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DEUTSCHLAND/WELT

 

24.04.2009

24.04.2009 | Berlin (dpa)

Bessere Entschädigung bei verspäteten Zügen

Bahnreisende bekommen bei einer Zugverspätung einen Teil des Fahrpreises zurück. Allerdings gilt dies erst ab einer Verspätung von mindestens 60 Minuten.

Sie erhalten dann ein Viertel des Fahrpreises zurück. Das beschloss der Bundestag am Freitag als Beitrag zur Verbesserung des Verbraucherschutzes gegen die Stimmen der Oppositions-Fraktionen. Bei einer zweistündigen Verspätung bekommen die Bahnkunden sogar 50 Prozent des Geldes zurück. Weitere Erleichterungen beziehen sich in Sonderfällen auf die Übernahme von Hotelrechnungen und bis zu 80 Euro Taxi-Kosten. Das Gesetz muss am 15. Mai noch vom Bundesrat beschlossen werden.

Bahnreisende werden die Entschädigungsregelungen bereits zu Beginn der Sommer-Reisesaison geltend machen können. Das betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Alfred Hartenbach (SPD), am Freitag im Bundestag. Weitergehende Entschädigungen für die Verbraucher als jetzt vorgesehen seien nicht möglich. Die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn müsse beachtet werden. Auch sollten die Fahrpreise nicht unnötig steigen.

Bislang sind die Fahrgäste bei Verspätungen auf die Kulanz der Bahn angewiesen. Sie verrechnet bisher freiwillig nur 20 Prozent. Im Nahverkehr dürfen Bahnreisende einen höherwertigen Fernverkehrszug nutzen, wenn eine Zugverspätung des ursprünglich gewählten Zuges von 20 Minuten droht. Für Streitfälle soll es eine Schlichtungsstelle geben.

Weitere Pläne, die die Bahn betreffen, sind die Sanierung einer Viezahl von Bahnhöfen. Neue Bahnsteige, elektronische Abfahrtanzeigen, mehr Licht in Unterführungen: Rund 2000 Bahnhöfe in ganz Deutschland sollen mit Geld aus den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung in den nächsten drei Jahren modernisiert werden. Für die meist kleinen und mittleren Stationen werden bis 2011 zusätzlich 300 Millionen Euro bereitgestellt, wie Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und die Deutsche Bahn am Freitag in Berlin mitteilten. Die Arbeiten sollen Ende Juni beginnen und Fahrgästen keine größeren Behinderungen oder Stationssperrungen bescheren. Bundesweit gibt es insgesamt rund 5400 Bahnhöfe. Jeden Tag fahren mehr als 5,2 Millionen Menschen Zug.

Ziel der Investitionen seien «attraktive Bahnhöfe für zufriedene Kunden», sagte Tiefensee. Die Verteilung zeige, dass das Zugangebot auch in ländlichen Gebieten wichtig sei. Der zuständige Bahn-Vorstand Stefan Garber sagte eine rasche Umsetzung der mehr als 3000 Einzelprojekte zu. Dies bringe Aufträge für mittelständische Baufirmen in den Regionen. Neben den zusätzlichen Mitteln aus den Konjunkturprogrammen werden in diesem Jahr 610 Millionen Euro in Bahnhöfe investiert, die Bund, Länder und die Bahn aufbringen.

Im einzelnen sollen mit den 300 Millionen Euro unter anderem 30 Empfangsgebäude saniert werden. An 1750 Bahnhöfen sollen neue Informationsanlagen installiert werden, die auch auf Verspätungen hinweisen. In rund 80 Stationen sind Arbeiten für behindertengerechte Zugänge geplant, an mehr als 200 kleinen Bahnhöfen sollen undichte Dächer geflickt oder Wetterschutzhäuschen für wartende Fahrgäste gebaut werden. Zur Verbesserung der Sicherheit bekommen mehr als 300 Bahnhöfe zusätzliche Beleuchtungsanlagen.

Die «Allianz Pro Schiene», der Umwelt- und Verkehrsverbände sowie Gewerkschaften angehören, bezeichnete die Geldspritze als überfällig. Sanierungen müssten aber über 2011 hinaus gesichert werden. Vor allem kleine Stationen seien oft in erbärmlichem Zustand, da über Jahre hinweg zu wenig investiert worden sei.

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