DEUTSCHLAND/WELT
16.04.2009

16.04.2009 | Bogotá (dpa)
Meistgesuchter Drogenbaron Kolumbiens gefasst
Den kolumbianischen Sicherheitskräften ist ein weiterer Schlag gegen die mächtigen Drogenkartelle des Landes gelungen. Nach mehrmonatigen Ermittlungen gelang es der Polizei in einer Großaktion, den meistgesuchten Drogenbaron festzunehmen.
Daniel Rendón Herrera, alias «Don Mario», sei am Mittwoch (Ortszeit) bei Necoclí im Nordwesten des südamerikanischen Landes festgenommen worden. Nach Berichten kolumbianischer Zeitungen befindet sich der 43-Jährige mittlerweile in der Hauptstadt Bogotá. «Don Mario» habe bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet und wolle mit den Behörden zusammenarbeiten, teilte die Polizei mit.
Kolumbiens Staatschef Álvaro Uribe, der bei während eines Aufenthalts in Rio de Janeiro telefonisch von der Festnahme unterrichtet wurde, zeigte sich «hoch erfreut» über den Coup. Die Behörden hatten für Hinweise zur Ergreifung «Don Marios» eine Belohnung von umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro ausgesetzt. Er ist der Bruder des bereits inhaftierten Drogendealers und Chefs einer paramilitärischen Organisation, Freddy Rendón, alias «El Alemán» (Der Deutsche). «Don Mario» soll für den Schmuggel Hunderter Tonnen Kokain verantwortlich sein. Auf sein Konto sollen auch zahlreiche Morde gehen. An dem Großeinsatz nahmen rund 600 Polizisten teil.
Kolumbien gilt als weltgrößter Kokainproduzent und deckt zurzeit etwa 70 Prozent der Weltmarktnachfrage. Schätzungen zufolge werden von dort aus jährlich mehrere hundert Tonnen in die USA oder auch nach Europa geschmuggelt. Die Milliardengewinne befeuern auch die bürgerkriegsähnlichen Zustände in einigen Landesteilen. Rebellen der marxistischen FARC sowie rechte Paramilitärs drangsalieren die Bevölkerung und liefern sich Kämpfe untereinander und mit der Armee.




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