DEUTSCHLAND/WELT
23.04.2009

23.04.2009 | Washington (dpa)
Barack Obama oben ohne: Wirbel um Titel-Foto
Eine Großaufnahme von US-Präsident Barack Obama nur in Badehose auf der Titelseite eines Magazins sorgt in den USA für Wirbel.
Die Lifestyle-Zeitschrift «Washingtonian» griff für ihre jüngst erschienene Mai-Ausgabe auf das Foto eines Paparazzo zurück, der den 47-Jährigen kurz nach seiner Wahl zum mächtigsten Mann der Welt beim Weihnachtsurlaub auf Hawaii ablichtete - schon damals zum großen Ärger vieler Amerikaner, die den Schnappschuss respektlos fanden.
Das Magazin sieht das anders. Es wählte als Titelgeschichte «26 Gründe, warum wir es lieben, hier (in Washington) zu leben», und Obama wurde als Grund Nummer zwei angeführt - mit dem Kommentar: «Unser Nachbar ist heiß».
Heiß sind auf jeden Fall die Gemüter vieler Bürger. Nach eigenen Angaben wird das Magazin mit Telefonanrufen und E-Mails überflutet. Dabei gingen die Meinungen scharf auseinander, zitierten Medien einen leitenden Mitarbeiter, Garrett Graff. Die einen fänden die Aufnahme des sichtlich gut durchtrainierten specklosen Präsidenten wunderbar, die anderen hielten sie für geschmacklos.
«Es ist eine einzigartige Zeit in Washington, und dieses Foto hilft die Gründe festzuhalten, warum es so ist», sagte Redakteur Graff weiter. «Es ist nicht die normale Art und Weise, wie man auf einen Präsidenten der Vereinigten Staaten schaut, aber dies ist kein normaler Präsident.»
Normal oder nicht: Fest steht, dass Obama damals auf Hawaii überhaupt keine rote Badehose wie auf dem Titelbild trug. Die Shorts waren tiefblau. Aber das wäre vor dem dunklen Hintergrund «verloren gegangen», gab Herausgeberin Cathy Merrill Williams in einem Interview des Senders MSNBC zu. Die Badehosen-Farbe sei daher in ein leuchtendes Rot retuschiert worden.
Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy geriet wenige Monate nach seiner Wahl wegen eines retuschierten Badehosen-Fotos in die Schlagzeilen. Damals ging es jedoch um Speckröllchen des ansonsten schlanken Staatschefs, die die Zeitschrift «Paris Match» auf einem Foto wegretuschiert hatte. Das geschönte Urlaubsbild zeigte Sarkozy mit seinem Sohn auf einer Kanutour. Der Élysée wies damals unverzüglich mögliche Mutmaßungen zurück, die Retusche sei vom Präsidentenpalast aus veranlasst worden.




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