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  • Flugzeugunglück in Russland

DEUTSCHLAND/WELT

 

07.09.2011 | Moskau

DEB-Spieler Dietrich stirbt bei Flugzeugabsturz

Der deutsche Eishockey-Nationalspieler Robert Dietrich ist bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen. Wie das Zivilschutzministerium in Moskau am Mittwoch bestätigte, gehörte der 25-Jährige zu den Opfern des Unglücks in Jaroslawl. Insgesamt starben mehr als 40 Menschen. Dietrich war zusammen mit seinen Mannschaftskollegen von Lokomotive Jaroslawl auf dem Weg zum ersten Saisonspiel nach Minsk.

Der Verteidiger war erst im Juni von den Adlern Mannheim in die russische Profiliga KHL gewechselt. Dietrich gehörte in den vergangenen Jahren zu den Stammspielern in der deutschen Auswahl, mit der er 2010 bei der Heim-WM Vierter und in diesem Jahr bei dem WM-Turnier in der Slowakei Siebter wurde.

Quelle: dpa
Flugzeugabsturz in Russland
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07.09.2011 | Moskau

Eishockey-Mannschaft kommt bei Flugzeugabsturz ums Leben

Die Unglücksserie in der russischen Luftfahrt setzt sich fort. Bei einem Flugzeugabsturz nahe Jaroslawl werden mehr als 40 Menschen getötet. An Bord war ein Eishockey-Team. Die Maschine vom Typ Jak-42 soll kurz nach dem Start eine Antenne gestreift haben.

Mehr als 40 Menschen sind bei einem Flugzeugabsturz in Russland ums Leben gekommen. Unter den Opfern des Unglücks nahe der Stadt Jaroslawl war nach Angaben der Agentur Interfax auch ein Deutscher. An Bord der Maschine waren insgesamt 45 Menschen. Darunter soll der gesamte Kader des russischen Eishockey-Erstligisten Lokomotive Jaroslawl gewesen sein, wie ein Vereinssprecher der Zeitung «Sowjetski Sport» sagte.

«Es gibt keine Hoffnung», sagte Vereinssprecher Wladimir Malkin am Mittwoch der Sport-Zeitung zufolge. Die deutsche Botschaft in Moskau ging Hinweisen nach, wonach ein deutscher Spieler unter den Opfern ist. Offiziell gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Seit dieser Saison gehört der deutsche Eishockey-Nationalspieler Robert Dietrich zum Team von Lokomotive Jaroslawl. Der Club gehört der Staatsbahn RZD.

Insgesamt waren nach Angaben des Zivilschutzministeriums 37 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord. Über die Zahl der Überlebenden gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden zwei Menschen schwer verletzt. Dabei handelte es sich nach Medienangaben um einen russischen Spieler sowie den Bordingenieur. An Bord waren nach Lokomotive-Angaben außer allen Profis auch vier Jugendspieler.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich in Berlin «bestürzt» über das Unglück. Präsident Dmitri Medwedew ordnete eine Untersuchung an und schickte seinen Berater Wladislaw Surkow zur Absturzstelle rund 280 Kilometer nordöstlich von Moskau. Auf Anweisung von Regierungschef Wladimir Putin reiste auch Verkehrsminister Igor Lewitin dorthin. Medwedew wurde an diesem Donnerstag dort erwartet.

Die Maschine vom Typ Jak-42 habe vermutlich eine Antenne gestreift, hieß es. Als Absturzursache kämen ein technischer Defekt und menschliches Versagen in Frage, sagte ein Flughafenmitarbeiter zu Interfax. Das Flugzeug sei um 15.50 Uhr Ortszeit (13.50 MESZ) vom Radar verschwunden, hieß es. Teile stürzten in die Wolga. Bislang seien 26 Leichen aus dem Fluss geborgen worden.

Die Mannschaft von Lokomotive war auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, als die Unglücksmaschine kurz nach dem Start zerschellte. Die Internetseite von Lokomotive war am Mittwochnachmittag nicht zu erreichen. Fans legten Blumen am Vereinsheim nieder.

Allein in den vergangenen zwei Jahren kamen etwa 200 Menschen bei Flugzeugabstürzen in Russland ums Leben. Im Juni 2011 starben 47 Menschen, als eine Maschine bei schlechtem Wetter nahe der Stadt Petrosawodsk abstürzte. Nach diesem Unglück sowie vielen ähnlichen Flugzeugkatastrophen hatte die Führung in Moskau eine Überprüfung der oft noch zu Sowjetzeiten gebauten Maschinen angeordnet.

Nach Medienberichten waren mehrere Ausländer an Bord der Jak-42. Im Kader des kanadischen Lokomotive-Trainers Brad McCrimmon stehen mehrere ausländische Profis, darunter drei Tschechen und der Deutsche Dietrich. «Es ist eine schreckliche Nachricht - alle drei tschechischen Hockeyspieler waren an Bord», sagte Spielerberater Vladimir Vujtek junior der Online-Ausgabe der Prager Zeitung «Pravo». Lokomotive sollte an diesem Donnerstag in Minsk seine erste Partie in der Kontinentalen Eishockey-Liga (KHL) bestreiten. Das KHL-Eröffnungsspiel zwischen Ufa und Mytischtschi wurde abgebrochen.

In Jaroslawl mit seinen mehr als 500 000 Einwohnern wird derzeit unter Schirmherrschaft Medwedews ein internationales politisches Forum mit vielen prominenten Gästen ausgetragen. Dort wurde eine Schweigeminute abgehalten.

Quelle: dpa

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