DEUTSCHLAND/WELT

24.09.2011 | Washington/Darmstadt
Nasa bestätigt Satelliten-Absturz über dem Pazifik
Der busgroße Forschungssatellit UARS ist am Samstagmorgen deutscher Zeit über dem Pazifischen Ozean abgestürzt. Unklar war nach Angaben der US-Raumfahrtagentur Nasa aber auch noch Stunden später, wo die Trümmer genau vom Himmel fielen.
Etwa 90 Prozent des Satelliten seien verglüht, sagte der Sprecher der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Bernhard von Weyhe, in Darmstadt. Geschätzt 20 bis 25 Fragmente seien wohl übriggeblieben. Laut Esa stürzte der Satellit gegen 6.20 Uhr MESZ ab, die Nasa nannte ein Zeitfenster zwischen 5.23 und 7.09 UHR MESZ.
Solche Abstürze von Satelliten seien nicht selten, erläuterte der Weltraumschrott-Experte der Esa, Prof. Heiner Klinkrad, der Nachrichtenagentur dpa. So seien im vergangenen Jahr etwa 22 Satelliten und noch einmal so viele Raketenoberstufen in die Erdatmosphäre eingetreten. Auch der deutsche Röntgensatellit Rosat werde in etwas mehr als einem Monat unkontrolliert abstürzen.

Die Gefahr, von solchen Trümmern aus dem All getroffen zu werden, sei äußerst gering. Klinkrad: «Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Mensch auf der Erde von einem wiedereinkehrenden Bruchstück eines Satelliten oder einer Oberstufe ernsthaft verletzt wird, beträgt etwa 1:100 Milliarden. Bislang ist in der mehr als 50-jährigen Weltraumgeschichte keine einzige Person zu Schaden gekommen.»
Der Satellit UARS wurde 1991 ins All geschickt, um die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit, der unter anderem aus Stahl und Beryllium besteht, außer Betrieb. Wer ein Teil finde, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Nasa.
Aufnahmen von Himmels-Erscheinungen aus Texas und Hawaii könnten nach Angaben des Nachrichtensenders CNN auf Trümmer des Satelliten hindeuten. Der Astrophysiker Jonathan McDowell von der Harvard-Universität wies darauf hin, dass UARS bei weitem nicht der größte Weltraummüll gewesen sei, der auf die Erde stürzte. «Das ist nichts gegen die Skylab-Angst in den 70er Jahren, als die etwa 70 Tonnen schwere Raumstation vom Himmel stürzte», zitierte CNN den Experten. Trümmer von Skylab fielen 1979 über West-Australien herab - Berichte über Verletzte gab es aber auch damals nicht.
Quelle: dpa

22.09.2011 | Washington
Nasa erwartet gebannt Satelliten-Absturz
Weltraumexperten erwarten mit Hochspannung den Absturz des ausrangierten US-Forschungssatelliten UARS: Das riesige Stück Weltraumschrott soll am Freitagabend oder in der Nacht zu Samstag deutscher Zeit in die Erdatmosphäre eintreten, wie die US-Weltraumbehörde Nasa am Donnerstag mitteilte.
Dabei werde das mehr als sechs Tonnen schwere Stück Weltraummüll zwar auseinanderbrechen aber nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen. Nach neusten Berechnungen soll der Satellit irgendwo auf seiner wellenförmigen Flugbahn vom südlichen Südamerika über den Atlantik, Europa und Sibirien im Norden und Richtung Süden zurück nach Australien herunterkommen.

So liegt Mitteleuropa laut Nasa in der Flugschneise, nicht aber Nordamerika. Genauer könne der Absturzort nur kurzfristig errechnet werden, hieß es am Donnerstagvormittag (Ortszeit) von der Nasa. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die Trümmer in einem der Weltmeere landen.
Beim Eintreffen in die Erdatmosphäre könnten die verglühenden Bruchstücke des Satelliten selbst bei Tageslicht aussehen wie Sternschnuppen, sagte Nicholas Johnson, Nasa-Experte für Weltraumtrümmer, der US-Tageszeitung «USA Today». Wenn der Satellit mit einer Geschwindigkeit von rund 27 400 Kilometern pro Stunde in die Atmosphäre eintritt, könnten 26 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von 540 Kilogramm auf der Erde verstreut werden, hieß es.
Das Risiko, dass beim Absturz des UARS Menschen verletzt werden ist nach Nasa-Angaben «extrem gering». Statistiken zufolge liegt es bei 1 zu 3200. Seit Beginn der Raumfahrt in den 1950er Jahren habe es keine Schäden gegeben, wenn Müll aus dem Orbit auf die Erde gefallen sei.

Russische Medien hatte zunächst spekuliert, dass die Hauptstadt Moskau in der Risikozone des Satelliten von der Größe eines Schulbusses liegen könnte. Doch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat bereits Entwarnung gegeben: «Wenn wir von seiner jetzigen Bahn ausgehen, taucht er am 23. September (Freitag) gegen 22.05 Uhr MESZ unweit von Papua-Neuguinea in den Pazifik ein», hatte Oberst Alexej Solotuchin am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt.
Der Satellit UARS (Upper Atmosphere Research Satellite/ Forschungssatellit für die obere Atmosphäre) wurde 1991 mit der Mission losgeschickt, die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit außer Betrieb. Die Nasa beobachtet ihn nach eigener Aussage genauestens und berichtet auf ihrer Webseite stets über neueste Erkenntnisse. Wer ein Teil finde, das von dem Satelliten stammen könnte, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Behörde.




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