DEUTSCHLAND/WELT

01.09.2011 | Mühldorf
Kuh Yvonne ist wieder da - Sehnsucht nach Artgenossen?
Wochenlang versteckte sie sich im Wald und verursachte einen riesigen Medienrummel. Selbst im Ausland fieberte man mit der Kuh Yvonne. Jetzt ist «die Kuh, die ein Reh sein will» der Einsamkeit überdrüssig geworden. Sie kehrte aus dem Wald zurück auf die Weide.
Die Kuh Yvonne ist wieder da - nach vielen intensiven Sucheinsätzen kam sie ganz von allein zurück. Das Tier, das sich seit Wochen in einem Waldstück im oberbayerischen Landkreis Mühldorf versteckt hielt und einen gewaltigen Medienrummel auslöste, hat sich seinen Artgenossen wieder angeschlossen, wie das Landratsamt am Donnerstagabend mitteilte. Britta Freitag, Sprecherin des Gnadenhofes Gut Aiderbichl, bestätigte die Rückkehr des Tieres, das als «Kuh, die ein Reh sein will» sogar im Ausland Schlagzeilen machte.

Gemeinsam mit vier Kälbern grase Yvonne in Unteralmsam bei Stefanskirchen auf einer Weide, teilte der Landkreis mit. Anhand der Ohrmarke konnte das Tier den Angaben zufolge durch einen Veterinär des Landratsamtes identifiziert werden. «Die Freude ist im Moment ganz riesig», sagte Freitag.
Yvonne sollte noch am Abend betäubt und auf den Gnadenhof nach Deggendorf gebracht werden. Gut Aiderbichl hatte die ehemalige Milchkuh, die im Mai vor dem Schlachter ausgebüxt war, gekauft. Die Tierschützer wollen ihr einen ruhigen Lebensabend auf dem Gnadenhof ermöglichen. Zuvor war die flüchtige Kuh zum Abschuss freigegeben worden, da sie als mögliche Verkehrsgefährdung galt. Die Abschussgenehmigung war zuletzt aber wieder kassiert worden.

Ein Tierarzt war nach Angaben Freitags am Abend mit einem Betäubungsgewehr auf dem Weg zu Yvonne. Die Betäubung und der Transport sollten für sie «so unstressig wie möglich» werden. In Deggendorf wird dann ihr Sohn Friesi auf sie warten. «Wir haben gerade schon den Friesi auf den Weg gebracht», sagte Freitag. Yvonne und Friesi sowie Yvonnes Schwester Waltraut und das Kälbchen Waldi sollen zusammen auf dem Gnadenhof leben.
Das Tier mache einen gesunden und ruhigen Eindruck, hieß es vonseiten des Landratsamtes und Gut Aiderbichl. Offenbar war Yvonne aber der Einsamkeit überdrüssig geworden. Wie genau die Kuh den Weg zurück auf die Weide fand, war zunächst noch unklar. Während das Landratsamt von einem «Sprung über den Zaun» sprach, ging Gut Aiderbichl davon aus, dass der Besitzer der Weide Yvonne das Gatter öffnete. Nach Informationen von «Bild.de» hatte der Bauer das Tier bereits am Dienstag entdeckt.




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