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Deutscher Fernsehpreis 2011
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03.10.2011 | Köln

Fuchsberger zum Fernsehpreis: «Auf dich hab' ich gerade gewartet»

Seine Gundel kämpfte mit den Tränen, während Joachim Fuchsberger seinen Preis, einen Plexiglas-Obelisken von einer Hand in die andere schob. «Was Sie jetzt hier sehen», hob der 84-Jährige auf der Bühne an. «Was Sie jetzt hier sehen, ist vom jugendlichen Liebhaber übrig geblieben. Enjoy the age - the rest is not recommendable.» (Genieß das Alter - der Rest ist nicht empfehlenswert.) Showmaster Frank Elstner hatte Fuchsberger gerade bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am Sonntagabend in Köln die Ehrung für sein Lebenswerk überreicht.

«Ich bin kaum 85, und schon habe ich diesen wundervollen Preis in der Hand», fuhr der Schauspieler und Moderator fort. «Das ist mein erster Fernsehpreis. Auf dich hab' ich gerade gewartet.» Seinem Laudator, Frank Elstner, gratulierte Fuchsberger ganz nebenbei noch zum Gewinn der Goldenen Henne wenige Tage zuvor. Fuchsberger dankte seiner Frau, die ihn gelenkt und gewarnt habe. Auch vor langen Reden. Deswegen machte er zeitig Schluss bei der Dankesrede und sagte: «Mein Herzenswunsch ist zu sagen: Auf Wiedersehen.» Fuchsberger nahm also den Preis, im Gegensatz zu Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der ihn mürrisch ausschlug.

Auf den Skandal 2008 spielte Denis Scheck, der ARD-Bücherwurm, an. «Ich nehme den Preis nicht an», sagte Scheck, als er die Auszeichnung für besondere Leitungen im Bereich Information entgegennahm. «Ich nehme den Preis nicht an, ohne zu sagen, dass die Literatur ein gefährliches Pflaster für den Fernsehpreis ist.»

 

Und dann war da noch der Auftritt von Komiker Oliver Pocher, der tönte, dass Bernd das Brot der einzige sei, der beim MDR nicht vorbestraft sei - und erntete nur «Beifall der Privatsender», wie er meinte, woraufhin die ARD-Vorsitzende Monika Piel einen Solo-Beifall auf ihrem Sitz inszenierte. «Und viel Spaß das eine Jahr mit Gottschalk», rief Pocher, der selber rund zwei Jahre bei der ARD und anderthalb bei Sat.1 war, der ARD-Vorsitzenden zu.

Und dann wurden noch die ganz normalen Preise verteilt: Nina Kunzendorf und Jörg Hartmann sind Deutschlands beste Schauspieler 2011, wie die Jury vorher beschlossen hatte. Die 39-Jährige erhielt die Trophäe für ihr Rolle im ARD-Drama «In aller Stille», in der sie eine Polizistin spielt, die zunächst wie gewohnt ihre Tochter in den Kindergarten bringt und dann einen dramatischen Tag erlebt. Kunzendorf bedankte sich wie in solch einem Falle üblich bei allen Produktionsbeteiligten.

Der 42-jährige Hartmann bekam den Preis für seinen Auftritt in der ARD-Serie «Weissensee» als Stasi-Major Falk Kupfer. «Weissensee» spielt im Ostberlin der 80er Jahre - Kupfer ist skrupellos und schreckt selbst vor seinem Bruder nicht zurück, der sich in die Tochter einer Regimekritikerin verliebt. Weitere Preise bekamen der RTL-Mehrteiler «Hindenburg» und die ARD-Show «Eurovision Song Contest».

Den Publikumspreis - die Zuschauer konnten am Telefon und im Internet abstimmen - erhielt als bester Entertainer Stefan Raab, der damit Günther Jauch und das Duo Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt auf die Plätze verdrängte. Raab heimste damit zwei Preise ein, denn auch am Show-Preis für den «Eurovision-Song-Contest» (ESC) in der ARD war er beteiligt, ähnlich wie Anke Engelke, die für den Dauerbrenner «Ladykracher» den Preis bekam sowie für die Moderation beim ESC.

Für die Statistiker: Die ARD heimste mit sechs Preisen in den zwölf Werkskategorien die meisten ein (eingerechnet ist der Arte/NDR-Film «Homevideo»), dann folgt RTL mit zwei Auszeichnungen vor dem WDR, Kabel eins, ZDF und Sat.1.

Quelle: dpa

www.deutscherfernsehpreis.de

03.10.2011 | Köln

Der Deutsche Fernsehpreis - die Preisträger

Am 2. Oktober wurde zum 13. Mal in Köln der Deutsche Fernsehpreis verliehen. Die Auszeichnung gab es in zwölf Kategorien, dazu kommen ein Förderpreis, der Ehrenpreis der Stifter fürs Lebenswerk und Ehrungen für besondere Leistungen in den Bereichen Fiktion, Information und Unterhaltung. Die Preisträger sind:

Bester Fernsehfilm: «Homevideo» (Arte/NDR/BR)
Bester Mehrteiler: «Hindenburg» (RTL)
Beste Serie: «Weissensee» (ARD)
Bester Schauspieler: Jörg Hartmann («Weissensee», ARD)
Beste Schauspielerin: Nina Kunzendorf («In aller Stille, ARD)
Beste Comedy: «Ladykracher» (Sat.1)
Beste Unterhaltung/Show: «Eurovision Song Contest 2011» (ARD)
Beste Unterhaltung Doku: «Stellungswechsel - Job bekannt, fremdes Land» (Kabel eins)
Beste Information: Ranga Yogeshwar (ARD) als Experte im Rahmen der Fukushima-Berichterstattung
Beste Dokumentation: «Wärst Du lieber tot?» (ZDF)
Beste Reportage: «die story: Adel vernichtet - Der bemerkenswerte Niedergang des Bankhauses Oppenheim» (WDR)
Beste Sportsendung: «RTL Boxen: Klitschko vs. Haye - Der Kampf» (RTL)
Ehrenpreis der Stifter fürs Lebenswerk: Joachim Fuchsberger
Besondere Leistung Fiktion: Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler für «Dreileben» (ARD)
Besondere Leistung Information: Denis Scheck und Andreas Ammer für «Druckfrisch - Neue Bücher von Denis Scheck» (ARD)
Besondere Leistung Unterhaltung: Rolf Seelmann-Eggebert als Adelsexperte der ARD-Royalty-Berichterstattung, für insbesondere «Küss mich Kate! William traut sich» (ARD)
Förderpreis: Jonas Nay in «Homevideo» (Arte/NDR/BR)
Publikumspreis 2011: Bester Entertainer Stefan Raab

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