DEUTSCHLAND/WELT

19.10.2011 | Potsdam
Verdacht schwerer Übergriffe an Sportschule
An der Potsdamer Sportschule «Friedrich Ludwig Jahn» soll es zu sexuellen Übergriffen von älteren Schülern auf jüngere Schüler gekommen sein. Darüber sei dem Geschäftsführer der Luftschiffhafen Potsdam GmbH, Andreas Klemund, Ende vergangener Woche berichtet worden, teilte die Muttergesellschaft, die Unternehmensverbund Pro Potsdam, am Dienstagabend mit. Sie betreibt das Wohnheim der Sportschule. Gegen die mutmaßlichen Täter sei Strafanzeige erstattet worden, und das Landesjugendamt wurde den Angaben zufolge informiert.
Laut einem Bericht der «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (PNN) ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Elftklässler wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung. Sie sollen sich Ende September im Wohnheim des Internats an zwei Jungen der achten Klasse vergangen haben. Wohnheimleitung und Trainer hätten zwei Wochen lang verschwiegen, was ihnen die mutmaßlichen Opfer - zwei Jungen aus Wittstock und Premnitz - erzählt hätten, schreibt die «Märkische Allgemeine».

Erst auf Druck eines Mitarbeiters soll die Internatsleitung die Eltern der Kinder über die Vorfälle in Kenntnis gesetzt haben.
Die Pro Potsdam sicherte zu, schnellstmöglich ein Nottelefon für Betroffene einzurichten. Es werde die gesamte Elternschaft «zeitnah» informiert. Außerdem ist noch für diese Woche eine Versammlung der Sportschul-Mitarbeiter unter Teilnahme des Landesjugendamtes vorgesehen. An diesem Mittwoch soll den PNN zufolge in einer Konferenz mit Lehrern sowie Schüler- und Elternvertretern der elften Klasse das weitere Vorgehen beraten werden. Alle Beteiligten sollen zum Nachwuchs des Handball-Zweitligisten VfL Potsdam gehören.
Unterdessen gibt es laut Zeitungen einen zusätzlichen Fall gewalttätigen Mobbings an dem Internat, bei dem ein Siebtklässler von älteren Mitschülern über längere Zeit drangsaliert wurde. Landesjugendamt und Stadtverwaltung seien auch hierüber mittlerweile informiert worden.




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