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DEUTSCHLAND/WELT

 

08.12.2011 | Stolzenau

Nach Tod von Schülerin - Öffentliche Fahndung nach Vater

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Schülerin in Niedersachsen fahndet die Mordkommission seit Donnerstag öffentlich nach dem Vater der 13-Jährigen. Da die Ermittler trotz intensiver Suche keine heiße Spur von dem Mann haben, hoffen sie jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Der 35-Jährige versucht nach Angaben der Polizei in Nienburg möglicherweise, sich ins Ausland abzusetzen.

Weil er mit großer Wahrscheinlichkeit noch immer die Tatwaffe bei sich trägt, sei Vorsicht geboten. Wer ihn sehe, soll möglichst unauffällig die Polizei informieren.

Der aus dem Irak stammende Kurde jesidischen Glaubens sei dringend verdächtig, seine Tochter Souzan am vergangenen Montag in Stolzenau (Kreis Nienburg) mit mehreren Schüssen auf offener Straße getötet zu haben, sagte Polizeisprecherin Gabriela Mielke.

Die Mordkommission geht davon aus, dass der Vater die tödlichen Schüsse auf das Mädchen geplant hatte. Offensichtlich habe der 35-Jährige auch seine anschließende Flucht vorbereitet, sagte Polizeisprecherin Mielke.

Die Mutter des getöteten Mädchens, die die Tat mit ansehen musste, wurde unterdessen vernommen. Die Frau habe allerdings keinen konkreten Hinweis auf den aktuellen Aufenthaltsort ihres flüchtigen Mannes geben können.

Der 35-Jährige hatte Souzan getötet, nachdem am Montag ein Versöhnungsgespräch gescheitert war. Die 13-Jährige war vor einem halben Jahr wegen familiärer Spannungen mit Zustimmung des Jugendamtes bei ihren Eltern aus- und in ein Heim gezogen.

Vergleichbare Versuche, die Tochter unter professioneller Anleitung wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, habe es zuvor schon wiederholt gegeben, sagte die Polizeisprecherin. Das Mädchen habe eine Rückkehr ins Elternhaus jedoch stets abgelehnt. Dass der Vater bei dem Gespräch am Montag eine Waffe bei sich hatte, spreche für die Planung der Tat.

Am Dienstag hatte die Polizei in Minden - wo zuvor das Fluchtauto des 35-Jährigen entdeckt worden war - mehrere Wohnungen durchsucht, in denen Jesiden leben. Hinweise auf den Aufenthaltsort des Gesuchten fanden die Beamten dort nicht.

Quelle: dpa
06.12.2011 | Stolzenau

Tödliche Schüsse auf Tochter - Vater auf der Flucht

Nach den tödlichen Schüssen auf seine 13 Jahre alte Tochter ist ein 35-Jähriger aus dem niedersächsischen Stolzenau weiter auf der Flucht. Es gebe bislang keinen konkreten Hinweis darauf, wo sich der Vater aufhalte, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen. Möglicherweise sei der Mann mit einem Auto geflüchtet.

Der Vater hatte der Polizei zufolge am Montag seine Tochter auf offener Straße erschossen. Hintergrund ist vermutlich ein Familienstreit. Die 13-Jährige war mit Unterstützung des Jugendamtes bei ihren Eltern ausgezogen und lebte in einem Jugendheim. Nach einem gescheiterten Versöhnungsgespräch am Montag war es zu den tödlichen Schüssen gekommen. Die aus dem Irak stammende Familie jesidischen Glaubens war 2008 nach Stolzenau gezogen.

Die Jesiden sind Kurden vor allem aus dem Irak, der Türkei und Syrien. Ihre Religion, in der viele Glaubensrichtungen verschmolzen sind, stammt nach eigenem Verständnis aus vorislamischer, wenn nicht gar aus vorchristlicher Zeit. Es ist ihnen verboten, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften zu heiraten.

Erst kürzlich sorgte der Fall einer verschwundenen junge Kurdin jesidischen Glaubens aus dem lippischen Detmold für Aufsehen. Wegen der aus der Sicht ihrer Familie verbotene Liebe zu einem Bäckergesellen sollen Angehörige die 18-Jährige entführt haben. Fünf ihrer Geschwister sitzen in Untersuchungshaft, schweigen aber seit Wochen.

Quelle: dpa

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