DEUTSCHLAND/WELT

07.10.2011 | Schönefeld/Berlin
Berliner Flughäfen: Startklar für Wintersaison
Der Winter kann kommen: Verspätungen wegen widriger Witterungsbedingung seien an den Berliner Flughäfen zwar nicht ausgeschlossen. An fehlenden Enteisungsmitteln soll es nicht mehr liegen. Es gebe mehr Lagerkapazitäten, Personal und Gerät.
Die Berliner Flughäfen haben für die kommende Wintersaison aufgerüstet. Es sind rund 400 Tonnen Salze aus Ameisensäure zum Enteisen eingelagert. Der Vorrat sei gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel aufgestockt worden, sagte Bereichsleiter Frank Giehler von den Berliner Flughäfen am Freitag. Auch bei extremen Witterungsbedingungen könne jede Start- und Landebahn in bis zu 40 Minuten betriebsbereit sein. In Tegel und Schönefeld stehen 100 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Je 30 Mitarbeiter stehen rund um die Uhr für Räumarbeiten zur Verfügung.

«Wegen widriger Start- und Landebahnverhältnisse musste bei uns in Berlin kein Jet am Boden bleiben», betonte Giehler. Das hätten sich die Berliner Flughäfen einiges kosten lassen. Insgesamt seien im Winter 2010/11 für Räumarbeiten etwa zwei Millionen Euro ausgegeben worden. Pro Startbahnräumung würden Salze im Wert von 6000 bis 7000 Euro eingesetzt, so Giehler.
Sehr viel problematischer sei die Lage bei Enteisungsmitteln für Flugzeuge gewesen. «Europaweit ist es wegen des Mangels im Flugbetrieb zu Schwierigkeiten gekommen», sagte Bernhard Alvensleben vom Dienstleister Globeground. Das habe zum einen an den extremen Witterungsbedingungen gelegen. Ruckzuck seien die eigenen Lager leer gewesen. «Deswegen haben wir jetzt unsere Kapazitäten hochgeschraubt», so Alvensleben.

Zusätzlich habe Globeground die Enteisungsverfahren mit einem neuen Mittel etwas verändert, ergänzte Flughafensprecher Leif Erichsen. Im ersten Schritt würden Leitwerke und Rumpf enteist und dann imprägniert, so dass bis zum Start keine Vereisungsprobleme mehr auftauchen sollten. Zusätzlich werden 18 Enteisungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, drei mehr als noch vor einem Jahr.
Im Dezember 2010 war es wegen heftiger Witterungsbedingungen zu Lieferengpässen bei Enteisungsmitteln vom Hersteller Clariant gekommen. Anfang des Jahres ist bei der Chemikalienfirma wegen Glykol-Mangels zu einem Produktionsstopp gekommen. Das hatte zu Ausfällen im ganzen europäischen Luftverkehr geführt. Um Airports im Osten Deutschlands mit den glykolhaltigen Enteisungsmitteln versorgen zu können, hat Clariant bei Leipzig ein neues Zwischenlager eingerichtet, sagte Alvensleben. Man sei gut gerüstet.




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