DEUTSCHLAND/WELT

31.01.2012 | München
Nokia Siemens Networks streicht 2900 Stellen in Deutschland
Der angeschlagene Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks streicht in Deutschland 2900 seiner rund 9000 Stellen und schließt unter anderem den Standort München komplett.
Wie das Unternehmen mitteilte, soll das Geschäft in Deutschland auf die fünf Standorte in Berlin, Bonn, Bruchsal, Düsseldorf und Ulm konzentriert werden, alle übrigen sollen geschlossen werden. Der Konzern hatte Ende November mitgeteilt, weltweit rund 17 000 Stellen zu streichen, hatte aber für Deutschland noch keine konkreten Pläne vorgelegt.

«Uns ist bewusst, dass dies eine erhebliche Reduzierung der Mitarbeiterzahl ist und wir möchten diese mit Respekt und unter Einhaltung aller rechtlichen Rahmenbedingungen umsetzen», teilte NSN-Deutschland-Chef Hermann Rodler mit.
«Wir müssen in Deutschland diesen schwierigen Schritt machen, um sicherzustellen, dass Nokia Siemens Networks ein wirtschaftlich nachhaltiges Unternehmen ist.» NSN will mit den Plänen jährlich rund eine Milliarde Euro einsparen und dafür ganze Geschäftsbereiche eindampfen.
Erst im vergangenen Jahr hatten Nokia und Siemens zusammen eine Milliarde in ihr Dauersorgendkind gesteckt. Bis 2013 soll der Konzern wieder auf die Füße kommen. Die Gewerkschaft IG Metall hatte bereits im November scharfe Kritik an den Plänen geübt.
Quelle: dpa

23.11.2011 | Espoo, Helsinki
Nokia Siemens Networks streicht 17.000 Jobs
Der schwächelnde Netzwerk-Ausrüster Nokia Siemens Networks will 17 000 Arbeitsplätze streichen - nahezu jeden vierten Job.
Auch tausende Jobs in Deutschland werden voraussichtlich betroffen sein - laut informierten Branchenbeobachtern könnte es um mehr als ein Drittel der zuletzt gut 9000 Stellen gehen. Weltweit hatte Nokia Siemens Networks (NSN) zuletzt rund 74 000 Beschäftigte.
Auch die IG Metall rechnet damit, dass in Deutschland tausende Arbeitsplätze betroffen sein werden. «Die neuerlichen Abbaupläne sind eine Kampfansage an die Belegschaft», kritisierte der NSN-Beauftragte der Gewerkschaft, Michael Leppek. Die IG Metall werde diesen Plänen nicht tatenlos zusehen.

Seit dem Start von NSN im April 2007 seien in Deutschland bereits mehr als 5000 Arbeitsplätze abgebaut worden - über Aufhebungsverträge, Ausgliederungen und zuletzt sogar über betriebsbedingte Kündigungen.
Das NSN-Geschäft werde komplett auf schnelle mobile Internet-Netze ausgerichtet, kündigte das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens am Mittwoch an. Andere Unternehmensbereiche wie etwa das Festnetz-Geschäft werden entsprechend weichen müssen. Die jährlichen Ausgaben sollen bis Ende 2013 um eine Milliarde Euro gekappt werden. Bis dahin soll auch der Abbau der 17 000 Jobs abgeschlossen sein.
Angaben zu den betroffenen Ländern soll es erst im Zuge des Umbaus geben. Derzeit könnten dazu keine Details genannt werden, hieß es in einer Telefonkonferenz. Man müsse erst Verhandlungen mit den direkt Betroffenen führen. Dennoch: «NSN ist ein europäisches Unternehmen. Wir rechnen damit, dass dies in den kommenden Jahren auch so bleibt.»

NSN hatte Siemens und Nokia in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingebracht und kämpft mit einem starken Wettbewerb in der Branche. Unter anderem Rivalen aus China wie Huawei werden immer stärker und bringen die Preise unter Druck. Der schwedische Konkurrent Ericsson hält fest die Spitzenposition in der Branche.
Erst im September mussten Nokia und Siemens eine Milliarde Euro in das Unternehmen einschießen. Ein Versuch, NSN zu verkaufen, wurde im Sommer aufgegeben. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, wonach Nokia und Siemens einen Ausstieg aus dem Joint-Venture erwägt hätten. Auch ein Börsengang wurde dabei immer wieder als mögliches Szenario genannt.
Die Zukunft der Industrie liege in mobilen Breitband-Netzen und -Diensten - «und wir wollen in diesen Bereichen unumstritten führend sein», erklärte NSN-Chef Rajeev Nuri. Zugleich müsse man Schritte ergreifen, um konkurrenzfähiger und profitabler zu werden. «Diese geplanten Einschnitte sind bedaurlich, aber notwendig.» Von den Sparmaßnahmen sollen alle möglichen Bereiche betroffen sein, wie etwa Einkauf, Immobilien oder IT-Versorgung.




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