatte am 1. März die Insolvenz sieben Monate nach Anmeldung eröffnet und einen Zeitplan beschlossen. Danach müssen alle offenen Rechnungen bis Ende April dem Insolvenzverwalter gemeldet werden. Nach dpa-Informationen gibt es rund 3000 Gläubiger. Am 20. Mai tagt die Gläubigerversammlung. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Wahl von Insolvenzverwalter und Gläubigerausschuss, eine Finanzübersicht sowie der Verkauf an einen Investor oder die Zerschlagung des Unternehmens. Das Amtsgericht prüft schließlich die angemeldeten Forderungen am 8. Juni.

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