DEUTSCHLAND/WELT


18.10.2011 | Berlin
Diskussion über neue Haltbarkeitshinweise für Lebensmittel
Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel sollen in Deutschland jährlich im Müll landen. Oft ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nochgar nicht erreicht. Bringen andere Hinweise zur Haltbarkeit auf den Verpackungen etwas? Verbraucherministerin Aigner ist skeptisch.
In der schwarz-gelben Koalition wird diskutiert, den Begriff Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln durch einen anderen Hinweis zu ersetzen. Hintergrund ist, dass in Deutschland jährlich mehrere Millionen Tonnen noch genießbarer Lebensmittel im Müll landen. Der Vorsitzende des Ernährungsausschusses des Bundestages, Hans-Michael Goldmann (FDP), verwies in der «Saarbrücker Zeitung» auf den englischen Verzehr-Hinweis «best before...», was so viel bedeutet wie «am besten vor dem...» verzehren. Auf Antrag von Union und FDP wird sich der Ernährungsausschuss des Bundestages an diesem Mittwoch mit dem Thema beschäftigen, berichtete die Zeitung.
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ließ das Ansinnen aber prompt zurückweisen. Ihr Ministerium plant demnach keine Änderung beim Mindesthaltbarkeitsdatum. «Auch eine Abschaffung steht für uns nicht zur Diskussion», sagte Aigners Sprecher am Dienstag in Berlin. Die Vorschriften zum Mindesthaltbarkeitsdatum und zum Verbrauchsdatum seien auf EU-Ebene einheitlich geregelt.

Das Ministerium sehe jedoch Aufklärungsbedarf bei Herstellern, Handel und Verbrauchern zum richtigen Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum, da oft bereits mit oder sogar vor Ablauf des Datums Lebensmittel weggeworfen werden, sagte der Sprecher. Hinweise, auch zur Rolle des Mindesthaltbarkeitsdatums vor dem Hintergrund von jährlich 6,5 bis 20 Millionen Tonnen weggeworfener Lebensmittel in Deutschland, erwartet das Ministerium von einer nationalen Wegwerfstudie. Mit Ergebnissen wird 2012 gerechnet.
Aigner hat wiederholt betont: «Wir müssen uns den Wert von Lebensmitteln immer wieder neu ins Bewusstsein rufen.» Dazu zähle, dass man es vermeide, Lebensmittel wegzuwerfen und mehr einzukaufen als man benötige. Peter Bleser (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Verbraucherministerium, sagte in der «Saarbrücker Zeitung», das Mindesthaltbarkeitsdatum sei kein Verfallsdatum. «Jeder Hersteller baut ein Sicherheitspolster ein.» Der Verbraucher müsse stärker über die Bedeutung der Datumsangabe aufgeklärt werden.
Quelle: dpa
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