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DEUTSCHLAND/WELT

 

31.10.2011 | New York

UN feiern siebenmilliardsten Menschen

An diesem Montag ist offiziell, was keiner genau sagen kann: Den Vereinten Nationen zufolge sollen dann sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die UN begehen den Tag in nachdenklicher Stimmung, weil weite Teile der Dritten Welt unter Überbevölkerung leiden. Ein symbolisches Milliardenkind, wie bei den letzten Wegmarken 1987 und 1999, gibt es diesmal nicht.

Wie viele Menschen genau auf der Erde leben, kann niemand sagen. Die meisten Länder verfügen nach Angaben von Wissenschaftlern nicht über ernstzunehmende Bevölkerungsstatistiken. Die UN-Zahlen gelten aber dennoch als verhältnismäßig zuverlässig, weil die Experten viele verschiedene Daten abgleichen und immer wieder aktualisieren. Deshalb wird eine Abweichung von nicht mehr als fünf Prozent erwartet - was allerdings 350 Millionen Menschen mehr oder weniger wären.

Derzeit wächst die Erde jährlich um 80 Millionen Menschen - das entspricht der Einwohnerzahl des Landes mit dem Rang 16 in der Bevölkerungsstatistik: Deutschland. In der Bundesrepublik selbst nimmt die Zahl der Einwohner aber weiter ab; in den nächsten 50 Jahren soll Deutschland mehr als ein Fünftel verlieren. Andere Länder wachsen rasant, vor allem in Afrika, aber zum Beispiel auch Afghanistan und der Irak. Und Indien soll in gut zehn Jahren den anderen Menschenmilliardär, China, überholen und dann das
bevölkerungsreichste Land sein.

Die Vereinten gehen davon aus, dass in 14 Jahren die achte Milliarde registriert wird und 2050 etwa 9,2 Milliarden Menschen auf der Welt leben werden. Etwas später wird die Weltbevölkerung zum ersten Mal in der modernen Geschichte der Menschheit schrumpfen. Die Experten streiten aber noch, ob die Auswirkungen noch in diesem Jahrhundert oder erst zum Anfang des 22. Jahrhunderts spürbar sein werden. Unklar ist auch, ob die Menschheit jemals die Zahl zehn Milliarden erreichen wird oder schon vorher den Knick nach unten macht.

Quelle: dpa

UN-Seite mit Countdown: www.7billionactions.org
Population Council: www.popcouncil.org
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung: www.weltbevoelkerung.de


Website zu Bevölkerungsproportionen: www.pdwb.de

31.10.2011 | Berlin

Zahlen und Fakten zur Weltbevölkerung

Es vergingen Zehntausende Jahre, bis die Weltbevölkerung im Jahr 1800 erstmals eine Milliarde Menschen zählte. Doch schon 200 Jahre später hat sich ihre Zahl versechsfacht. Zahlen und Fakten:

- Mit 1,346 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt; es folgt Indien mit 1,241 Milliarden. Mit 81,8 Millionen liegt Deutschland auf Platz 16.

- Bis 2050 werden nach Schätzung der Vereinten Nationen mehr als 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben, mehr als 10 Milliarden bis zum Ende des Jahrhunderts.

- Die UN erwarten, dass die durchschnittliche Anzahl von Kindern pro Frau bis zum Jahr 2100 von weltweit derzeit 2,5 auf 2 sinken wird.

- Während die Bevölkerung in Europa schrumpft, wird sich die Zahl der Menschen in Afrika von heute einer Milliarde auf voraussichtlich 3,6 Milliarden mehr als verdreifachen.

- Zu Beginn des 22. Jahrhunderts wird vermutlich jeder dritte Mensch in Afrika leben.

- Eine afrikanische Frau bringt heute durchschnittlich 4,7 Kinder zur Welt. Im europäischen Durchschnitt sind es 1,6, in Deutschland sogar nur 1,4.

Quelle: dpa

Datenreport der Stiftung Weltbevölkerung... »

31.10.2011 | Berlin

Weltbevölkerung - mehr Afrikaner, weniger Europäer

Von den gegenwärtig rund sieben Milliarden Menschen auf der Erde leben etwa 15 Prozent in Afrika. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) dürfte sich der Anteil des Kontinents an der Weltbevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts auf 35 Prozent erhöhen. Grund sei das weiterhin hohe Geburtenniveau in Afrika. Nur etwa jeder zehnte Mensch ist heute ein Europäer. Bereits seit 1950 hat sich der Anteil halbiert. UN-Prognosen zufolge geht die Zahl weiter zurück - voraussichtlich auf nur noch 6,7 Prozent aller Menschen im Jahr 2100.

Mit etwa 61 Prozent der Weltbevölkerung leben gegenwärtig die meisten Menschen in Asien. Auch ihr Anteil verringert sich aber und könnte bis zum Ende des Jahrhunderts auf etwa 45 Prozent fallen. Amerika mit etwa 13 Prozent und Australien/Ozeanien mit lediglich 0,6 Prozent dürften ihre Anteile laut BiB wahrscheinlich konstant halten.

Quelle: dpa

BiB zu Bevölkerungsanteil der Kontinente... »

31.10.2011 | Berlin

Die am schnellsten wachsenden Städte

Immer mehr Menschen leben in Städten. Waren es 1950 28,8 Prozent der Weltbevölkerung ist es heute die Hälfte. Nach UN-Schätzung wird ihr Anteil bis 2050 auf 69 Prozent steigen. Die Städte werden auch immer größer: 1975 drängten sich nur in New York, Tokio und Mexiko-Stadt mehr als zehn Millionen Menschen. 2009 lag die Zahl dieser Megacities bei 21, bis 2025 dürften es 29 sein. Von den acht neuen Superstädten liegen fünf in Asien, zwei in Lateinamerika und eine in Afrika. Bisher nicht zu den weltgrößten Ballungszentren gehören die zehn am schnellsten wachsenden Städte:

Stadt                    Wachstum 1990-2006  Einwohnerzahl
Shenzhen/China        20,8 Prozent       7 009 000 (2000)
Nakuru/Kenia             13,3                     1 571 000 (2006)
Donguan/China         13,1                     6 446 000 (2000)
Chongqing/China      11,3                     9 692 000 (2000)
Karadsch/Iran             8,0                      1 386 000 (2006)
Dire Dawa/Äthiopien  7,8                         237 000 (2002)
Guanzhou/China         7,7                     8 524 000 (2000)
Puente Alto/Chile       7,5                       689 000 (2009)
Fes/Marokko              7,4                    1 026 000 (2007)
Kalookan/Philippinen 6,5                    1 178 000 (2000)

 

(Quellen: UN-Habitat, State of the World's Cities 2010/2011 für Wachstum, UN-Statistikbüro 2009 für Einwohnerzahl)


UN-Habitat zu wachsenden Städten... »
Bundeszentrale für politische Bildung zu Verstädterung... »

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