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DEUTSCHLAND/WELT

 

17.01.2012 | München

Angeklagter schweigt

Ein wegen Mordes an seinen beiden kleinen Nichten angeklagter Mann hat zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München II geschwiegen. Der 51-Jährige soll sich in der Nacht zum 24. März 2011 in die unverschlossene Wohnung in dem Münchner Vorort Krailling geschlichen haben.

Dort soll er laut Anklage die achtjährige Chiara und die elfjährige Sharon mit einem Seil, einer Hantelstange und einem Küchenmesser brutal umgebracht haben. Der Grund für die Bluttat sollen Schulden gewesen sein: Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der vierfache Familienvater an ein Erbe kommen wollte.

Quelle: dpa
17.01.2012 | München

Geschwistermord von Krailling: Onkel vor Gericht

Rund zehn Monate nach der grausamen Tötung eines Geschwisterpaares muss sich ab heute ein vierfacher Vater vor Gericht wegen Mordes an seinen beiden kleinen Nichten verantworten.

Der 51 Jahre alte Postbote soll sich in der Nacht zum 24. März 2011 in die unverschlossene Wohnung in dem Münchner Vorort Krailling geschlichen haben. Dort soll er Chiara (8) und Sharon (11) mit einem Seil gewürgt, mit einer Hantelstange geschlagen und mit einem Küchenmesser erstochen haben.

Grund für die Tat sollen Schulden gewesen sein: Die Anklage nimmt an, dass er auch die Mutter - die Schwester seiner Frau - umbringen wollte und die Tat als sogenannten erweiterten Suizid der Mutter tarnen und so an das Erbe kommen wollte.

Auf diese Weise habe er die Finanznot der eigenen Familie lösen wollen. Der Mann soll nach dem Bau eines Hauses tief in Schulden gesteckt haben, die Zwangsversteigerung soll gedroht haben.

Der Angeklagte schweigt bisher. Ob er im Prozess vor dem Landgericht München II aussagen wird, ist offen. Die Eltern der Kinder sind in dem Prozess Nebenkläger. Am ersten Tag sollen aber zunächst ermittelnde Beamte als Zeugen vernommen werden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte erst die beiden Mädchen und dann die Mutter umbringen. «Wir gehen davon aus, dass er erwartet hat, die Mutter im Laufe des Abends noch anzutreffen», sagt Oberstaatsanwältin Andrea Titz. Als sie nicht wie erwartet nach Hause kam, soll er von dem Plan abgerückt sein. Die Frau half in der Nacht in der Kneipe ihres Lebensgefährten, kehrte erst am frühen Morgen heim - und fand die Leichen ihrer Kinder.

Für den Anwalt des Mannes, Adam Ahmed, ist die Anklage nicht schlüssig. Habgier als Motiv für einen geplanten dreifachen Mord an engen Verwandten sei weit hergeholt. «Für mich ist nach wie vor dieses Tatmotiv nicht nachvollziehbar.» Es sei nicht einmal klar, ob es die Tat eines Einzelnen gewesen sei.

Der Onkel der Kinder war im Zuge der Ermittlungen routinemäßig als Zeuge vernommen worden und hatte freiwillig eine Speichelprobe abgegeben - ein Treffer: Seine DNA fand sich vielfach in der Wohnung, unter anderem an den Leichen der Kinder. Dennoch gab der Mann in ersten Vernehmungen an, nichts mit der Bluttat zu tun zu haben.

Bisher sind 13 Prozesstage bis zum 27. März angesetzt. Die Ankläger haben insgesamt 63 Zeugen und neun Sachverständige benannt - ob sie alle geladen werden, entscheidet das Gericht. Eine wichtige Zeugin dürfte die Ehefrau des Angeklagten sein. Sie hat die Scheidung eingereicht. Im Sommer sagte die Frau dem Magazin «Stern», sie glaube an die Schuld des Angeklagten. Anfangs hatte die Frau ausgesagt, ihr Mann sei in der Tatnacht bei ihr gewesen - was sie später revidierte. «Für mich gibt es keinen Zweifel, dass er es war.»

Quelle: dpa

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