DEUTSCHLAND/WELT

15.12.2011 | Berlin/Hannover
Döring wird neuer FDP-Generalsekretär
FDP-Chef Philipp Rösler hat Patrick Döring als neuen Generalsekretär der Liberalen vorgestellt. Der 38-jährige Döring hatte Rösler nach etwas Bedenkzeit seine Bereitschaft zugesagt. Döring ist bisher Schatzmeister und stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender. Döring folgt Christian Lindner nach, der gestern seinen Rücktritt erklärt hatte. Er fühle sich «sehr geehrt» und lasse sich gerne in die Pflicht nehmen, sagte Döring in einer kurzen Stellungnahme.
Patrick Döring - Jazzer und Fußballfan aus der Provinz
Er gilt als akribischer Arbeiter, der in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist: Patrick Döring (38). Nach wenigen Monaten als FDP-Bundesschatzmeister wird der gesellige Niedersachse jetzt Generalsekretär der Liberalen und ersetzt den einstigen Hoffnungsträger Christian Lindner. Er fühle sich «sehr geehrt» und wolle das neue Amt «mit großer Energie und großem Ehrgeiz annehmen», sagte Döring am Mittwochabend bei der Vorstellung durch FDP-Chef Philipp Rösler.
Seit 2005 sitzt der Diplom-Ökonom Döring für die FDP im Bundestag. Dort hat er sich zum Fraktionsvize und verkehrspolitischen Sprecher hochgearbeitet.

Mit Parteichef Rösler verbindet ihn nach Angaben von Parteifreunden ein «blindes Vertrauensverhältnis». Beide kennen sich aus Hannover, arbeiteten eng im Landesvorstand der FDP-Niedersachsen zusammen. Beim Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm gehörte Döring von Anfang an zu den entschiedenen Unterstützern Röslers.
Als Rösler 2009 für viele überraschend von Guido Westerwelle als Bundesgesundheitsminister nach Berlin berufen wurde, war Döring einer der ersten Ansprechpartner des damals 36-Jährigen. Denn Döring ist bestens vernetzt in Berlin - sowohl innerhalb als auch außerhalb der FDP, mit vielfältigen Kontakten zu anderen Parteien, Verbänden und zur Wirtschaft. Bis heute verbindet die beiden Niedersachsen auch privat ein enges Verhältnis.
Vor seiner Wahl in den Bundestag war Döring Fraktionschef der FDP im Stadtrat von Hannover. Wenn er nicht in Berlin ist, lebt er mit seiner Frau Juliane in der Stadt an der Leine. Dörings Parteifreunde schätzen an ihm insbesondere dessen rhetorischen Fähigkeiten. «Er kann klar formulieren, nach innen motivieren und nach außen zum Angriff blasen», loben ihn gerne Weggefährten.
Der leidenschaftliche Golfer, Jazz-Saxofonist und Fan des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ist seit 1991 Mitglied der Partei. Der Bundestagsabgeordnete hat übrigens eine Sache mit vielen anderen Hannoveranern gemeinsam: Er kommt nicht von hier. Geboren und aufgewachsen ist er in Himmelpforten, einem Örtchen nahe Stade.
Quelle: dpa

14.12.2011 | Berlin
Rösler bedauert Lindners Rücktritt außerordentlich
FDP-Chef Philipp Rösler hat den Rücktritt seines Generalsekretär Christian Lindner bedauert. Seine Arbeit in dem Amt sei hervorragend gewesen, sagte Rösler am Mittwoch in der
FDP-Zentrale in Berlin. Lindner habe große Verdienste. Das Verhältnis der beiden gilt seit längerem als angespannt.
«Jetzt werden wir (...) nach vorn schauen.» Die FDP werde geschlossen in das Jahr 2012 gehen, sagte Rösler. Er werde «ziemlich schnell» eine Personalentscheidung treffen. Er deutete an, dass dies am Freitag der Fall sein könnte.

Das Parteipräsidium kommt dann zu Beratungen über das Ergebnis des Mitgliederentscheids zum geplanten dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM zusammen.
Mehrere Medien spekulieren bereits darüber, dass der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Patrick Döring Nachfolger werden könnte.
Lindner hatte am Vormittag seinen Rücktritt ohne nähere Erläuterung bekanntgegeben. «Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen», sagte der 32-Jährige. Er war wie Rösler im Zusammenhang mit dem Mitgliederentscheid zum ESM stark in die Kritik geraten. Beide hatten den Entscheid bereits am Wochenende - vor Ablauf der Frist - für gescheitert erklärt.
Quelle: dpa

14.12.2011 | Berlin
Rücktrittserklärung von FDP-Generalsekretär Lindner
Christian Lindner ist als FDP-Generalsekretär zurückgetreten. Er gab am Mittwoch in der FDP-Zentrale in Berlin folgende Erklärung ab:
«Ich habe heute gegenüber Philipp Rösler in einem persönlichen Gespräch meinen Rücktritt als Generalsekretär erklärt. Im Anschluss habe ich meinen Landesvorsitzenden Daniel Bahr, meinen Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle und den Ehrenvorsitzenden Hans-Dietrich Genscher über meine Entscheidung unterrichtet. Gerade eben habe ich mich von den Mitarbeitern unseres Thomas-Dehler-Hauses verabschiedet.
Auf den Tag genau zwei Jahre erkläre, verteidige ich die Politik der FDP in schwieriger Zeit, habe ich sie mit zu gestalten versucht. Ich bin dankbar für die Zusammenarbeit mit den Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle und Philipp Rösler. Vor allem aber danke ich den vielen Mitgliedern meiner Partei, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben.

Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen. Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen haben mich in dieser Einschätzung bestärkt. Meine Erkenntnis hat für mich zur Konsequenz, dass ich aus Respekt vor meiner Partei und vor meinem eigenen Engagement für die liberale Sache mein Amt niederlege.
Dadurch ermögliche ich es dem FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler, die wichtige Bundestagswahl 2013 mit einem neuen Generalsekretär vorzubereiten und damit auch mit neuen Impulsen für die FDP zu einem Erfolg zu machen. Als Mitglied des Deutschen Bundestages werde ich weiter aus Überzeugung für den politischen Liberalismus kämpfen. Er wird in Deutschland dringender denn je gebraucht, und er hat nur eine politische Heimat: die FDP. Auf Wiedersehen.»
Quelle: dpa

14.12.2011 | Berlin
Lindner tritt als FDP-Generalsekretär zurück
Christian Lindner tritt als FDP-Generalsekretär zurück. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Berlin erfuhr, erklärte er seinen Rücktritt in einem Gespräch mit Parteichef Philipp Rösler.
In einer persönlichen Erklärung Lindners heißt es: «Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen.» Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen hätten ihn in dieser Einschätzung bestärkt.
Lindner war im Zusammenhang mit der Organisation des Mitgliederentscheids seiner Partei zum Euro-Rettungsschirm ESM stark in die Kritik geraten. Wie Rösler hatte er den Entscheid bereits am Wochenende - vor Ablauf der Frist - für gescheitert erklärt.




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